Topthemen: Fall Peggy KnoblochHofer Kaufhof wird HotelNeue B15-AmpelHilfe für NachbarnStromtrasse durch die RegionGerch

Länderspiegel

DNA-Spur

Der Fall Peggy erreicht den NSU-Prozess

Die DNA-Spur von Uwe Böhnhardt am Fundort der Leiche hat mächtig Wirbel gemacht. Nun will ein Opferanwalt das Thema in die Verhandlung in München einbringen.



2001 verschwand die kleine Peggy zunächst spurlos. Nun könnte der ungelöste Mordfall den NSU-Prozess durcheinanderwirbeln.
2001 verschwand die kleine Peggy zunächst spurlos. Nun könnte der ungelöste Mordfall den NSU-Prozess durcheinanderwirbeln.   Foto: David Ebener

München - Die brisante DNA-Spur des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt am Fundort der 2001 verschwundenen Peggy dürfte am heutigen Mittwoch auch den Münchner NSU-Prozess durcheinanderwirblen. Opferanwalt Mehmet Daimagüler kündigte vor dem Verhandlungstag vor dem Oberlandesgericht München einen Antrag zu dem Komplex an. Einzelheiten wurden dazu zunächst nicht bekannt.

Mitte Oktober war bekanntgeworden, dass am Fundort von Peggys Leiche in einem Wald an der bayerisch-thüringischen Grenze eine DNA-Spur Böhnhardts entdeckt worden war (wir berichteten). Ein möglicher Zusammenhang zwischen den beiden großen Kriminalitätsfällen hatte auch in der Politik Entsetzen ausgelöst.

Als Zeuge ist am Mittwoch ein ehemaliger Berliner Wachpolizist geladen. Er will im Mai 2000 die Hauptangeklagte Beate Zschäpe zusammen mit Uwe Mundlos in einem Café unmittelbar an der größten Synagoge Deutschlands im Stadtteil Prenzlauer Berg gesehen haben. Das Gericht hat den Mann auf Antrag des Nebenklage-Anwalts Yavuz Narin geladen. Narin hatte seinen Antrag damit begründet, Zschäpe und Mundlos könnten ein Anschlagsziel des "Nationalsozialistischen Untergrunds" ausgespäht haben.

Nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft haben Mundlos und das dritte mutmaßliche Mitglied des NSU, Uwe Böhnhardt, zehn Menschen aus überwiegend fremdenfeindlichen Motiven ermordet. Zschäpe soll bei keiner Tat direkt beteiligt gewesen sein, sie habe aber im Hintergrund gewirkt und möglicherweise Anschläge mitgeplant.

Der Wachmann hatte seine Beobachtung bereits am nächsten Tag in einer Polizeivernehmung geschildert. Demnach sei ihm eine schwarzhaarige Frau rechts von der Eingangstür aufgefallen. Mit ihr am Tisch hätten eine weitere Frau mit zwei Kindern und zwei Männer gesessen. Als einen der Männer habe er Mundlos erkannt. Die vier seien mit einem Stadtplan oder einer Landkarte beschäftigt gewesen. Am Abend nach seiner Beobachtung habe er zu Hause im Fernsehen die MDR-Sendung "Kripo live" gesehen, in der eine Fahndung nach dem NSU-Trio lief. Auf eingeblendeten Fotos habe er Zschäpe und Mundlos wiedererkannt und sofort das Landeskriminalamt Thüringen angerufen. Zwar habe Mundlos in dem Café - anders als auf dem Fahndungsfoto - einen Kinnbart getragen, er sei sich aber trotzdem sicher gewesen.

Vier Monate später, am 9. September 2000, sollen Mundlos und Böhnhardt in Nürnberg ihren ersten Mord verübt haben. Die Fahndung nach dem NSU-Trio blieb bis zum Schluss erfolglos. Erst im November 2011 flog der NSU auf, als sich Mundlos und Böhnhardt nach einem gescheiterten Bankraub in Eisenach das Leben nahmen.

Autor

Redaktion
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
26. 10. 2016
00:00 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Fall Peggy
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Mordfall Peggy

Aktualisiert am 14.01.2019

Fall Peggy: Staatsanwaltschaft legt Beschwerde ein

Im Mordfall Peggy hat die Staatsanwaltschaft Bayreuth ihre Ankündigung nun wahr gemacht und Beschwerde gegen die Freilassung des Tatverdächtigen eingelegt. » mehr

Dem bekannten Gutachter Hans-Ludwig Kröber, hier während des zweiten Ulvi-Prozesses im Sitzungssaal des Bayreuther Landgerichtes, droht nun eine Schadenersatzklage der Ulvi-Unterstützer. Foto: David Ebener/dpa

08.01.2019

Klage gegen Ulvis Gutachter

Ulvi-Unterstützer wollen von Hans-Ludwig Kröber 350 000 Euro Schadenersatz. Auch eine Klage gegen einen Rechtsanwalt wird erwogen. » mehr

Mordfall Peggy

02.01.2019

Staatsanwaltschaft prüft weiterhin Beschwerde im Fall Peggy

Im Fall der ermordeten kleinen Peggy prüft die Staatsanwaltschaft immer noch, ob sie Beschwerde gegen die Freilassung des Tatverdächtigen einlegen wird. » mehr

Grabstein Peggy

27.12.2018

Mordfall Peggy – Ermittler prüfen Beschwerde

Legt die Staatsanwaltschaft gegen die Freilassung des Verdächtigen Einspruch ein? Das Gericht erklärt derweil, warum der Mann wieder auf freiem Fuß ist. » mehr

Fall Peggy

25.12.2018

Fall Peggy: Ermittler prüfen Beschwerde gegen Freilassung

Wie geht es weiter im Fall Peggy? Nach der Entlassung des 41 Jahre alten Tatverdächtigen aus der U-Haft, prüfen die Ermittler nun, gegen die Entscheidung des Gerichts Rechtsmittel einzulegen. » mehr

Mordfall Peggy

Aktualisiert am 24.12.2018

Fall Peggy: Tatverdächtiger aus U-Haft entlassen

Im Mordfall Peggy ist der 41-jährige Tatverdächtige wieder auf freiem Fuß. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Montag berichten, hat das Amtsgericht Bayreuth erlassenen Haftbefehl wieder aufgehoben. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Verkehrsunfall in Konradsreuth Konradsreuth

Unfall in Konradsreuth | 15.01.2019 Konradsreuth
» 5 Bilder ansehen

90er-Party in Schwingen Schwingen

90er-Party in Schwingen | 12.01.2019 Schwingen
» 66 Bilder ansehen

U17-Kreismeisterschaft |
» 137 Bilder ansehen

Autor

Redaktion

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
26. 10. 2016
00:00 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".