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Auf den Flügeln der Hoffnung

Shelley Steinbach unterstützt einen Kindergarten in Südafrika. Nun hat sie Spenden aus Marlesreuth überbracht. Das Geld hilft, die Verpflegung für die Kinder sicherzustellen.



Eine fröhliche Runde: Shelley Steinbach hat die Kinder in Belgravia/Jeppestown besucht. Fotos: Privat
Eine fröhliche Runde: Shelley Steinbach hat die Kinder in Belgravia/Jeppestown besucht. Fotos: Privat   » zu den Bildern

Marlesreuth - Die Marlesreutherin, Shelley Steinbach unterstützt seit etlichen Jahren Projekte für benachteiligte Kinder in ihrer alten Heimat Südafrika. Kürzlich hat sie das Projekt "Wings of Hope" (Flügel der Hoffnung) in Belgravia/Jeppestown, ein Stadtteil von Johannesburg, besucht und konnte dort die Spendengelder aus Deutschland übergeben. Dabei hat Shelley Steinbach auch viele sehr erfreuliche Neuigkeiten aus Südafrika mitgebracht. Sie hat Paul Horn getroffen, den Direktor der "Kgosi Neighbourhood Foundation", unter deren Federführung das Projekt "Wings of Hope" angesiedelt ist. Horn war überwältigt über die Spende aus Deutschland und der Schweiz.

Man muss erwähnen, dass der Kindergarten keine staatlichen Fördermittel erhält, die Einrichtung muss sich aus eigenen Mitteln finanzieren. Zwar sind die Klassenzimmer ordentlich ausgestattet, aber die Verpflegung muss selbst organisiert werden. In der Einrichtung wird großer Wert darauf gelegt, dass die Kinder ordentliches Essen bekommen, angefangen beim Frühstück, über einen Obst-Snack am Vormittag, bis hin zum Mittagessen. Nachmittags gibt es dann noch einen Snack, ebenfalls aus Obst. Für manche der Kinder ist das Essen in der Einrichtung die einzige richtige Mahlzeit, das sie am Tag erhalten, weil ihre Eltern so arm sind, dass sie sich kein ordentliches Essen leisten können.

Es kommen zwar auch Spenden aus Südafrika, aber sie fließen recht sporadisch. Die aktuelle Spende aus Deutschland hilft, das Schulessen für das nächste halbe Jahr sicherzustellen. Auf der Website www.knf.org.za news/entry/shelley-steinbach-visits-knf sind die Spender nachzulesen, hier kann man auch mehr Informationen über die Organisation erhalten.

Shelley Steinbach hat auch ein Foto der Englisch-Gruppe des Marlesreuther Kindergartens mit nach Südafrika genommen. Dabei wurde die Idee einer Partnerschaft der beiden Einrichtungen in Marlesreuth und Belgravia/Jeppestown geboren. Demnächst werden die beiden Kindergärten auch direkt Kontakt über "Skype" aufnehmen, sodass die südafrikanischen Kinder sich mit ihren Freunden aus Marlesreuth auch über die große Entfernung hinweg direkt miteinander unterhalten können.

Zusammen mit der Schulleiterin Babalwa Mfebe hat Shelley Steinbach die verschiedenen Klassen in Belgravia/Jeppestown besucht. Babalwa Mfebe erzählte, dass die "Grade R’s", das sind die Vorschulkinder der Klassen 1 bis 3, vom Bildungsministerium eingeladen wurden, um an einem wissenschaftlichen Wettbewerb zum Thema Vulkane teilzunehmen. Dabei waren diese Kinder die einzigen, die keine große Schule mit ihren ganzen Möglichkeiten hinter sich haben. Sie präsentierten ihr Projekt als Wissenschaftler verkleidet, mit weißen Kitteln und "Forscherbrillen", also richtig professionell. Nach drei Tagen erhielt Babalwa Mfebe einen Anruf aus dem Bildungsministerium, dass ihre Klasse den Wettbewerb gewonnen hat. Für diese Leistung bekamen die Kinder ein Zertifikat.

Im Laufe der Gespräche mit Paul Horn und Babalwa Mfebe erfuhr Shelly Steinbach auch noch einige interessante Einzelheiten über den Alltag in Südafrika. So müssen die Eltern die Kinder persönlich in die Einrichtung bringen und dort abholen, was vom Schulleiter stets in Listen eingetragen wird. Denn die Wege in die Vorschule in Belgravia/Jeppestown sind sehr unsicher. Wegen der vielen unterschiedlichen ethnischen Gruppen, die teilweise untereinander nicht das beste Verhältnis haben, fühlen sich manche Kinder sogar mit erwachsener Begleitung auf dem Schulweg nicht sicher. Ausländerfeindlichkeit gegenüber Menschen, die aus Simbabwe oder Malawi kommen, ist hier weitverbreitet.

In der Vorschule sind Kinder, die aus vielen verschiedenen Landstrichen kommen, zusammen. Ein pädagogischer Grundsatz lautet: Es ist egal, woher man kommt, alle sind eins, letztendlich sind wir alle Menschen.

Auch hier leistet "Wings of Hope" einen großen Anteil für gegenseitiges Verständnis und Respekt. Das ist auch für manche Eltern eine wichtige Lektion in ihrem Leben.

Auch von Peter Mudzwari, dem Hausmeister, hat Shelley Steinbach Erfreuliches erfahren. Der Gemüsegarten gedeiht prächtig, der Renner unter den Kindern ist Spinat. Sie können gar nicht genug davon bekommen. Peter, der arbeitslos war, bevor er hier eine Anstellung gefunden hatte, wacht über sein Reich mit Argusaugen und kümmert sich liebevoll um den Garten und die Gebäude. Er hat auch eine Nachricht für die Menschen in Deutschland: "Das Leben ist schwer, aber du musst nur beten, und Gott kommt und wird dir etwas Kleines geben. Wenn du dieses Kleine nimmst und damit arbeitest, dann wird es wachsen, schau mal, was mit mir passiert ist."

Shelley Steinbach war überwältigt, von der Dankbarkeit von Babalwa Mfebe und allen, die mit den Kindern in der Einrichtung "Wings of Hope" arbeiten. Zum Abschied überreichte sie an die Schulleiterin eine heimische Spezialität, einen Stollen von der Bäckerei Sommermann aus Lippertsgrün.

Autor

Michael Spindler
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
15. 04. 2019
18:56 Uhr

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Michael Spindler

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15. 04. 2019
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