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Marktredwitz

Vertreter soll 2500 Patienten übernehmen

"Mit Hochdruck" bemüht sich Dr. Raabs Schwester, einen Nachfolger für die Praxis des Hausarztes zu finden. Der Marktredwitzer ist Ende Dezember unerwartet gestorben.



Wer führt die Praxis von Dr. Gernot Raab weiter? Diese Frage stellen sich viele Patienten nach dem Tod des Marktredwitzer Hausarztes. Foto: Florian Miedl
Wer führt die Praxis von Dr. Gernot Raab weiter? Diese Frage stellen sich viele Patienten nach dem Tod des Marktredwitzer Hausarztes. Foto: Florian Miedl  

"Ein sehr guter Arzt" - "ein wundervoller Mensch" - "anständig, kompetent, ehrlich, menschlich" - "verständnisvoll" - "hat sich immer Zeit genommen und einem geholfen, wo er konnte" _ "ich mochte ihn" .

Sieben Hausärzte im Landkreis fehlen

Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) unterstütze die Angehörigen bei dem Problem, wie und in welcher Form die Praxis von Dr. Gernot Raab weitergeführt werden könne, erklärt Pressesprecher Martin Eulitz. Dies sei wichtig, weil der Versorgungsgrad für Hausärzte im Planungsgebiet Wunsiedel/Marktredwitz nur bei 94 Prozent liege: 5,5 Hausarzt-Stellen seien vakant, weiß Eulitz - hinzu kämen 1,5 im Bereich Selb. Insgesamt fehlten also sieben Hausärzte im Kreis Wunsiedel.

"Bereits heute könnten sich mehrere Hausärzte frei niederlassen, also neue Praxen eröffnen - ein Zeichen dafür, dass die Nachfolgersuche in der Region generell schwierig ist." Der KVB zufolge gibt es nach Raabs Tod noch zwölf Hausärzte im Bereich Marktredwitz.

Es sei der Normalfall, dass schnell ein Vertreter einspringe, wenn ein Hausarzt kurzfristig ausfalle, erklärte Eulitz. Die KVB helfe nicht nur bei der kurzfristigen Lösung, sondern auch bei der langfristigen Suche nach einem Mediziner, der die Praxis dauerhaft übernehme. "Wir sind sehr interessiert daran, dass es klappt", betont der Ärzte-Sprecher.

Mitarbeiter der Marktredwitzer Wirtschaftsförderung und Beschäftigte des Bereichs "Gesundheitsregion" im Landratsamt Wunsiedel versprachen am Montag ebenfalls Unterstützung, um für diesen "wichtigen Arzt für die Stadt und die Region" schnell Ersatz zu finden.


Marktredwitz - Etliche Fichtelgebirgler haben in den vergangenen Tagen ihre Bestürzung über den Tod des Marktredwitzer Allgemeinarztes Dr. Gernot Raab geäußert: In sozialen Medien finden sich viele Stellungnahmen, in denen die Arbeit und die Persönlichkeit des Mediziners gewürdigt werden. Der Mediziner ist Ende Dezember unerwartet im Alter von 69 Jahren gestorben.

Am gestrigen Montag herrschte in seiner Praxis in der Oskar-Löw-Straße reger Betrieb. Mitarbeiterinnen beantworten Fragen und suchten für Patienten Unterlagen heraus. "Ich bin froh über diese Hilfe der seit Jahren geschätzten Praxiskräfte", sagt Gernot Raabs Schwester Ute-Gabriele Oschinsky. Die Arbeitsverträge der Angestellten liefen selbstverständlich in den kommenden Monaten weiter. Bald soll die Praxis nicht nur besetzt sein, sondern ein Vertretungs-Arzt werde die Behandlung der 2500 Patienten ihres Bruders weiterführen, verspricht Oschinsky. Von der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung bekam sie bereits Listen mit Medizinern, die kurzfristig einsprängen, damit die Versorgung gewährleistet sei.

Die Marktredwitzerin, die seit 30 Jahren in München lebt, führt auch die Bemühungen um einen dauerhafte Praxisübergabe weiter. Gernot Raab suchte bereits selbst nach einem passenden Mediziner, fand aber noch keinen. "Als Nachfolger wünschte er sich einen liebevollen Hausarzt - den suche ich jetzt für ihn", sagt seine Schwester. Ihr Bruder habe seine Patienten und nicht das eigene Geldsäckel im Blick gehabt. Deshalb verschrieb er die Arzneimittel, die den Kranken tatsächlich halfen - selbst wenn es nicht die günstigsten, von den Kassen favorisierten Medikamente gewesen seien. "Mein Bruder schlug sich deshalb mit vielen hohen Arzneimittel-Regressforderungen herum." Oschinsky pflegte ein sehr gutes, enges Verhältnis zu Gernot Raab: "Er war großartig." Daher nennt die 64-Jährige es "einen Herzenswunsch", dass die Marktredwitzer Praxis in seinem Sinne weiterlaufe. Nach 30 Jahren in München erwägt Oschinsky nun sogar, mit ihrer Tochter in ihr "geliebtes Elternhaus" zurückzuziehen. "Ich habe mich ohnehin mein Leben lang weiter als Marktredwitzerin gefühlt, obwohl ich so lange weg war."

Am 29. Dezember 2018 war ihr Bruder auf der Treppe gestürzt. Zunächst vermutete man Genickbruch als Todesursache. Doch eine Obduktion ergab, dass Raab auf den Stufen einem Herz-Sekundentod erlegen und deshalb gefallen war. "Sein Tod kam völlig unerwartet - 69 Jahre sind doch kein Alter zum Sterben", sagt Oschinsky.

Als Nachfolger wünschte

er sich einen

liebevollen Hausarzt -

den suche ich nun für ihn.


zitat

Ute-Gabriele Oschinsky über

ihren Bruder Dr. Genot Raab


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Brigitte Gschwendtner
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Veröffentlicht am:
08. 01. 2019
15:34 Uhr

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Brigitte Gschwendtner

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08. 01. 2019
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