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Länderspiegel

Diabetes ist vor allem in Nordbayern weit verbreitet

Im Kreis Hof sind 12,4 Prozent der Menschen zuckerkrank - in Starnberg 5,3 Prozent. Das liegt an der Altersstruktur, sagen Experten. Aber auch an der wirtschaftlichen Lage der Region.



Diabetes
Auch nach jahrelanger Erkrankung sollten Diabetiker bei der Behandlung gründlich bleiben. So ist es etwa ratsam, die Injektionsstelle regelmäßig zu wechseln.   Foto: Rolf Vennenbernd

München - Die Menschen in Bayern erkranken seltener an der Zuckerkrankheit als der Bevölkerungsdurchschnitt. Allerdings gibt es innerhalb des Freistaats ein klares Süd-Nord-Gefälle und auch beträchtliche Unterschiede zwischen Stadt und Land. Das ist das Ergebnis einer Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido), die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Danach leiden 7,9 Prozent der Einwohner Bayerns am sogenannten "Alterszucker", Diabetes mellitus Typ 2. Bundesweit liegt der Anteil bei 8,6 Prozent.

München ist nach den Daten unter den deutschen Großstädten die Metropole mit den günstigsten Diabetes-Zahlen, der Anteil liegt bei sechs Prozent. Innerhalb Bayerns schneidet der oberbayerische Landkreis Starnberg mit 5,3 Prozent am besten ab. Am schlechtesten steht der oberfränkische Kreis Hof da, mit einem Diabetiker-Anteil von 12,4 Prozent.

Ein Grund für die Unterschiede liege in der Altersstruktur, erklärte Steffen Hilfer, der als ärztlicher Berater bei der AOK Bayern arbeitet. Denn mit höherem Alter nimmt das Diabetes-Risiko zu.

Aber auch wenn man diesen Einfluss herausrechne, liege der Anteil der Diabetiker etwa in der Stadt und im Kreis Hof doppelt so hoch wie im Landkreis Starnberg, sagte Hilfer. Insgesamt ist Diabetes in Franken und Ostbayern spürbar weiter verbreitet als in Oberbayern und Schwaben. Auch die wirtschaftliche Lage spiele eine Rolle. "Wo die Arbeitslosigkeit höher ist und die Menschen weniger Geld haben, sind auch ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel ein größeres Problem als in reicheren Gegenden", sagte Hilfer.

"Ein Auslöser für Diabetes Typ 2 ist auf alle Fälle Übergewicht", sagt Dr. Steffen Mühldorfer, Leiter des Diabeteszentrums am Klinikum Bayreuth. Auch genetische Aspekte könnten eine Rolle spielen. "Ich halte es aber eher für unwahrscheinlich, dass die Genetik in Nord- und Südbayern so ungleich verteilt ist." Deshalb geht Mühldorfer davon aus, dass in Nordbayern insgesamt mehr übergewichtige Menschen leben. "Vermehrtes Bauchfett hat einen direkten Einfluss auf die Wirkung von Insulin", erklärt der Chefarzt für Gastroenterologie. Zellen von dicken Menschen würden unempfindlicher für die Wirkung von Insulin. Das bedeute, dass deren Insulinbedarf steigt.

Autor

Nikolaus Nützel, Sina Rees
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Veröffentlicht am:
06. 11. 2019
19:56 Uhr

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Nikolaus Nützel, Sina Rees

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Veröffentlicht am:
06. 11. 2019
19:56 Uhr



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