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Länderspiegel

Steuer-Razzia bei Rechtsrock-Anmeldern von Themar

Was geschieht mit den Geldern, die bei Rechtsrock-Konzerten eingenommen werden? Zwei Männer, die hinter den Neonazi-Konzerten von Themar stehen, bekamen nun unerwarteten Besuch von der Steuerfahndung.



Bei den Anmeldern von zwei Rechtsrock-Konzerten in Themar im vergangenen Jahr hat es Durchsuchungen der Steuerfahndung gegeben. Nach Informationen unserer Zeitung schlugen die Steuerfahnder am Mittwoch in Kloster Veßra und Oberhof in Thüringen sowie in Mantel in der Oberpfalz in Bayern zu.

 

In Kloster Veßra wurden Räume des Rechtsextremen Tommy Frenck durchsucht, der das erste der beiden Neonazi-Konzert in Themar angemeldet hatte. Zu dieser Veranstaltung, die als politische Kundgebung getarnt war, waren etwa 6.000 Rechtsextreme aus ganz Europa angereist. Die Durchsuchung in Oberhof richtete sich gegen den Rechtsextremen Patrick Schröder, der das zweite der beiden Konzerte in der Kleinstadt im Landkreis Hildburghausen angemeldet hatte. Dazu waren etwa 1.000 Neonazis angereist. Beide Männer stehen nach Informationen unserer Zeitung im Verdacht, die Einnahmen aus den Konzerten nicht ordnungsgemäß versteuert zu haben.

 

Eine Sprecherin der Landespolizeiinspektion Suhl sagte unserer Zeitung, insgesamt seien zehn Beamte aus verschiedenen Bereichen der Dienststelle an den Durchsuchungen beteiligt gewesen. Dabei habe die Polizei aber nur eine unterstützende Funktion gehabt. Weitere Angaben könne sie nicht machen, da das Finanzamt Gotha für die Verfahren zuständig sei.

 

Schröder wohnt in Mantel in der Oberpfalz, wo es nach Angaben eines Sprechers der bayerischen Polizei am Mittwoch ebenfalls Durchsuchungen zur Unterstützung der Steuerfahndung gab. Weitere Einzelheiten wollte er mit Verweis auf die Zuständigkeit der Steuerverwaltung nicht nennen.

 

Thüringer Landespolitiker vor allem von Linken und Grünen fordern seit Langem, dass die Finanzbehörden genau prüfen, was mit den Geldern passiert, die bei Rechtsrock-Konzerten umgesetzt werden. Alleine bei dem von Frenck angemeldeten Konzert von Themar sind mindestens 210.000 Euro umgesetzt worden. Die Tickets für die Veranstaltung waren über das Internet für 35 Euro pro Stück angeboten worden.

 

Ein Sprecher des Thüringer Finanzministerium wollte die Durchsuchungen nicht kommentieren. Aufgrund des Steuergeheimnisses könne man dazu keinerlei Angaben machen, sagte er. Ein zwingendes öffentliches Interesse an den Fällen sei nicht gegeben. Das Finanzministerium ist die oberste Finanzbehörde Thüringens.

 

Ob die bayerische Finanzverwaltung ein eigenes Verfahren gegen Schröder führt oder ob die Durchsuchungen in Mantel von Thüringen aus angestoßen wurden, ist derzeit unklar. Ein Sprecher der Steuerfahndung Regensburg – die für die Oberpfalz zuständig ist – wollte die Durchsuchungen ebenfalls nicht kommentieren. sh

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Veröffentlicht am:
25. 04. 2018
13:29 Uhr

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25. 04. 2018
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