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Müllsünder machen Helmbrechts zu schaffen

Der Stadtrat sucht nach Lösungen für das Abfallproblem. AZV-Chef Pachsteffl geht mit "einigen wenigen" Leuten hart ins Gericht.



Müllsünder machen Helmbrechts zu schaffen
Müllsünder machen Helmbrechts zu schaffen  

Helmbrechts - Wie andere Kommunen hat Helmbrechts ein Problem mit Zeitgenossen, die an den Wertstoffinseln illegal Müll abladen oder ihren Abfall zwar in Behälter werfen, aber eben nicht in die richtigen. Zwar beseitigt der Bauhof den Unrat und erhält dafür eine Pauschale, aber die tatsächlich entstehenden Kosten für die zusätzliche Arbeit sind höher. Der Stadtrat hat sich nun in seiner jüngsten Sitzung mit dem Problem befasst und dazu Herbert Pachsteffl, den Geschäftsführer des Abfallzweckverbandes Hof eingeladen, der über das Abfallsystem berichtete.

Laut Verpackungsgesetz muss, erklärte Pachsteffl, das Entsorgen von Verpackungen kostenlos sein, die Hersteller der Produkte haben dies einkalkuliert, der Kunde zahlt die Leistung beim Kauf mit, muss aber die geordnete Entsorgung gewährleisten. Bei Missbrauch entstehen Mehrkosten, die die Artikel teurer werden lassen.

Der Redner sagte, Ziel sei es, einen Containerstandort für 500 Bürger vorzuhalten. "Das System ist an und für sich ideal, leider wird es von einigen wenigen Leuten schamlos ausgenutzt, indem sie an den Plätzen ihren Sperrmüll hinstellen und hoffen, dass er gebührenfrei entfernt wird." In einigen Fällen landeten Tüten mit Plastikmüll auch neben den Containern. Pachsteffl: "Es ist sicher nicht zu viel verlangt, die Beutel länger im Auto zu lassen und dann in den Behälter zu werfen, wenn der noch Kapazitäten hat oder auch zu anderen Stellplätzen zu fahren." Er wies darauf hin, dass in Plastikabfallbehälter nur das Material gehört, das durch die jeweiligen Löcher passt. Wenn die Container voll sind, empfiehlt der AZV-Geschäftsführer einen Anruf bei der Firma Böhme, die flexibel sei und die Behälter auch einmal öfter leere.

Wichtig sei es, die Bürger dazu zu bringen, ordentlich mit dem Angebot umzugehen, was auch bei über 90 Prozent der Bevölkerung der Fall sei. Eine wichtige Aufgabe sei es, Wege zu finden, Müllsünder zu entlarven. Als Möglichkeiten kämen Videoaufnahmen infrage, Überwachung der Standorte mit Ordnungsdiensten und erhöhte Aufmerksamkeit der Bürger, die Zuwiderhandlungen der Polizei melden sollten. Tatsächlich müssen die Täter, wenn sie erwischt werden, mit Geldbußen bis zu 1000 Euro rechnen. Allein in Hof gibt es zu diesem Delikt jährlich 30 bis 40 Bußgeldverfahren.

Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen sah Pachsteffl die Einführung einer gelben Tonne, wie sie es in anderen Landkreisen gibt, eher skeptisch. "Auch dort, wo es gelbe Tonnen gibt, bringen viele Leute den Plastikabfall in den Wertstoffhof." Denn auch diese Kübel würden nicht täglich abgeholt und beanspruchten Platz. Außerdem bestehe die Gefahr, dass darin auch anderer Müll landet.

Nach dem Vortrag gab es eine Menge Wortmeldungen und Vorschläge. Fritz Sauerteig (SPD) meinte, es wäre sinnvoll, wenn Mitarbeiter der Firma Böhme bei der Abholung die Container öffneten und die daneben liegenden Säcke einwerfen würden. Helmut Birke (ÜWG/HNW) schlug vor, an den Wertstoffinseln einen Stecken vorzuhalten, mit dem man den Müll tiefer in den Behälter stopfen kann. Für Wolfgang Feilner (CSU) wäre die Aufstellung von zusätzlichen Containern oder häufigere Leerungen ein Lösungsansatz, während Karin Krügel (CSU) die Möglichkeit sah, Supermärkte zu verpflichten, auf ihrem Areal Container aufzustellen. Robert Geigenmüller (CSU) brachte die Erweiterung der Öffnungszeiten von Wertstoffhöfen ins Gespräch. Dies würde aber nach Aussage des AZV-Geschäftsführers mit enormen Kosten verbunden sein, das müssten dann wieder die Landkreisbürger bezahlen. Mehr Behälter aufzustellen, wäre durchaus möglich, sofern es die Grundstücksgröße an den von den Gemeinden ausgewählten Standorten hergibt.

Auf eine Anfrage von Bürgermeister Stefan Pöhlmann sagte Pachsteffl, es gebe vor allem im Landkreis Wunsiedel Gemeinden, die die Wertstoffinseln abgeschafft haben, aber die Situation sei dort nicht besser geworden. Es bestehe zudem die Gefahr, dass Abfall im Wald landet.

Pascal Bächer (SPD) meinte, unter Beachtung des Datenschutzes wäre eine Videoüberwachung sinnvoll. Klaus Wolfrum (SPD) sagte: "Nur strenge Kontrollen helfen." Aufrufe in der Presse, so der allgemeine Tenor, nutzen wohl eher wenig, weil jene, die ihren Müll auf nicht legale Weise entsorgen, eher aus bildungsfernen Schichten kommen und keine Zeitungen lesen.

Der Bürgermeister schlug vor, in einer weiteren Sitzung darüber zu beraten.

Autor

Werner Bußler
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Veröffentlicht am:
20. 09. 2019
19:22 Uhr

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Autor

Werner Bußler

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Veröffentlicht am:
20. 09. 2019
19:22 Uhr



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