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Münchberg

Zirkus um den Zirkus

In Münchberg wirbt der Zirkus Afrika unerlaubt mit Plakaten für sein Gastspiel. Die Stadt hängt sie wieder ab und stellt Bauzäune auf, um den Zirkus von ihrem Grundstück fernzuhalten.



Afrikanischer Elefant
Elefant. Symbolfoto.   Foto: Kim Ludbrook/EPA » zu den Bildern

Münchberg - In Münchberg gibt es Ärger mit dem Zirkus: Am Mittwoch hat der Zirkus Afrika in der Stadt großflächig plakatiert und auf sein dortiges Gastspiel in der kommenden Woche hingewiesen. Nur: Die Stadt Münchberg hat die Plakatierung nie genehmigt. In der Folge war der städtische Bauhof gestern damit beschäftigt, die Plakate aus dem öffentlichen Raum zu entfernen. Ob ein Bußgeld droht, ließ das Ordnungsamt gestern noch offen.

Zirkusdirektor Hardy Weisheit ist über das Vorgehen der Stadt alles andere als erfreut: "Man hat uns die ganze Zeit vertröstet", sagt er. Ohnehin wolle die Stadt den Zirkus nicht dahaben und habe etwas gegen das fahrende Volk. Weil die Plakatier-Genehmigung ausgeblieben ist, habe sich der Plakatierer schließlich daran gemacht, die Werbung in Absprache mit den jeweiligen Grundbesitzern ausschließlich auf Privatgrund anzubringen. Hardy Weisheit wähnt sich mit diesem Vorgehen völlig im Recht. Aber: "Wir haben nicht an Laternenmasten oder an Geländern plakatiert. Es kann aber sein, dass es in ein, zwei Fällen zu Fehlplakatierungen gekommen ist.", sagt Hardy Weisheit. Bei der Stadt sieht man das anders: "Es waren um die 50 Plakate, die die städtischen Mitarbeiter heute abgehängt haben", sagt Pressesprecherin Bianca Langheinrich-Keim auf Anfrage. Diese Plakate hätten ganz eindeutig im öffentlichen Raum gehangen - und sind auch fotografisch dokumentiert worden. Drei Fotos liegen der Frankenpost vor. Bis zum Nachmittag waren die städtischen Mitarbeiter mit der Entfernung der Plakate beschäftigt.

In einer Pressemitteilung schreibt die Stadt vom "in den Medien angeprangerten Zirkus Afrika". Ein kurzer Blick ins Internet genügt, um zu erkennen, dass Kommunen in der Vergangenheit mehr als einmal Probleme mit dem Zirkus Afrika und seinem Direktor gehabt haben. Noch Anfang der Woche meldete "Onetz" ähnliche Verwicklungen um nicht genehmigte Plakatierungen aus dem oberpfälzischen Kemnath. In der Woche zuvor habe der Bürgermeister von Vohenstrauß selbst unerlaubte Plakate abgehängt. Darauf angesprochen werden möchte Hardy Weisheit offenbar nur ungern. Nach der wiederholten Nachfrage beendet er das Telefonat abrupt.

Zuvor bekundete er seinen Willen, in jedem Fall in Münchberg zu gastieren, nämlich vom 12. bis zum 14. September, so wie es auf den Plakaten auch angeschlagen ist. In den Nachbargemeinden Münchbergs hat der Zirkus ebenfalls fleißig Werbung angebracht.

Wie das anvisierte Münchberger Gastspiel nun aussehen wird, bleibt derweil offen. Hardy Weisheit sagt, er habe mit einem Landwirt einen Vertrag geschlossen, wonach der Zirkus auf dessen Grundstück an der Schützenstraße gastieren darf. Bürgermeister Christian Zuber gibt an, am Mittwoch mit jenem Landwirt telefoniert zu haben. "Da hieß es, dass nur abgemacht ist, dass auf dem Grundstück ein paar Ponys grasen dürfen", sagt Christian Zuber auf Anfrage. Wie auch immer die Regelung zwischen Zirkus und Landwirt nun getroffen ist, der nächste Konflikt zwischen Stadt und Zirkus ist bereits da. "Das Grundstück des Landwirtes ist nicht frei zugänglich. Es ist umgeben von städtischem Grund", sagt Christian Zuber. Wie der Landwirt ansonsten auf sein Grundstück gelange, wisse er nicht. Weil aber kein anderer Weg dorthin führe, als über den Grund der Stadt Münchberg, sei anzunehmen, dass der Landwirt eben jenen Weg wählt. Und der wäre auch für den Zirkus die einzige Möglichkeit. Die Stadt hat prompt reagiert - und ihren Grund mit Bauzäunen abgeschirmt. "Wir werden nicht dulden, dass der Zirkus das Grundstück über unseren Grund erschließt", sagt Christian Zuber. Er behält sich auch vor, die Polizei einzuschalten.

Der Zirkus Afrika um Hardy Weisheit war in der Vergangenheit übrigens nicht nur wegen Problemen mit den Behörden in die Medien geraten. Von vielen Seiten hagelte es immer wieder Vorwürfe, der Zirkus vernachlässige seine Tiere und beachte den Artenschutz nicht ausreichend. Noch im Mai diskutierte der Marktredwitzer Stadtrat die Elefanten-Dressur im Zirkus Afrika. Anlass war eine E-Mail der Tierschutzorganisation Peta. Auch eine Demonstration der V-Partei hatte stattgefunden. Von solchen Vorwürfen will Hardy Weisheit nichts wissen. "Die Tierschützer mischen sich immer überall ein."

 

Lesen Sie dazu auch: Demo vor dem Zirkuszelt

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Redaktion
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Veröffentlicht am:
05. 09. 2019
13:13 Uhr

Aktualisiert am:
05. 09. 2019
19:31 Uhr

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05. 09. 2019
13:13 Uhr

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05. 09. 2019
19:31 Uhr



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