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Rettungsgassen-Sünder: Wie oft werden sie bestraft?

Wer im Stau keine Rettungsgasse bildet, muss eine Strafe zahlen. Manchmal droht sogar ein Fahrverbot. Geahndet wird so ein Fehl-Verhalten jedoch selten.



Die richtige Rettungsgasse: Die Fahrzeuge auf der linken Fahrspur weichen nach links aus. Fahrzeuge auf den übrigen Fahrstreifen orientieren sich nach rechts - und das, sobald der Stau entsteht. Der Standstreifen bleibt frei. Grafik: dpa
Die richtige Rettungsgasse: Die Fahrzeuge auf der linken Fahrspur weichen nach links aus. Fahrzeuge auf den übrigen Fahrstreifen orientieren sich nach rechts - und das, sobald der Stau entsteht. Der Standstreifen bleibt frei. Grafik: dpa  

Der jüngste Fall ist noch präsent: In der vergangenen Woche fuhr ein Autofahrer, der auf der A 9 bei Bindlach im Stau stand, kurzerhand durch die Rettungsgasse, um sich langes Warten zu ersparen (wir berichteten). Die Polizei konnte den Autofahrer ausfindig machen. Er bekam eine Strafe von 200 Euro. Der ungeduldige Autofahrer von der A 9 ist kein Einzelfall. Wie das Deutsche Rote Kreuz berichtet, werden nach wie vor 80 Prozent aller Einsätze erschwert, weil die Rettungsgassen blockiert sind. Trotzdem werden Rettungsgassen-Sünden selten geahndet. 

Nur 18 Autofahrer erhielten in Oberfranken im Jahr 2018 eine Bußgeldanzeige, weil sie bei einem Stau keine Rettungsgasse gebildet haben. Das teilt das Polizeipräsidium Oberfranken auf Anfrage unserer Zeitung mit. Von den 18 bestraften Autofahrern behinderten oder gefährdeten zehn Fahrer die Rettungskräfte mit Blaulicht und Einsatzhorn auf dem Weg zur Unfallstelle, weil sie nicht sofort die Bahn freimachten. "Die übrigen acht Anzeigen waren ohne Behinderung oder Gefährdung", erläutert Heiko Mettke vom Polizeipräsidium Oberfranken. 

Es sei also davon auszugehen, dass deutlich mehr Autofahrer die Rettungsgasse täglich nicht einhalten, als dass sie dafür bestraft werden. Warum werden aber so wenige von ihnen geahndet? "Es gibt keine systematischen Kontrollen, denn die Rettungskräfte haben bei einem Unfall andere Prioritäten", antwortet Heiko Mettke. Im Klartext: Die Polizei und der Rettungsdienst möchten den Einsatzort erreichen und nicht weitere, kostbare Zeit damit verlieren, Verwarnungen auszusprechen und Bußgelder zu verteilen. Die Ahndung derer, die keine Rettungsgasse bilden oder sie zustellen, kommt erst danach. Nur in seltenen Fällen würden Polizisten ein Kennzeichen von besonders renitenten „Blockierern“ notieren.

Dies bedeute aber nicht, dass das Nicht-Einhalten der Rettungsgasse unsichtbar bleibt. Oft würden andere aufmerksame Autofahrer die Rettungsgassen-Sünder anzeigen. "Wer im Stau keine vorschriftsmäßige Rettungsgasse bildet, muss mit einem Bußgeld von mindestens 200 Euro rechnen“, stellte Heiko Mettke klar. Durch die Videoausstattung in manchen Fahrzeugen können die Verkehrssünder identifiziert werden.

Seit Ende 2017 gelten deutlich höhere Strafen für Fahrer, die die Rettungsgasse nicht einhalten. Insbesondere wegen des Reisebus-Unfalls bei Münchberg, bei dem 18 Menschen starben. Damals behinderten dreiste Autofahrer und Gaffer die Rettungskräfte. Als Konsequenz wurden die Strafen für Rettungsgassen-Blockierer von 20 Euro auf 200 Euro erhöht. Zusätzlich gibt es noch zwei Punkte in Flensburg geahndet, wenn man die Rettungsgasse nicht einhält. Wer die Polizei oder Hilfsfahrzeuge direkt behindert, der muss sogar 240 Euro zahlen und erhält zusätzlich einen Monat Fahrverbot.

Rettungsgasse richtig bilden: 

Fahren Sie auf dem linken Fahrstreifen, so weichen Sie nach links aus. Sind Sie auf einem der übrigen Fahrstreifen unterwegs, so fahren Sie nach rechts. Dies gilt unabhängig davon wie viele Fahrstreifen vorhanden sind. 

Immer daran denken: Die Rettungsgasse muss bereits dann gebildet werden, wenn der Verkehr stockt und nicht erst dann, wenn die Rettungskräfte mit Blaulicht und Martinshorn von hinten kommen.

Autor
Alina Juravel

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Veröffentlicht am:
06. 06. 2019
10:21 Uhr

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06. 06. 2019
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