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Sanieren oder neu bauen, das ist hier die Frage

In Helmbrechts beginnen die Planungen für die Grund- und Mittelschule. Zunächst stellt der Architekt vier mögliche Varianten vor.



Helmbrechts - Von außen betrachtet sieht das Ensemble aus Mittelschul- und Grundschulgebäude in Helmbrechts recht gut aus. Doch benötigen beide Bauten umfassende Renovierungsarbeiten. Deshalb hat die Stadtverwaltung das Architekturbüro Thies Consult in Hof mit der Untersuchung der Häuser und der Erstellung einer Sanierungsbedarfsanalyse beauftragt. Joachim Vogel stellte in der Stadtratssitzung die Ergebnisse vor und zeigte Varianten für die weiteren Planungen auf. Die Alternativen reichen von einer Generalüberholung beider Gebäude über die Teilsanierung einzelner Gebäude und den partiellen Neubau bis hin zur Errichtung neuer Häuser.

Der Fachmann stellte klar, dass Handlungsbedarf besteht, weil energetische Eigenschaften, Anforderungen an Wärme- und Brandschutz, Barrierefreiheit, aber auch haustechnische Anlagen nicht mehr den heutigen Standardanforderungen entsprechen. Vor allem die Keller befinden sich in einem "erbarmungswürdigen Zustand". Gut in Schuss sind dagegen die Aulen, die erst vor ein paar Jahren neu gestaltet wurden. Die Mängel habe man schriftlich erfasst, sagte Vogel. An einer Grafik zeigte er den Platz, der in den Gebäuden zur Verfügung steht, und die Flächen, die seitens der Regierung für Schulen vorgesehen sind, sofern Förderungen gewährt werden. Vogel erklärte: "Hier hat sich in den letzten Jahren einiges gewandelt. Die Vorschriften werden nicht mehr so rigoros wie einst gehandhabt, denn bei besonderen Unterrichtskonzepten genehmigt die Regierung auch einen Mehrbedarf an Räumen. Zudem berücksichtigt man die Ganztagesbetreuung." In der Regel gebe es Zuschüsse von 50 bis 60 Prozent der Kosten - aber nur für die langfristig wirtschaftlichste Lösung. Der Referent zeigte einige der Möglichkeiten auf. Mit geplant ist dabei eine neue Zweifachturnhalle für zusätzlich geschätzte 4,2 Millionen Euro, auf oder neben dem jetzigen Gelände.

Generalsanierung: Dabei habe man in den Häusern den bisherigen Platz weiter zur Verfügung; die Generalsanierung verlange einen hohen Aufwand und auch Orte wie die erst renovierten Aulen müssten erneut ertüchtigt werden. Außerdem könne man Dinge wie die Feuchtigkeit im Keller nicht abstellen. Die Leitungen müssten in Schuss gehalten werden und wären "ständige Baustellen". Die Kosten bezifferte Vogel auf 20,1 Millionen Euro.

Abriss und Neubau der Mittelschule und Sanierung der Grundschule: Durch einen Verbindungsbau könne man in das jeweils andere Haus gelangen. Der Vorteil: Die Mittelschule hätte mehr Raum und wäre auf dem neuesten Stand der Technik. Die Kosten: 26 Millionen Euro.

Teilabriss der Grundschule und Anbau der Mittelschule: Damit wäre eine effektive Flächennutzung gewährleistet; dies würde mit 22,7 Millionen zu Buche schlagen.

Komplettabriss und Neubau: Diese Variante käme auf Kosten von 18,4 Millionen Euro und wäre die wirtschaftlichste Variante. Dabei wären sämtliche Anforderungen an die energetischen und sicherheitstechnischen Konzepte erfüllt. Jedoch wäre die Nutzungsfläche insgesamt verringert wegen des Raumprogramms, das den erhofften Zuschüssen zugrunde liegen muss. Auch das Außengelände wäre neu zu gliedern, und eine Veränderung des städtebaulichen Bildes wäre die Folge. Bei der Realisierung dieser Variante stünden moderne Gebäude zur Verfügung, die etwa 30 Jahre nutzbar sind. Der Abriss der bestehenden Gebäude könne aber nur Stück für Stück erfolgen, da Teile der Schulen für den laufenden Betrieb und Unterricht benötigt werden. Hier gelte es, Interimsmaßnahmen ins Auge zu fassen.

In den genannten Kosten aller Varianten ist die voraussichtliche Förderung noch nicht einbezogen.

Auf eine Anfrage von Tobias Zuber (SPD) sagte der Architekt, was die Energieeinsparung betrifft, seien die Unterschiede zwischen den Varianten nicht groß, da man auch bei einer Sanierung den Neubaustandard erreiche. "Doch will man große Raumflächen erhalten, fallen auf Dauer naturgemäß mehr Betriebskosten an", ergänzte er. Bürgermeister Stefan Pöhlmann fügte an, eine Reduzierung von Platz könne sinnvoll sein; so reiche für beide Schulen eine gemeinsame Aula. Er sieht einen Neubau durchaus realistisch, auch aufgrund der zu erwartenden Zuschüsse. "Ohne Förderung zu bauen, können wir uns schlichtweg nicht leisten", stellte der Rathauschef fest. Karin Krügel (CSU) bat darum, bei den konkreten Planungen auch Lehrkräfte mit zu Rate zu ziehen. Dazu teilte Pöhlmann mit: "Die Schulleitungen sind bereits in die Planungen mit eingebunden." Robert Geigenmüller (CSU) wollte wissen, ob bei einer Lebensdauer von 30 Jahren dann erneut ein Abbruch der Gebäude drohe. Hierzu sagte Vogel, es könne in einem Zeitraum von 30 Jahren passieren, dass es für technische Ausstattungen keine oder nicht kompatible Ersatzteile mehr gibt, aber Unterhaltungsmaßnahmen seien ohnehin immer notwendig. Wolfgang Tejkl (Aktive Bürger/SPD) bat um Abwägung bei der Entwicklung der Schülerzahlen und um Beachtung, ob eventuell von Nachbargemeinden Gastschüler kommen könnten - zumal auch Schauenstein und Münchberg neue Grundschulen bauen. Hans-Christian Hölzel (CSU) erkundigte sich nach dem Zeitplan. Dies lasse sich schwer beantworten, meinte der Bürgermeister. Bei einem Neubau könnte der erste Spatenstich in zwei bis drei Jahren erfolgen.

Der leitende Beamte René Seifert fasste zusammen: In der Verwaltung habe man die Hausaufgaben erledigt, nun müsse die Regierung die einzelnen Alternativen prüfen, die wirtschaftlichste Variante ermitteln und ihren Favoriten küren. Die Aussage der zuschussgebenden Regierung von Oberfranken führe dann zur Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs.

Autor

Werner Bußler
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
08. 03. 2020
18:04 Uhr

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Werner Bußler

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08. 03. 2020
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