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Mord: Mann aus dem Raum Naila bekommt lebenslänglich

Das Landgericht München stellt eine besondere Schwere der Schuld fest. Der 33-Jährige habe sein Freundin erwürgt, damit sein Doppelleben nicht auffliegt.



Der 33-jährige Angeklagte zusammen mit seinem Anwalt Alexander Schmidtgall. Der Geschäftsmann soll seine Lebensgefährtin im Streit im gemeinsamen Münchner Reihenhaus erwürgt, ihre Leiche dann im Keller deponiert und danach am Feringasee verbrannt haben. Fotos: Ann-Kristin Schmittgall
Der 33-jährige Angeklagte zusammen mit seinem Anwalt Alexander Schmidtgall. Der Geschäftsmann soll seine Lebensgefährtin im Streit im gemeinsamen Münchner Reihenhaus erwürgt, ihre Leiche dann im Keller deponiert und danach am Feringasee verbrannt haben. Fotos: Ann-Kristin Schmittgall  

München/Naila - Höher hätte die Strafe kaum ausfallen können. Die Kammer um den Vorsitzenden Michael Höhne verurteilte den 33-Jährigen Thomas M. (Name von der Redaktion geändert ) am Montag wegen Mordes aus niederen Beweggründen sowie Heimtücke zu lebenslanger Haft. Außerdem stellte das Gericht eine besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine Haftentlassung nach 15 Jahren zwar rechtlich möglich, in der Praxis aber unwahrscheinlich. "Wer so handelt, hat absoluten Vernichtungswillen", bescheinigte der Richter dem aus dem Raum Naila stammenden Täter.

Das Gericht zeigte sich überzeugt, dass der Jung-Manager seine langjährige Freundin in der gemeinsamen Wohnung im Münchner Stadtviertel Bogenhausen erwürgt und ihre Leiche anschließend verbrannt hatte, um mit seiner Geliebten in Holland ein neues Leben anfangen zu können. Der Angeklagte selbst hatte im Prozess eingeräumt, für den Tod der 35 Jahre alten Beatrice F. verantwortlich zu sein, eine Tötungsabsicht aber stritt er ab.

Richter Höhne macht in seiner mehr als einstündigen Begründung deutlich, dass der Angeklagte seine Freundin als Hindernis ansah. Deshalb habe er im September 2017 eine Eskalation in Kauf genommen. Damals kehrte Beatrice F. von einer Geschäftsreise zurück und fand zu Hause Kleidungsstücke einer anderen Frau vor. Diese gehörten der Geliebten ihres Freundes, den die aus Sachsen stammende Beatrice im Oktober 2010 am gemeinsamen Arbeitsplatz in Rehau kennengelernt hatte.

Das Gericht zitierte aus Chatprotokollen, aus denen ersichtlich war, dass der Angeklagte nicht - wie von ihm behauptet - von der Rückkehr überrascht worden sein konnte. Vielmehr stand er an jenem Tag in ständigem Austausch mit Beatrice F. während er seine Geliebte zum Sightseeing geschickt hatte.

Die Kammer stützte sich zudem auf das Gutachten einer Rechtsmedizinerin. Demnach sei es ausgeschlossen, dass Beatrice F. bei einer Rangelei im Schwitzkasten ums Leben gekommen sei. Stattdessen müsste Thomas M. minutenlang intensiv zugedrückt haben - auch dann noch, als das Opfer bereits bewusstlos war. Verteidiger Alexander Schmidtgall nannte die Entscheidung ein "Fehlurteil" und kündigte an, in Revision gehen zu wollen.

Hier können Sie den ausführlichen Artikel zum letzten Prozesstag und alle weiteren Artikel zum Mordfall lesen >>>

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Alexander Wunner
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Veröffentlicht am:
03. 12. 2018
13:52 Uhr

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Alexander Wunner

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03. 12. 2018
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