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Marktredwitz

Marktredwitz trauert um kleinen Jungen

Unbemerkt von anderen Badegästen ertrinkt der Siebenjährige am Dienstag im Naturfreibad. Die ganze Stadt nimmt Anteil an dem tragischen Tod.



Unweit dieses Steges auf der Seite der Sonnenterrassen wurde der Junge gefunden. Das Wasser ist an dieser Stelle etwa zwei Meter tief. Foto: Herbert Scharf
Unweit dieses Steges auf der Seite der Sonnenterrassen wurde der Junge gefunden. Das Wasser ist an dieser Stelle etwa zwei Meter tief. Foto: Herbert Scharf  

Marktredwitz - Ein tragischer Unfall hat am späten Dienstagnachmittag die Stadt Marktredwitz erschüttert: Ein sieben Jahre alter Junge ertrank im Marktredwitzer Naturfreibad an den Drei Bögen. Auch die Helfer konnten sein Leben nicht retten.

Weiterer Unfall

Auch bei Kemnath hat sich am Dienstag eine Badeunfall ereignet. Ein 30 Jahre alter Mann sprang von einem Steg in einen Weiher, kam aufgrund der geringen Tiefe hart auf dem Grund auf und verlor kurz das Bewusstsein. Nach Angaben der Polizei, zogen ihn seine Freunde ans Ufer. Weil er seine Beine nicht mehr bewegen konnte, brachte ein Rettungshubschrauber den Verunglückten zur ärztlichen Behandlung ins Klinikum nach Bayreuth.

 

Am Dienstag herrschte, wie auch schon in den Tagen zuvor, reges Treiben. Angesichts der Hitzewelle mit Temperaturen um die 30 Grad Celsius suchten viele Menschen in dem Freibad Abkühlung. Es dürften etwa 800 Badelustige gewesen sein, die sich an diesem Tag erholen und entspannen wollten. Kein Wunder, dass im und am Wasser reges Treiben herrschte. Mit dabei war auch der Siebenjährige, der zusammen mit seinen vier Geschwistern das Bad besuchte.

 

Kurz vor 17.30 Uhr muss es dann passiert sein, völlig unbemerkt von den übrigen Badegästen. Ob der Kleine über einen hölzernen Laufsteg von den Badeterrassen aus ins Wasser fiel oder ob er von den Liegewiesen aus ins tiefe Wasser geriet, ist auch am Mittwoch noch völlig unklar gewesen. Fest steht nur, dass das Wasser an dieser Stelle rund zwei Meter tief ist.

Fest steht weiter, dass gegen 17.35 Uhr mehrere Badegäste - zunächst zwei Mädchen - den leblosen Körper des Kleinen unter Wasser bemerkten. Seine rote Badehose war es, die durch die Wasseroberfläche leicht zu sehen war und die Mädchen alarmierte.

Der leblose Siebenjährige wurde mit Unterstützung der DLRG - vier Rettungsschwimmer waren im Freibad - geborgen. Ein Arzt, der zufällig im Bad war, versuchte noch, den Jungen wieder zu beleben - vergeblich. Der Notarzt, der kurz darauf im Freibad eintraf, konnte nur noch den Tod des Kleinen feststellen. Die vier Geschwister des Jungen, die mit im Bad waren, erlitten einen Schock. Sie und auch die Eltern, die umgehend verständigt wurden, wurden seelisch von einem Imam betreut. Auch ein Notfallseelsorger war vor Ort. Schockiert waren auch die Rettungsschwimmer des DLRG und das Personal des Schwimmbades, für die der Arbeitstag so tragisch endete.

Nach dem Badeunfall, dessen tragisches Ende noch viele Badegäste mitbekamen, wurde das Freibad vorzeitig geschlossen. Außerdem sperrten Beamte der Polizei den Unfallort großräumig ab.

Oberbürgermeister Oliver Weigel, selbst Vater kleiner Kinder, sah sich am Dienstag auch persönlich noch im Bad um und kondolierte. Hunderte von Beileidsschreiben gingen noch am Dienstagabend auf der Internetseite der Stadt ein, die dort ein Kondolenzbuch ausgelegt hatte.

Jetzt untersucht, wie in solchen Fällen üblich, die Kriminalpolizei die Umstände, die zu dem Tod des Jungen führten. Ein Staatsanwalt aus Hof machte sich noch am Abend ein Bild von dem Unglücksort.

Oberbürgermeister Oliver Weigel rang auch am Mittwochvormittag bei einem Gespräch mit der Frankenpost um Fassung. Noch zu frisch sind die Bilder vom Vortag. Sein Mitgefühl gilt der betroffenen Familie, vor allem den Geschwistern, die das Unglück miterlebten, aber auch dem Aufsichtspersonal des Bades.

Die Ereignisse sollten nach Weigels Meinung eine Mahnung an alle Badegäste sein, auch bei viel Betrieb und Getümmel auf andere zu achten.

Die Nachricht vom Tod des Jungen hatte sich noch am Dienstagabend wie ein Lauffeuer in Marktredwitz verbreitet. Per Facebook kondolierten viele Mitbürger der betroffenen Familie. Beileidsbekundungen kamen bis aus Ankara von Celal Öztürk, dem Vorsitzenden des Islamischen Kulturvereins, der sich derzeit in der Türkei aufhält und über die sozialen Medien von dem Unglück erfahren hatte. Am Mittwoch wurde das Naturfreibad um 10 Uhr wieder geöffnet.

Die Kriminalpolizei Hof bittet um Mithilfe. Hat jemand etwas von dem Unfall bemerkt? Hinweise an die Kripo Hof, Telefon 09281/7040, oder die örtliche Polizeidienststelle.

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Herbert Scharf
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Veröffentlicht am:
08. 08. 2018
15:08 Uhr

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08. 08. 2018
15:08 Uhr



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