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Länderspiegel

Mehr als 1000 Demonstranten protestieren gegen Höcke-Auftritt

Der als besonders rechtsstehend geltende Björn Höcke spricht am Freitag in Kulmbach. Er lässt seine Anhänger lange warten. Die Bürger zeigen klare Kante gegen den Auftritt des AfDlers.



Selber Wölfe - Blue Devils Weiden Rund 1000 Menschen bekannten sich gegenüber der Kulmbacher Stadthalle, in der Höcke auftrat, zu einer bunten und toleranten Gesellschaft.
Rund 1000 Menschen bekannten sich gegenüber der Kulmbacher Stadthalle, in der Höcke auftrat, zu einer bunten und toleranten Gesellschaft.   Foto: Mario Wiedel

14.02.2020 - Protest gegen Höcke-Auftritt in Kulmbach - Foto: Melitta Burger

Björn Höcke unter Protest in Kulmbach Kulmbach
Björn Höcke unter Protest in Kulmbach Kulmbach
Björn Höcke unter Protest in Kulmbach Kulmbach
Björn Höcke unter Protest in Kulmbach Kulmbach
Björn Höcke unter Protest in Kulmbach Kulmbach
Björn Höcke unter Protest in Kulmbach Kulmbach
DSC_8049.JPG Kulmbach
Björn Höcke unter Protest in Kulmbach Kulmbach
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Protest gegen Höcke-Auftritt in Kulmbach Kulmbach
Protest gegen Höcke-Auftritt in Kulmbach Kulmbach
Protest gegen Höcke-Auftritt in Kulmbach Kulmbach
Protest gegen Höcke-Auftritt in Kulmbach Kulmbach
Protest gegen Höcke-Auftritt in Kulmbach Kulmbach
Protest gegen Höcke-Auftritt in Kulmbach Kulmbach
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Protest gegen Höcke-Auftritt in Kulmbach Kulmbach
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Kulmbach - Es war mucksmäuschenstill, als der Kulmbacher Dekan Thomas Kretschmar wirkungsvoll nur wenige Worte sagte: "Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus." Dann bildeten die rund 1000 Menschen auf dem EKU-Platz einen Kreis. Pünktlich um 19.33 Uhr ertönen die Kirchenglocken der Nikolaikirche, der Spitalkirche, von St. Petri, der Stadtpfarrkirche Unsere Liebe Frau und der Kirchen in Ziegelhütten und Mangersreuth. Zwölf lange Minuten mahnen die Glocken zu Toleranz und Nächstenliebe. Die Intensität des Geläuts macht Gänsehaut. Später wird sich in der Kulmbacher Stadthalle der AfD-Rechtsaußen Björn Höcke von rund 330 Anhängern feiern lassen und er wird sich lustig machen über die Demonstranten draußen. Mit den Kirchen wird er hart ins Gericht gehen. Pfaffen, sagt er, sollen beten, nicht regieren. Die AfD-Anhänger klatschen dazu ebenso enthusiastisch wie zu vielen anderen Äußerungen des Thüringer AfD-Vorsitzenden. Zwei Veranstaltungen in unmittelbarer räumlicher Nähe. Überzeugungen und Anschauungen, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können.

Pfarrer Hans Roppelt war einer der ersten, die auf dem EKU-Platz Flagge gegen Rechts zeigten. "Ich finde es furchtbar, dass gerade dieser Björn Höcke nach Kulmbach kommt. Für mich ist das einer der schlimmsten Hassredner, den wir haben. Er schürt menschenverachtend Hass gegen andere Menschen, schürt Ängste, als ob andere Leute unser Land kaputtmachen würden. Als Christ glaube ich an die gleiche Würde aller Menschen. Da gibt es keinen Unterschied, unabhängig von Hautfarbe oder Herkunft, von Nationalität oder Religion."

Ein buntes Fest, getragen von vielen verschiedenen Gruppierungen, feiern die rund 1000 Menschen auf dem EKU-Platz. Sie zeigen Flagge gegen Rechts. Ihre Meinung äußern sie zum Teil lautstark, zum Teil still. Sie tragen Transparente und Schilder bei sich, die für sich sprechen. Tina Krause ist Gewerkschafterin. Sie ist da, "weil heute ein Faschist die AfD im Wahlkampf unterstützt. Wir als Demokraten stehen dagegen. Wir wollen keine Nazis. Wir wollen, dass unsere Welt bunt und friedlich ist. Das funktioniert nicht mit der AfD." Tino Müller sieht das auch so. "Kein Mensch braucht Nazis" steht auf seinem Schild, das er mit bunten Lichtern verziert hat. Auf der Rückseite ist ein Zitat von Max Mannheimer, einem Holocaust-Überlebenden, zu lesen: "Ihr seid nicht schuld an dem, was war, aber verantwortlich dafür, dass es nicht mehr geschieht." Sein Vater habe als 16-Jähriger in den Zweiten Weltkrieg ziehen müssen. "Sein ganzes Leben wollte er von Krieg und dergleichen nichts mehr wissen. Auch von Nazis nicht. Deswegen stehe ich hier."

Karl Schenk Graf von Stauffenberg, einer der Nachfahren des Hitler-Attentäters, ist der prominente Redner auf dem EKU-Platz. Er erinnert daran, dass die Demokratie verantwortlich ist für 70 Jahre Frieden und Freiheit in Deutschland. Michael Otte, zusammen mit Matthias Hahn verantwortlicher Veranstalter der Gegen-Veranstaltung, rief zu Solidarität auf. Die Politiker der demokratischen Mitte sollten zusammenstehen und einen respektvollen Umgang miteinander pflegen, anstelle sich an politischen Fehlern des Mitbewerbers zu ergötzen. "Nur eine konstruktive Zusammenarbeit und das Arbeiten für Lösungen stärkt unsere Demokratie und gräbt dieser Rechten Partei das Wasser ab."

In der Stadthalle, die man an diesem Abend nur betreten kann, wenn man bereit ist, sich von martialisch in schwarz gekleideten Security-Leuten am ganzen Körper abtasten zu lassen, geht es ganz anders zu. Da wünscht unter tosendem Beifall von mehr als 330 Anhängern AfD-Kreisvorsitzender Georg Hock den Demonstranten draußen nicht nur, dass sie ordentlich frieren sollen. Er wünscht ihnen auch Husten und Schnupfen. AfD-OB-Kandidat Hagen Hartmann verspricht, mehr Sitzbänke aufzustellen, sollte er die Wahl gewinnen. Der Grund: Ausländer nehmen laut Hartmann den Senioren die Plätze auf den Bänken weg. Er wird dafür ebenso beklatscht wie für seine Forderung nach Rückführung der Flüchtlinge. Denen tue man damit etwas Gutes: "Schließlich haben sie Sehnsucht nach Sonne und der Großfamilie." Eine Frau, die einen Zwischenruf wagt, wird sofort von den Männern in Schwarz aus dem Saal geschafft. Ihre zurückgelassene Handtasche holt später ein Polizist.

Björn Höcke, der seine Anhänger zwei Stunden lang warten ließ, wird in der Kulmbacher Halle gefeiert wie ein Superstar. Seinen späten Auftritt nimmt ihm an diesem Abend niemand übel. Immer wieder wird seine Rede von Beifall unterbrochen. Dass er mit gerichtlichem Segen als Faschist bezeichnet werden darf, stört Höcke nicht. Er kokettiert damit: "Wer nicht linksextrem ist, läuft in diesem Land Gefahr, als Nazi bezeichnet zu werden... Dann schimpft er über die Energiewende, lästert über Greta Thunberg und bezeichnet die Gegendemonstranten vor der Halle als "Hysteriker mit schmerzverzerrten Gesichtern der Ideologen." Höcke erntet Applaus, egal was er sagt. Am Ende ist er dicht umlagert von Anhängern und gibt Autogramme. mbu

Autor

Melitta Burger
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
14. 02. 2020
17:06 Uhr

Aktualisiert am:
16. 02. 2020
19:50 Uhr

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Melitta Burger

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14. 02. 2020
17:06 Uhr

Aktualisiert am:
16. 02. 2020
19:50 Uhr



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