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Naila

Bilder von damals und von heute

Alte und aktuelle Fotos von Naila hat Reinhard Feldrapp für sein neues Buch zusammengestellt. Auch Aufnahmen seines Vaters sind dabei.



Sie freuen sich über das neue Buch über Naila (von links): Museumsleiter Wolfgang Brügel, Bürgermeister Frank Stumpf, Fotograf Reinhard Feldrapp und Roderick McInnes - er hat die Bildtexte des Bildbandes ins Englische übersetzt. Foto: Faltenbacher
Sie freuen sich über das neue Buch über Naila (von links): Museumsleiter Wolfgang Brügel, Bürgermeister Frank Stumpf, Fotograf Reinhard Feldrapp und Roderick McInnes - er hat die Bildtexte des Bildbandes ins Englische übersetzt. Foto: Faltenbacher  

Naila - Der Name Feldrapp ist in Naila mit dem Thema Fotografie seit Jahrzehnten intensiv verbunden. Willi Feldrapp hatte in den 1950er-, 60er- oder 70er-Jahren gefühlt jeden Nailaer schon einmal vor der Linse: Neben seiner Passion für Landschaft lichtete er auch die Menschen der Region ab. Sohn Reinhard Feldrapp ist in den 1970er-Jahren in die Fußstapfen seines Vaters getreten. Seitdem liefert er als anerkannter Stadt- und Frankenwald-Fotograf Zeitdokumente, die die Geschichte der Stadt in allen Facetten beleuchten - so auch in seinem neuen Buch mit dem Titel "Die Stadt Naila".

Feldrapp stellte den Bildband im Rahmen der Eröffnung der Weihnachts- und Bilderausstellung "Nostalgische Reise in die Welt des Spielzeugs" im Nailaer Museum vor. Er ließ die Besucher an einer fotografischen Reise durch die Stadt und ihre Ortsteile in den vergangenen 100 Jahren teilhaben. Der einheimische Betrachter fühlt sich in die Vergangenheit zurückversetzt - sieht er doch oft schon vergessene Szenen einer wachsenden Kleinstadt zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs ebenso wie aktuelle Aufnahmen. "Gerade mit Blick auf die Feier zur ersten urkundlichen Erwähnung der Stadt vor 675 Jahren und die Verleihung der Stadtrechte vor 200 Jahren habe ich in diesem Buch auf die Zeit bis zu meiner Kindheit zurückgeblickt und sehr viel Persönliches darin verpackt", betonte der 66-jährige Fotograf. Die Bildtexte sind auch in Englisch zu lesen. Der seit vielen Jahren in Naila lebende Schotte Roderick MacInnes hat sie als zugereister Liebhaber des Frankenwalds übersetzt.

Feldrapp hat für seinen Bildband den großen Fundus aus der Bilderwelt seines Vaters nach sehenswerten Aufnahmen durchforstet und dazu zahlreiche eigene Panoramabilder und Momentaufnahmen ausgewählt. In seinem Buch zeigt der Fograf Aufnahmen von veränderten Landschaften, markanten Bauwerken, der Entwicklung von Schulen und öffentlichen Einrichtungen ebenso wie Einblicke in eine veränderte Wirtschaftslandschaft. Er zeigt Bilder aus den 1960er-Jahren, als die Culmitz offen von West nach Ost durch das Stadtzentrum floss, ehe er am Bahnhof in die Selbitz mündet. Heute ist von diesem offenen Gewässer nichts mehr zu sehen, der Bach fließt unter den Straßen. Viele könnten sich vorstellen, das Bachbett wieder zu öffnen und den Bachlauf wieder sichtbar zu machen.

Sehenswerte Aufnahmen des bunten Markttreibens und der Festumzüge zu den Wiesenfesten sind im Bildband ebenso zu sehen wie alte Aufnahmen einstiger Wirtschaftsunternehmen aus der Schuh- und Textilindustrie oder von der Arbeit der damals ansässigen drei Brauereien. Die Entwicklung der städtischen Schulen hat Feldrapp ebenso im Bild festgehalten wie den aktuellen Bau der neuen Klinik. Er zeigt bei seinem Streifzug durch das Zentrum der Stadt den ursprünglichen Luitpoldbrunnen am Marktplatz und den aktuellen Hochzeitsbrunnen, der das mächtige Bauwerk seit 1981 ersetzt. Damals wie heute ist der Nailaer Wochenmarkt ein wichtiger Treffpunkt im gesellschaftlichen Leben - Feldrapp hat den regen Handel fotografiert, damals und heute. Das ehemalige Landratsamt der Kreisstadt Naila bildet den Übergang vom Marktplatz zum früher stark belebten Anger.

Auch einen Wärschtlamoo, wie in Hof, hatten die Nailaer einst. Auf einem Schwarzweiß-Foto aus der Zeit um 1920 hat Feldrapp Senior Andreas Kuchenreuther mit seinem Semmelkorb und dem tragbaren Wärschtla-Kessel festgehalten.

Feldrapps Buch erinnert daran, dass Naila 1966 Garnisonsstadt wurde, an das neue Freibad im Jahr 1969, das die Flussbadeanstalt aus dem Jahr 1911 ablöste, und das Apollo-Lichtspielhaus, das Ende der 1970er zur Diskothek umgebaut wurde.

Der Bildband ist für alte Nailaer ebenso interessant wie für Neu- oder Jungbürger, die wissen wollen, wie sich ihre Heimatstadt in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat.

In einem Fernseh-Portrait hat der Bayerische Rundfunk Feldrapp als das "Auge des Frankenwalds" bezeichnet - dieser Eigenschaft wird der Fotograf mit seinem neuen Bildband gerecht. Für den Blick in die Geschichte Nailas auf 205 Seiten mit mehr als 320 hochwertigen Fotos sind 30 Euro ein angemessener Preis.

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Lothar Faltenbacher

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Veröffentlicht am:
27. 11. 2018
19:24 Uhr

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Lothar Faltenbacher

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27. 11. 2018
19:24 Uhr



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