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Naila

"Pflegekräfte sind Elite des Landes"

Hermann Imhof, Pflegebeauftragter der Staatsregierung, besucht das Klinikum Naila. Ein Thema sind die hohen Investitionen im Landkreis.



Krankenpflegerinnen und -pfleger müssen auch zupacken können: "Man muss die hervorragenden Leistungen dieses Berufs benennen", meint Hermann Imhof, Beauftragter der Staatsregierung.
Krankenpflegerinnen und -pfleger müssen auch zupacken können: "Man muss die hervorragenden Leistungen dieses Berufs benennen", meint Hermann Imhof, Beauftragter der Staatsregierung.  

Landkreis/Naila/Münchberg - Die ärztliche Versorgung und Pflege ist eines der Mega-Themen der Gegenwart und vor allem der Zukunft. Mit dem Patienten- und Pflegebeauftragten der bayerischen Staatsregierung, Hermann Imhof, hat deshalb Landtagsabgeordneter Alexander König das Klinikum Naila besucht. Er bot anschließend, wie es in einer Mitteilung heißt, mehr als 30 Führungskräften aus dem regionalen Pflegebereich eine Gesprächsplattform, um Probleme offen anzusprechen.

Hermann Dederl, Leiter der Kliniken Hochfranken in Münchberg und Naila, stellte Imhof die beiden Krankenhäuser vor. Diese seien sehr gut ausgelastet und in der Region anerkannt. Als kommunales Unternehmen könne man gut wirtschaften, wenngleich immer neue Vorgaben und Abrechnungsmodelle Kostensteigerungen in Millionenhöhe verursachten, die nur durch Wachstum, Spezialisierung und Attraktivitätssteigerung kompensiert werden könnten. "Beide Häuser platzen aus allen Nähten." Daher wurde bereits in Naila mit einem Neubau begonnen, der anschließend besichtigt wurde. Eine gesamte Sanierung und Umstrukturierung steht in den kommenden Jahren bis 2023 an. Mit Kosten in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrags wird gerechnet. Dieser könne in hohem Maße durch Fördermittel mitfinanziert werden, sagte Dederl. "Das gibt den lokalen Akteuren viel Sicherheit in ihrer Arbeit." Und auch der enorme Flächenbedarf der Klinik in Münchberg solle in den nächsten Jahren durch große Bauprojekte gedeckt werden.

Imhof erkundigte sich nach den Mitarbeitern. "Eine gute Bezahlung und Gleichbehandlung sowie Transparenz, Wertschätzung und Anerkennung sind in der Pflege unerlässlich für die Mitarbeiter. Den drohenden Fachkräftemangel bei Ärzten und Pflegepersonal kann man nicht ernst genug nehmen", verdeutlichte der Pflegebeauftragte. Ein großes Plus sei die örtliche Krankenpflegeschule, die die Pflegedienstleiterin Angelika Pietsch als "Schatzkästchen" bezeichnete. Durch die selbst ausgebildeten Fachkräfte könne momentan der Bedarf gedeckt werden.

Kritischer sieht es bei den Ärzten aus. Hier habe man einen sehr hohen Anteil an kompetenten Kollegen, deren Muttersprache aber nicht Deutsch ist; die Kommunikation falle in manchen Fällen schwer. Ein Gesprächsteilnehmer bezeichnete den Numerus Clausus als Auswahlkriterium für wenig erfolgversprechend, um den ländlichen Raum mit genug Ärzten versorgen zu können.

Über die Aussichten und Bedingungen der Pflege diskutierten anschließend Einrichtungs- und Pflegeleitungen aus Stadt und Landkreis Hof mit Alexander König und Hermann Imhof im Seniorenstift Martinsberg. Imhof bezeichnete in seinem Vortrag die Pflegekräfte als "Elite des Landes" und appellierte an eine stärkere Wertschätzung dieser Berufe in der Gesellschaft. Man dürfe nicht nur über die Defizite sprechen, sondern müsse auch die hervorragenden Leistungen und die positive Seiten dieses Berufs benennen. Die bayerische Personalbemessung sei die beste in Deutschland. Eine weitere Verbesserung der Personalschlüssel wäre dennoch wichtig. Zudem forderten die anwesenden Pflegekräfte deutliche Erleichterungen bei der Dokumentation durch digitaler Hilfsmittel. Dann hätte man wieder mehr Zeit für die Menschen selbst. Imhof setzt sich auch für eine Weiterentwicklung der Pflegeversicherung und die bessere Unterstützung pflegender Angehöriger ein.

Karl Bayer, Leiter des Diakoniewerkes Martinsberg und Seniorenbeauftragter des Landkreises, schlug in die gleiche Kerbe: "Rahmenbedingungen in der Pflege müssen weiter verbessert werden. In den Kommunen sollte eine noch intensivere bedarfsgerechte Beratung durch Fachstellen oder Pflegestützpunkten erfolgen."

König fasste zusammen: "Pflege ist viel mehr als Versorgung, sie gibt auch menschliche Wärme. Dafür müssen wir unseren Pflegekräften mehr Zeit einräumen, was wiederum mehr Geld kosten wird, das gut angelegt ist."

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Veröffentlicht am:
28. 12. 2017
18:39 Uhr

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28. 12. 2017
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