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Münchberg

Türchen statt Trubel

Der "Lebendige Adventskalender" in Münchberg soll Ruhe in die Zeit vor Weihnachten bringen. Das scheint seit 20 Jahren zu funktionieren.



Seit 20 Jahren gibt es in Münchberg den lebendigen Adventskalender. Die Initiatorin Elfriede Heinzel (Bildmitte) kann sich seit vier Jahren auf die Unterstützung von Brigitte Lauterbach (links) und Renate Kick verlassen. Foto: Engel
Seit 20 Jahren gibt es in Münchberg den lebendigen Adventskalender. Die Initiatorin Elfriede Heinzel (Bildmitte) kann sich seit vier Jahren auf die Unterstützung von Brigitte Lauterbach (links) und Renate Kick verlassen. Foto: Engel  

Münchberg - Seit 20 Jahren gibt es in Münchberg den Brauch des "Lebendigen Adventskalenders". Die frühere Vertrauensfrau der evangelischen Kirchengemeinde und Initiatorin Elfriede Heinzel wollte damit den Blick in der Vorweihnachtszeit auf die Zeit der Besinnung richten, als Gegengewicht zum Kommerzstress vor dem Fest. Seit 1999 treffen sich jeden Abend um 19 Uhr Menschen aller Konfessionen, die für eine halbe Stunde innehalten.

Termine

1. Dezember: Stadtkirche; 2.: OGV Schlegel, Eulenweg 1; 3.: Stadt Münchberg, Rathaus; 4.: Kolpingfamilie, Kulmbacher Str. 72; 5.: Familie Herzog, Haidbergweg 8; 6.: Evangelische Jugend, Marienstr. 13; 7.: Familie Sommermann, Hintere Höhe 51; 8.: Dorfgemeinschaft Meierhof; 9.: Dorfgemeinschaft Ahornis; 10.: Dorfgemeinschaft Querenbach; 11.: Familie Philipp, Am Thieroldsholz 37; 12.: Dorfgemeinschaft Schödlas; 13.: Familie Fraunholz, Hintere Höhe 69; 14.: Familie Holy, Waldsteinstraße 53; 15.: Familie Reihl, J.-Seb.-Bach-Straße 18; 16.: Seniorenwohnanlage Luitpoldstraße 25; 17.: Familie Kick, Mussener Weg 6; 18.: Kinderheim, Dr.-Martin-Luther-Straße 2; 19.: Familie Lauterbach, Hintere Höhe 62a; 20.: Fam. Strobel, Poppenreuth 17; 21.: Fam. Heckel, Ahornweg 7; 22.: Fam. Heim, Mechlenreuth 23a; 23.: katholische Kirche.


Auf die Idee gebracht hatten Elfriede Heinzel Verwandte aus Unterfranken. "Die haben mich ganz begeistert angerufen, dass es bei ihnen etwas ganz Neues, ganz Schönes gibt." Die Münchbergerin war neugierig geworden und überzeugte sich vor Ort. "Meine Verwandten hatten nicht übertrieben." In einem Gespräch mit dem dortigen Pfarrer ergründete sie den Sinn und die dahinter stehende Idee des lebendigen Adventskalenders.

Sie war mit dem Pfarrer auf einer Wellenlänge. Beide beklagten, dass der Rummel um das Weihnachtsfest immer größer wird, "und der hat sich in den letzten 20 Jahren verstärkt, schon ab Ende August werden in den Geschäften Weihnachtsartikel angeboten". Die ganze Beschaulichkeit sei verloren gegangen, in den Familien gebe es nur noch selten besinnliche Abende bei Kerzenlicht. "Vielen Menschen ist die Weihnachtszeit schon fast gleichgültig geworden, sie lebt nur noch in ihren Kindheitserinnerungen." Manche würden sich sogar unter Druck fühlen, ihren Liebsten teure Wünsche zu erfüllen oder zumindest an Weihnachten eine perfekte Harmonie zu zelebrieren.

Zu diesem kommerzialisierten Verkommen des Weihnachtsfestes wollte Elfriede Heinzel auch in Münchberg einen Gegenpol setzen, damit der Sinn des Festes nicht ganz und gar unter die Räder gerät. Sie suchte nach Mitstreitern, Leuten, deren Fenster zwar gut einsehbar sind, deren Häuser aber nicht direkt an stark frequentierten Straßen liegen.

"Was mir von Beginn an immer wichtig war, ist die Ökumene. Es sollten alle Glaubensrichtungen mitmachen können." Sie integrierte Kindergärten, Schulen und Altenheime, auch Geschäftstreibende und Dorfgemeinschaften stießen dazu, die ihre Schaufenster und Ortsmittelpunkte zu Adventsfenstern umgestalteten. Dabei achtete sie aber immer darauf, dass daraus kein Event mit viel Klamauk wird.

Genau nach diesem Sinn führen es auch Renate Kick von der katholischen und Brigitte Lauterbach von der evangelischen Kirchengemeinde weiter, die seit vier Jahren die Hauptarbeit leisten und die mittlerweile 82-jährige Elfriede Heinzel entlasten.

In den Vorbereitungen, die bereits im Januar oder Februar beginnen, wird festgelegt, wer an den bis zu 27 Abenden zwischen dem 1. Advent und dem 23. Dezember an welchem Tag Gastgeber ist. Fest vergeben sind das erste und das letzte Türchen. Das erste wird an der evangelischen Stadtkirche Peter und Paul im Anschluss an den Adventsmarkt, das letzte an der katholischen Pfarrkirche Zur Heiligen Familie geöffnet. Die Abende beginnen mit dem Öffnen des Fensters, das dem Thema des Tages entsprechend geschmückt ist.

Nach der Begrüßung der Hausherren werden Musikstücke vorgetragen, Lieder gesungen, es wird gebetet und das Fenster erklärt. Zum Abschluss gibt es noch meist Tee und Glühwein, Lebkuchen, selbst gebackene Plätzchen oder Christstollen.

Die Teilnehmer geben nur positive Rückmeldungen ab. Die Familien hätten an den Vorbereitungen ihren Spaß. Oft würden sich Familien zusammensetzten und an der Ausarbeitung der Themen und der Fenstergestaltung arbeiten. "Schon damit ist eigentlich ein Wunsch erfüllt, dass sich Familien wieder mehr auf die Werte des Festes besinnen."

Autor

Helmut Engel
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
14. 11. 2019
19:28 Uhr

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Autor

Helmut Engel

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Veröffentlicht am:
14. 11. 2019
19:28 Uhr



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