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Schnee-Chaos: Pendler steht 15 Stunden auf der A 72

Auf der A72 zwischen Hof und Plauen geht seit Mittwochabend nichts mehr. Hunderte Autofahrer haben die eisige Nacht auf der Autobahn verbracht. So auch René Schymura - erst nach 15 Stunden kam er in Hof an.



Nach einer eisigen Nacht auf der Autobahn sah am Donnerstagmorgen bei Großzöbern die Lage so aus.   Foto: René Schymura

Seit mehr als zwölf Stunden wartet René Schymura in seinem Wagen auf der Autobahn in der Nähe von Großzöbern im Vogtlandkreis, kurz vor der bayerisch-sächsischen Landesgrenze, als wir ihn am Donnerstagmorgen auf dem Handy erreichen. "Nach dem Spätdienst bin ich gegen 20.30 Uhr in Plauen losgefahren", erzählt der Pendler. Normalerweise braucht der Leiter eines Baumarktes für die 42 Kilometer bis zu seinem Zuhause in Hof etwa 40 Minuten.

"Eigentlich wollte ich die Landstraße nehmen", sagt er, "doch da hingen acht Lastwagen am Berg". Also fuhr er wieder zurück und nahm die Autobahnauffahrt Pirk.  "Die ersten paar Kilometer waren noch okay, doch plötzlich ging bei Großzöbern nichts mehr". Der Verkehr stockte, die Kolonne kam schließlich ganz zum Stehen. Lastwagen, die nicht mehr vorwärts kamen, blockierten die Fahrbahnen. Das war gegen 21 Uhr. Seitdem geht nichts mehr.

Er telefoniert mit seiner Frau in Hof, hört Radio, liest Zeitung. An Schlaf ist nicht zu denken, auch nicht in der Nacht: "Ich habe nur gedöst", sagt er am Morgen. Wenn der Lkw-Fahrer neben ihm den Motor anlässt oder die Polizei durch die Rettungsgasse fährt, ist er wieder wach. Eine Decke hat er nicht, doch seine Arbeitsjacke, die noch im Auto lag, wärmt ihm die Beine. Wenn es kalt wird, lässt er den Motor an - immer wieder für kurze Zeit. "Zum Glück habe ich genug Sprit im Tank - und seit gestern Abend etwa ein Viertel gebraucht."

Gegen 4 oder 5 Uhr am Morgen ist seine Geduld am Ende, er ruft die Polizei. Weil er noch auf der sächsischen Seite steht, landet er bei der Polizei-Dienststelle in Zwickau. Wie lange der Stau noch dauern könnte, darüber will man ihm dort keine Auskunft geben, das Problem liege auf bayerischer Seite.

Das Ausharren im Auto nimmt der 42-Jährige trotz der vielen Stunden mit Humor: "Ich kann es eh nicht ändern, es gibt keinen anderen Weg raus, also muss ich warten, bis es weitergeht."  Ein Mann aus einem benachbarten Auto erzählte am Morgen, dass der Stau noch drei Stunden andauern soll. "Vielleicht erreicht uns bis dahin das BRK, das unterwegs sein soll", sagt René Schymura.

Gegen 10.30 Uhr setzt sich die Kolonne wieder in Bewegung. Sie rollt langsam wieder in Richtung Hof. Eine gute Stunde später erreicht auch René Schymura sein Zuhause - nach 15 Stunden im Auto.

 

 

 

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Sandra Lessner

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Veröffentlicht am:
10. 01. 2019
09:32 Uhr

Aktualisiert am:
10. 01. 2019
14:14 Uhr

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10. 01. 2019
09:32 Uhr

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10. 01. 2019
14:14 Uhr



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