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Länderspiegel

Bayern startet Bündnis für Pflege-Fachkräfte

Die Gesundheitsministerin setzt auf eine Imagekampagne und eine modernere Ausbildung in der Pflege. Zudem sollen 400 weitere Niederlassungsmöglichkeiten für Ärzte entstehen.



München - Die Staatsregierung will zusätzliche Arbeitskräfte in der Altenpflege gewinnen. "Es treibt uns um, in der Zukunft ausreichend Pflegekräfte zur Verfügung zu haben", erklärte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) nach einer Kabinettssitzung in München. Derzeit sind in Bayern rund 160 000 Personen in der Langzeitpflege beschäftigt, davon aber nur knapp ein Drittel in Vollzeit. Der künftige Bedarf an Pflegekräften wird gerade im Rahmen einer Studie ermittelt, die im Sommer 2020 vorliegen soll. Experten sehen allein in Bayern eine Lücke von mehreren Tausend Pflegekräften. Aktuell leben im Freistaat rund 400 000 Pflegebedürftige, der größere Teil von ihnen wird zu Hause betreut.

Auf Vorschlag Humls beschloss die Staatsregierung, ein "Bündnis für Fachkräftenachwuchs" in der Pflege ins Leben zu rufen, außerdem soll eine Imagekampagne für Pflegeberufe gestartet werden. Große Hoffnungen setzte Huml zudem in die geplante Modernisierung der Ausbildungsinhalte. Diese sollen "generalistisch" ausgestaltet werden - also die Berufsfelder der Alten-, der Kranken- und der Kinderpflege umfassen - und praxisbezogener werden. Zudem setzt sich die Staatsregierung für eine bessere Bezahlung von Pflegekräften und die Bereitstellung bezahlbaren Wohnraums ein.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Staatsregierung die Einführung einer Pflegeplatzgarantie bis 2023, die Schaffung von jährlich 1000 Pflegeplätzen sowie die Förderung der Kurzzeitpflege beschlossen. Für die Pflegeplatzgarantie, die Huml als "dickes Brett" bezeichnete, würden gerade die Vorbereitungen getroffen. "Bei der Schaffung zusätzlicher Pflegeplätze gibt es noch Luft nach oben", sagte Huml. Als Erfolg bezeichnete sie das neue Pflegegeld von 1000 Euro je Pflegebedürftigen und Jahr. Bisher seien mehr als 360 000 positive Bescheide ergangen.

Im Gesundheitsausschuss des Landtags teilte Huml anschließend mit, dass nach einer neuen Bedarfsberechnung des Bundes in Bayern knapp 400 zusätzliche Niederlassungsmöglichkeiten für Ärzte entstehen könnten. Rund 140 beträfen Haus- und Allgemeinärzte, etwa 80 Kinderärzte. Damit sollen vor allem von Unterversorgung bedrohte Regionen besser bedient werden. Huml verwies darauf, dass der Freistaat inzwischen 555 Förderzusagen für die Übernahme von Landarztpraxen und 222 Stipendien für Medizinstudenten gewährt habe, die sich verpflichtet hatten, mindestens zehn Jahre auf dem Land zu praktizieren. Von 2020 an werde zudem die Landarztquote von landesweit 5,8 Prozent für Medizinstudienplätze greifen. Positiv bewerte Huml zudem die neue finanzielle Unterstützung für Hebammen und kleine Geburtsstationen in Landkrankenhäusern. Die Förderprogramme würden stark in Anspruch genommen und führten so zur Stabilisierung der Geburtshilfe gerade in ländlichen Regionen.

Foto: Peter Kneffel/dpa

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Jürgen Umlauft
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Veröffentlicht am:
24. 09. 2019
20:36 Uhr

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Autor

Jürgen Umlauft

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Veröffentlicht am:
24. 09. 2019
20:36 Uhr



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