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Schauenstein meistert Weg aus der Schuldenfalle

Viele Projekte gehen zügig voran. Diesen Eindruck gewinnen die Besucher der Bürgerversammlung. Das Zahlenwerk des Bürgermeisters zur finanziellen Lage stimmt optimistisch.



Im Schauensteiner Rathaus geht die "Schulden-Uhr" seit Jahren rückwärts. Nach dem Abgleich der Einwohnerzahlen mit dem Statistischen Bundesamt auf Grundlage des Zensus 2011 war der Höchststand der Pro-Kopf-Verschuldung im Jahr 2007. Mit 745 Euro erreicht die Stadt heuer ein Langzeit-Tief.	Foto: Werner Rost / Grafik: Rainer Schmidt
Im Schauensteiner Rathaus geht die "Schulden-Uhr" seit Jahren rückwärts. Nach dem Abgleich der Einwohnerzahlen mit dem Statistischen Bundesamt auf Grundlage des Zensus 2011 war der Höchststand der Pro-Kopf-Verschuldung im Jahr 2007. Mit 745 Euro erreicht die Stadt heuer ein Langzeit-Tief. Foto: Werner Rost / Grafik: Rainer Schmidt  

Schauenstein - Erstmals hat eine Schauensteiner Bürgerversammlung im Saal des sanierten Schauensteiner Schlosses stattgefunden. Bürgermeister Peter Geiser ging in seinem 70-minütigen Vortrag mit projizierten Fotos, Grafiken und Tabellen auf alle Belange der Stadt ein. 65 Bürger, zehn Stadträte und vier Verwaltungsangestellte verfolgten die Rück- und Ausblicke des Rathaus-Chefs.

Erwartungsgemäß ging Geiser auf die veränderte Finanzlage der Stadt nach der Gewährung einer Bedarfszuweisung und Stabilisierungshilfe in Gesamthöhe von einer Million Euro durch den bayerischen Finanzminister Markus Söder ein. Dabei sind nach Geisers Worten nur drei Tage zwischen der Überreichung des Förderbescheids am 24. November durch Söder in Nürnberg und dem Eingang des Geldes vergangen.

"Damit werden wir am 29. Dezember eine Sondertilgung in Höhe von rund 724 000 Euro leisten", kündigte Geiser an. Auch der laufende Haushalt werde entlastet. "Auf die geplante Darlehensaufnahme konnten wir in diesem Jahr komplett verzichten", freute sich der Bürgermeister. Stolz präsentierte er den kontinuierlichen Rückgang der Pro-Kopf-Verschuldung seit seinem Amtsantritt im Jahr 2011. "Die Pro-Kopf-Verschuldung wird zum Jahresende nur noch 745 Euro betragen", betonte der Bürgermeister. Damit liege Schauenstein nur noch geringfügig über der durchschnittlichen Pro-Kopf-Verschuldung von 599 Euro von vergleichbaren Gemeinden.

Wie Geiser im Gespräch mit der Frankenpost erläuterte, hat Schauenstein keine ausgelagerten Betriebe, wie den Bauhof oder die Wasserversorgung, um Defizite aus dem Haushalt zu bringen. Somit sei die Pro-Kopf-Verschuldung für Schauenstein nicht geschönt, sondern entspreche der tatsächlichen Schuldenlast.

Im weiteren Verlauf der Bürgerversammlung bezifferte Geiser die Bedarfszuweisungen für Gewerbesteuerausfälle seit 2011 und die seit 2014 gewährte Stabilisierungshilfe auf insgesamt 2,8 Millionen Euro. Bei den Gewerbesteuereinnahmen im laufenden Jahr bedauerte Geiser einen Rückgang um 121 000 Euro auf 316 000 Euro. Bei den Schlüsselzuweisungen reduziere sich die Einnahme um 64 000 Euro auf 705 000 Euro. Bei der Einkommensteuerbeteiligung erhalte die Stadt mit 866 000 Euro im Vergleich zum Vorjahr 52 000 Euro mehr. Den Verwaltungshaushalt, also die städtischen Pflichtaufgaben, bezifferte Geiser für 2017 auf 3,4 Millionen Euro, den Vermögenshaushalt auf rund zwei Millionen Euro.

Wie aus Geisers Tabellen hervorgeht, haben sich die Einwohnerzahlen seit dem Jahr 2011 um 130 Einwohner auf 2024 verringert. Dabei hat sich der Abwärtstrend in den vergangenen Jahren verlangsamt. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Stadt nur noch zehn Einwohner verloren. Aufgeteilt nach den Ortsteilen ergibt sich ein leichtes Plus für Schauenstein, Neudorf und Uschertsgrün und ein Minus für Volkmannsgrün, Windischengrün und Haidengrün.

Die Schülerzahlen der Verbandschule mit den Klassenstufen eins bis vier bezifferte Geiser auf 79 im laufenden Schuljahr, 80 Schüler im nächsten Jahr und 87 im Schuljahr 2019/2020. Mit den Schülern aus Schauenstein und Leupoldsgrün sei der Erhalt der Schule gesichert. Als vollen Erfolg bewertet der Bürgermeister die offene Ganztagesschule, in der zurzeit 37 Schüler ein vielfältiges Angebot nutzen können, darunter auch ein musisches und sportliches Freizeitprogramm.

Die Sanierung des Schulgebäudes samt Turnhalle hob Geiser als Schwerpunkt der künftigen Investitionen hervor. Schauenstein erhalte für das Fünf-Millionen-Euro-Projekt bis zu 90 Prozent Zuschüsse aus den Förderprogrammen FAG und KIP. Die Arbeiten für die energetische Sanierung, die barrierefreie Erschließung und Anbauten seien auf mehrere Jahre verteilt geplant. Noch keinen Zeitplan nannte Geiser für die gewünschte Neugestaltung des Areals um die Kirche und um das Schloss bis zum Wiesenfestplatz, der künftig multifunktionell auch als Wohnmobilstellplatz mit einer elektrischen Ladestation genutzt werden soll.

Bereits für das erste Quartal 2018 kündigte Geiser den Abriss des "Blauen Hauses" an der Engstelle Hochstraße 2 und der Industriebrache "IWS Schauenstein" an. Unzufrieden zeigte sich der Bürgermeister über die Verzögerungen beim Breitbandausbau. Für die Fertigstellung sei nun abermals ein späterer Termin in Aussicht gestellt worden, diesmal für Februar 2018. "Bevor diese Arbeiten abgeschlossen sind, haben wir vom Bund bereits weitere 50 000 Euro erhalten, um Planungen für ein noch schnelleren Internet in Auftrag geben zu können", gab der Bürgermeister bekannt.

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Werner Rost
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Veröffentlicht am:
01. 12. 2017
00:00 Uhr

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01. 12. 2017
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