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Kondrauer produziert bald in Naila

Das Mineralwasser kommt ab 2020 aus Hochfranken. Die Mineral- und Heilbrunnen GmbH verlagert ihre komplette Produktion und Innenlogistik - aber warum eigentlich?



Unzählige Flaschen Kondrauer-Mineralwasser - bald werden diese in Naila produziert. Foto: Norbert Grüner
Unzählige Flaschen Kondrauer-Mineralwasser - bald werden diese in Naila produziert. Foto: Norbert Grüner  

Waldsassen/Naila - Oberfranken statt Oberpfalz - so sieht es bei Mineralwasser-Hersteller Kondrauer aus. "Wir erwägen diesen Schritt aufgrund der wirtschaftlichen Situation des Betriebes in Waldsassen, wo hohe Investitionen anstehen. Darüber hinaus kann im Quellenpark in Waldsassen nicht mehr ausreichend Wasser für den Bedarf von Kondrauer gefördert werden", nannte geschäftsführender Gesellschafter Jonas Seidl am Donnerstag Gründe für die Entscheidung, die Produktion und die Innenlogistik nach Naila zu verlagern. 2020 geht es los. Der Unternehmenssitz, die Verwaltung, Barverkauf und Teile der Logistik bleiben dabei aber in der Klosterstadt.

Seidl sprach von Absatz- und Umsatzrückgängen in den vergangenen Jahrzehnten. "Das hat Spuren hinterlassen." Zwar sei seit drei Jahren eine Trendwende festzustellen, allerdings reiche das nicht. Ralf Brodnicki, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb, zeigte auf, dass der Absatz im Vergleich zu den Mitbewerbern stark anziehe. "Es ist sehr beeindruckend, dass wir besser als der Markt agieren." Um die Nachhaltigkeit von Absatzsteigerung und Qualität weiterhin zu garantieren, sei nun aber der nächste Schritt nötig.

Das Unternehmen sei bei aller positiven Entwicklung nicht in der Lage, am Standort Waldsassen notwendige technische Ersatzinvestitionen im achtstelligen Eurobereich zu leisten. In diesem Zusammenhang nannte Brodnicki neue Abfüllanlagen, Betriebstechnik und Fuhrpark. Bezüglich der Situation mit den Quellen hätten sich auch keine Veränderungen ergeben.

In den vergangenen zwei Jahren waren Seidl und Brodnicki auf der Suche nach einer tragfähigen Lösung gewesen, die die Tradition des Familienunternehmens aufrecht und damit die Arbeitsplätze erhält. Die beiden hatten am Donnerstagvormittag die Belegschaft - momentan sind 70 Personen in Waldsassen beschäftigt - über die Pläne informiert. Betroffen von der Verlagerung sind 26 festangestellte Mitarbeiter aus Produktion und Innenlogistik. Hinzu kommen elf Mitarbeiter mit befristeten Arbeitsverträgen. "Wir suchen nach sozialverträglichen Lösungen", versicherte Brodnicki. Am liebsten würde er alle mit nach Naila nehmen.

Die frei werdende Produktionsgebäude in der Klosterstadt sollen nicht zurückgebaut werden. "Lagerflächen werden immer gebraucht. Das wird sicher keine Industriebrache", versicherte Seidl. Ab Dezember werden Betriebsmittel nach Naila verlagert. Ab Januar 2020 ist dort die Produktion geplant. "Es kann durchaus sein, dass dann ein Mitarbeiter auf demselben Stapler sitzt wie schon in Waldsassen", sagte Seidl.

Kondrauer ist einer der ältesten Mineralbrunnen Bayerns. Seidels Großeltern haben in Naila schon 1980 mit einem Partner einen weiteren Produktionsstandort gegründet, den Frankenwald Mineralbrunnen. Durch den Umzug könne die Firma ihre Zukunft sichern. "Jede der drei leistungsfähigsten Quellen dort produziert allein so viel wie alle vier Quellen in Kondrau zusammen."

Kondrauer-Pressesprecherin Uschi Ahlborn bestätigte, dass das Waldsassener Unternehmen in Naila eine Produktionsgesellschaft mit Höllensprudel betreibt: "Jeder für sich agiert aber selbstständig." In Naila werde eine Abfüllanlage aus Kondrau installiert. Zudem werde der Standort modernisiert und eine neue Abfüllanlage angeschafft. Über die Kosten könne sie noch nichts sagen.

Autor

Martin Maier
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Veröffentlicht am:
28. 03. 2019
20:40 Uhr

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Martin Maier

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Veröffentlicht am:
28. 03. 2019
20:40 Uhr



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