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Münchberg

Fischer feiern Fünfzigsten

Den Fischereiverein Weißdorf gibt es seit einem halben Jahrhundert. Seine Geschichte ist geprägt von viel Arbeit und unermüdlichem Engagement.



Im Jahr 1996 errichteten die Fischer in ehrenamtlicher Arbeit das Gerätehaus an der "Sommerhut".
Im Jahr 1996 errichteten die Fischer in ehrenamtlicher Arbeit das Gerätehaus an der "Sommerhut".   » zu den Bildern

Weißdorf - Wann und wo der Fischereiverein Weißdorf gegründet wurde, ist genau protokolliert: Am 28. August 1969 um 21.43 Uhr hoben 23 Hobbyfischer in der damaligen Gastwirtschaft Köhler in Benk den Verein aus der Taufe. Schnell hatten die Mitglieder einen Spitznamen: "Weil wir noch keine eigenen Gewässer hatten, nannte man uns die Weißdorfer Trockenfischer", verrät Peter Volkmann, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, schmunzelnd.

Das Festprogramm

Freitag, 6. September, ab 18 Uhr Festkommers.

 

Samstag, 7. September, ab 15 Uhr Festbetrieb mit Kaffee und Kuchen, ab 17 Uhr Schweinshaxen und ab 20 Uhr Party mit DJ GS.

 

Sonntag, 8. September, ab 10 Uhr Festausklang mit Weißwurstfrühschoppen.

 

Die Jubiläumsfeierlichkeiten

finden statt auf dem Gelände des Kaninchenzuchtvereins in der Hasenhaide.

 

Gründungsvater war Karl Kauffenstein, der dann auch sein eigenes Fischgewässer seinen Anglerfreunden zum "Nassfischen" zur Verfügung stellte und das Amt des zweiten Vorsitzenden übernahm. Auch der Sprache der Fischer, dem "Anglerlatein", waren die Mitglieder schnell mächtig. Im Gründungsprotokoll des Fischereivereins ist vermerkt, dass man von der Anschaffung einer Vereinsfahne vorerst Abstand nehmen wolle; man befürchte die missbräuchliche Benutzung der Fahnenstange als Angelrute. Hermann Opel führte den Verein, der bis zum Jahresende auf 53 Mitglieder angewachsen war, in den ersten vier Pionierjahren, in denen ein Großteil der nötigen Infrastruktur entstand.

 

Opel musste den Tatendrang seiner Mitglieder sogar im Zaum halten. "Es sei gar nicht alles zu bewerkstelligen gewesen, was unseren Altvorderen so vorgeschwebt war", erinnert der heutige Vorsitzende Uwe Schmitz, der den Verein seit 16 Jahren führt. So lange hatte dieses Amt in der Vereinsgeschichte bisher niemand inne.

Mehrere Mitglieder boten dem Verein zunächst ihre privaten Teiche an und die Gemeinde pachtete den Seeteich. In diesen wurden Karpfen aus dem Teich am Weißdorfer Bahnhof umgesetzt. Doch schon zwei Monate nach seiner Gründung war der Verein auf der Suche nach eigenem Grund und Boden. An der Bahnstrecke Hof-Münchberg, bei Oppenroth, ließ sich in einer sumpfigen Talmulde ein passendes Grundstück finden. In vielen freiwilligen Arbeitsstunden und mit Hilfe der Firma Klee schufen die Angler den Rohrweiher mit insgesamt 14 000 Quadratmetern Wasserfläche. Dort entstanden auch Parkplätze und eine Unterkunftshütte. Die Münchberg-Helmbrechtser Zeitung berichtete: "Hier entsteht ein Schmuckkästchen, das eher einem Erholungszentrum denn einem Aufenthaltsort für sportbegeisterte Petrijünger gleicht. Allein die waldnahe, herrliche Lage trägt erheblich dazu bei." Die Mitglieder stellten dafür unaufgefordert Spenden zur Verfügung. Neben einem ersten Darlehen stellte der Freistaat einen kleinen Zuschuss aus dem Programm "Verbesserung der Möglichkeiten für die Angelfischerei" zur Verfügung.

Schon bald trauten sich die Weißdorfer an das nächste Projekt: Neben dem Rohrweiher liegt die 4,8 Hektar große "Sommerhut", die der Ullrichsbach durchquert und die in etwa hundert Metern Entfernung in die Sächsische Saale mündet. Im Jahr 1973 wurde das Gelände gekauft und ab 1979 umgebaut. Der damalige Landrat Ewald Zuber lobte das Engagement als einmalig im Landkreis. 1988 bauten die Fischer eine Brücke über die Saale.

Im September 1971 trat der damalige Bürgermeister Christian Grenz dem Fischereiverein als hundertstes Mitglied bei. Am 15. Oktober 1972 gaben die Angler den Rohrweiher mit einem öffentlichen Preisfischen unter Teilnahme mehrerer Nachbarvereine zum Angeln frei.

Ein besonderes Augenmerk legte der Fischereiverein Weißdorf auf die Ausbildung. Bereits im Jahr 1970 fand der erste Sportfischerlehrgang statt. Von Beginn an dabei war Günter Volkmann, der die 31 künftigen Petrijünger des ersten Lehrgangs ausbildete. Der Lehrinhalt der Seminare umfasste allgemeine Fischkunde genauso wie gesetzliche Bestimmungen. Insgesamt wurden bis zum Jahr 2015 mehr als 1600 Angler beim FV Weißdorf ausgebildet. Dann zog sich der Verein, wie andere Vereine auch, aus der Ausbildung zurück.

Peter Volkmann, der von seinem Vater die Ausbildung übernahm und 30 Jahre lang leitete, erklärt, dass daran eine EU-Gesetzesänderung die Schuld trage. Private Ausbilder übernahmen daraufhin die Wissensvermittlung. Während die Ausbildung im Verein jedoch mindestens 60 Stunden innerhalb von drei Monaten in Anspruch nahm, zogen die privaten Dozenten sie in nur noch 30 Stunden an zwei oder drei Wochenenden durch. "Der Angler lernte bei uns alles über Fisch- und Gewässerkunde, Schutz und Pflege der Fischgewässer, die Fischhege, Fanggeräte und ihren Gebrauch, Rechtsvorschriften und die Behandlung der Fische", berichtet Volkmann. Nach den "Crash-Kursen" könnten die Teilnehmer bei einer Online-Prüfung die Fragen zwar richtig beantworten, doch leider sei das Gelernte nicht nachhaltig. Vereinsmitglieder würden sich immer wieder über Angler mit Tageskarten ärgern, die große Wissensmängel aufweisen. "Die können Fischarten nicht auseinanderhalten oder haben Defizite bei Schonzeiten."

Heute verfügt der 217 Mitglieder starke Verein über mehrere Gewässer, den Rohrweiher, die "Sommerhut", den 800 Quadratmeter großen Seeteich und über sechs Kilometer Angelrecht in der Saale. Dazu kommen der 500 Quadratmeter große Wiesenteich und mehrere kleinere Fischteiche für die Nachzucht. Leider habe man bei der Nachzucht fast keine Chance mehr gegen den Otter. Die Nachzucht stammt deshalb meist aus Nachkäufen. Jährlich werden etwa 300 Karpfen in die Teiche und zwischen 3000 und 8000 Bachforellen in die Saale eingesetzt. In ihr können außerdem Äschen, Rutten, Rotaugen, Rotfedern, Döbel, Hasel, Aale, Hechte und Barsche gefangen werden. In den Stehgewässern gibt es zusätzlich Grasfische, Marmor- und Silberkarpfen, Schleien und Zander. Weil zum Angeln auch die Hege und Pflege der Gewässer gehört, haben die Mitglieder den ganzen Sommer über zu tun. An den eigenen und gepachteten Liegenschaften gibt es immer offene Baustellen. "Es vergeht kein Jahr, in dem unser Verein nicht irgendetwas baut", erklärt Uwe Schmitz. Doch jetzt wird erstmal das 50. Jubiläum gefeiert.

Autor

Helmut Engel
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
05. 09. 2019
20:05 Uhr

Aktualisiert am:
05. 09. 2019
20:05 Uhr

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Helmut Engel

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Veröffentlicht am:
05. 09. 2019
20:05 Uhr

Aktualisiert am:
05. 09. 2019
20:05 Uhr



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