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Rehau

Happy End für Ausreißer-Storch

Ein Jungstorch ist aus seinem Rehauer Nest geflohen. Dass er nun in guten Händen ist, hat er einer Vielzahl von Ehrenamtlichen zu verdanken.



Anne Kliegel aus Hof ist aktives Mitglied im Landesbund für Vogelschutz und fütterte täglich den Rehauer Jungstorch.	Foto: Preißner
Anne Kliegel aus Hof ist aktives Mitglied im Landesbund für Vogelschutz und fütterte täglich den Rehauer Jungstorch. Foto: Preißner  

Rehau - Von den drei heurigen Rehauer Jungstörchen sind nur zwei im Nest geblieben. Der dritte hielt es dort nicht lange aus und wanderte tagelang im Stadtgebiet umher. Fast schon ausgewachsen, aber flugunfähig, übernachtete er mal auf dem Friedhof, lief Straßen und Plätze entlang und stattete Beobachtern zufolge auch der Gartenanlage Dürrenloh einen Besuch ab.

Rehauer Storchennest

Bereits seit dem Jahr 1975 lassen sich auf dem Dach der Rehauer Treibriemenfabrik Zapf immer im Frühling Weißstörche nieder, um dort zu brüten. Und das, obwohl man den Tieren damals gleich zwei Horste auf dem Dach der Pestalozzischule und auf dem Gebäude der BayWa gebaut hatte.

Schließlich kümmerte sich Siegfried Hösch, Rehauer Vogelkundler und -schützer, zusammen mit etlichen ehrenamtlichen Unterstützern darum, das Jungtier sicher zu bergen. Sogar einige Einsatzkräfte der Rehauer Feuerwehr beteiligten sich an der Suche nach dem Streuner. Als das Tier schließlich festgesetzt war, erhielten die engagierten Tierschützer Hilfe vom Hofer Zoo. Der nahm den Storch zunächst bei sich auf und gab ihn in die Hände seines Vogelspezialisten: Tierpfleger Benjamin Hamm absolvierte seine Ausbildung im weltgrößten Vogelpark, dem Weltvogelpark Walsrode in Niedersachsen, und brachte sein Wissen mit nach Hof.

 

Der gebürtige Gattendorfer stellte bei der Untersuchung des Jungstorches fest, dass dem Tier zwei wichtige Flugfedern fehlen. Jemand hatte sie offenbar ausgerissen - wer, ist nicht bekannt. Glücklicherweise wachsen die Federn allerdings gerade nach. Mit der Teilnahme am Storchenzug nach Afrika wird es, da ist sich der Experte sicher, für das Jungtier in diesem Jahr jedoch nichts.

Den Storch für längere Zeit aufzunehmen, war dem Hofer Zoo nicht möglich. Doch es nahte Hilfe von weiteren Vogelkundlern: Der Kleintierzuchtverein Krebsbachgrund Hof sprang in die Bresche. Für Vorstand Matthias Reinhard und Vize Alexander Lein war es eine Ehrensache, den Vogel zu beherbergen. Sie gewährten dem Jungstorch kurzerhand Asyl in einer ihrer großen Volieren. Anne Kliegel, eine aktive Vogelschützerin aus Hof, fütterte und betreute ihn dort. Das Futter für den Ausreißer spendierte unterdessen weiterhin der Hofer Zoo.

Nun tritt Melanie Lauterbach aus Schwarzenbach an der Saale, Tierliebhaberin und -schützerin, auf den Plan. Nahe dem Schiedateich bei Martinlamitz hat sie zusammen mit ihrem Mann einen Bauernhof renoviert und dort unter anderem eine Art Tierauffangstation eingerichtet. Bei Melanie Lauterbach hatten die Rehauer Storchenkümmerer bereits vor zwei Jahren einen verletzten Jungstorch aus den Rehauer Nest untergebracht. Das inzwischen Rudi genannte Tier hatte sich ein Bein gebrochen und kann nicht fliegen. Nach zwei Jahren "Kost und Logis" in Martinsreuth musste Lauterbach den Storch nun aus persönlichen Gründen abgeben. Wohin also mit einem flugunfähigen und einem voraussichtlich im Jahr 2019 wieder fitten Storch?

Kontakte mit der Storchenauffangstation des Nürnberger Zoos wurden angebahnt. Die beiden tierischen Schlingel dorthin zu überführen, ist nun beschlossen. "Vogelprofessor" Siegfried Hösch aus Rehau und Siegfried Rudroff aus Schauenstein brachten die Tiere schließlich nach Nürnberg. In ihrer neuen Heimat fühlen sich die Rehauer bereits wie zu Hause. Rudi muss wohl dauerhaft in Nürnberg bleiben, Jungstorch Rehi soll bereits 2019 mit dem Storchenzug nach Afrika aufbrechen.

Autor

Claus Preißner
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Veröffentlicht am:
16. 08. 2018
18:50 Uhr

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Claus Preißner

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Veröffentlicht am:
16. 08. 2018
18:50 Uhr



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