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Selb

Das Rosenthal-Dilemma

Hohe Wellen schlägt der Bericht über das Rosenthal-Outlet und die Erweiterungspläne des Selber Porzellanherstellers.



Die Rosenthal GmbH möchte ihr Outlet erweitern. Fläche, Geld und potenzielle Mieter sind nach Angaben des Unternehmens da.
Die Rosenthal GmbH möchte ihr Outlet erweitern. Fläche, Geld und potenzielle Mieter sind nach Angaben des Unternehmens da.  

Das Traditionsunternehmen sieht sich in seinen Erweiterungsplänen von der Stadt blockiert. Der CSU-Ortsverband und die SPD-Stadtratsfraktionen beziehen am Montag Position. Noch keine Stellungnahme gibt es von Oberbürgermeister, Ulrich Pötzsch. Er kündigt an, noch einmal alle Details zusammenzutragen.

 

CSU macht sich für Erweiterung stark

Der Ortsvorsitzende Matthias Müller fordert den Stadtrat auf, dem Porzellanhersteller entgegenzukommen. Das würde die Stadt noch attraktiver machen.

Die Selber CSU stärkt der Rosenthal GmbH in Sachen Outlet-Erweiterung den Rücken. In einer Stellungnahme vom Montagvormittag fordert der Ortsverbandsvorsitzende Matthias Müller: "Die CSU Selb fordert den Oberbürgermeister und den Stadtrat auf, die Firma Rosenthal nicht weiter bei der Neunutzung ihrer bestehenden Flächen und der Vervollständigung ihres Outlets zu blockieren."

Müller betont in der Stellungnahme, dass die ganze Stadt Selb sei froh gewesen sei, als ein italienischer Investor die Firma Rosenthal übernommen und erfolgreich auf neue Beine gestellt habe. Und weiter: "Rosenthal sei das Bekannteste, was Selb der Welt zu bieten hat." Außerdem sei das Rosenthal-Outlet ein Magnet für die Stadt Selb, der tagtäglich viele Gäste in die Stadt ziehe. "Es liegt an der Stadt - nicht nur dem Rathaus - diesen Gästen noch mehr anzubieten, um Selb damit noch attraktiver für sie zu machen."

"Rosenthal muss sich entwickeln dürfen", macht Müller deutlich. Rosenthal wolle und könne dies tun - und das auch noch relativ schnell, weil die zu belegenden Gebäude bereits vorhanden seien.

"Der Oberbürgermeister und die Stadt dürfen nicht den freien Wettbewerb steuern, sondern müssen für alle, die nachhaltig investieren wollen, den Rahmen schaffen, damit freier Wettbewerb stattfinden kann", schreibt Müller.

Stadtrat Carsten Hentschel macht in der Mitteilung deutlich, dass man von der Firma nicht verlangen könne, dass sie den vorhandenen Gebäudebestand erhalte, wenn man ihr gleichzeitig eine wirtschaftliche Nutzung unmöglich mache. "Bereits im Juni wurde die Stadtverwaltung durch die Regierung aufgefordert, die Verkaufsflächen detaillierter darzustellen. Das ist leider nicht geschehen", kritisiert Hentschel. Die Stadt müsse sich auf ihre Aufgaben konzentrieren und Rosenthal nicht benachteiligen. "Es geht hier auch darum, Rosenthal beim Erhalt seiner ortsbildprägender Gebäude zu unterstützen."

Stadtrat Stefan Merz erinnert daran, dass Rosenthal in Abstimmung mit der Stadt Selb und der Regierung von Oberfranken ein Gutachten habe erstellen lassen, das ausdrücklich eine Verträglichkeit der Planungen bestätigt habe. "Warum lässt man Rosenthal jetzt hängen?", fragt Merz und erinnert daran, dass Rosenthal vor Jahren vom Stadtrat eine Duldung für die No-Basics-Flächen erhalten habe, weil die rechtliche Situation eine Genehmigung nicht zugelassen habe. Inzwischen seien diese Flächen ordentlich genehmigt, und das sei gut so. Wenn jetzt sogar die Regierung eine Erweiterung der Flächen mittrage, sei es Aufgabe der Stadt, Rosenthal seine Investitionen und Erweiterungen möglich zu machen.

 

"Beide Outlets gleich behandeln"

Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Walter Wejmelka, sieht das BBE-Gutachten kritisch. Seine Forderung: Es darf keine Zwei-Klassen-Gesellschaft geben.

"Keine Zwei-Klassen-Gesellschaft im Umgang mit den Outlets." Diesen Satz hat der Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion im Selber Stadtrat im Zusammenhang mit der geplanten Erweiterung der Rosenthal GmbH gepostet. Auf Nachfrage der Frankenpost am Montag konkretisiert er diese Forderung. Nach seiner Meinung müssen die beiden Outlets - das entstehende Center der Firma Munitor in der ehemaligen Heinrich-Fabrik und das Rosenthal-Outlet - gleich behandelt werden.

Und Wejmelka geht noch einen Schritt weiter: Im Idealfall sollten sich die Outlets gegenseitig und zusätzlich auch die Innenstadt befruchten.

Die grundsätzliche Kritik des Fraktionsvorsitzenden richtet sich allerdings gegen das Gutachten der BBE-Handelsberatung, das in der Stadtratssitzung kurz vor Weihnachten vorgestellt worden war. Schon in der Sitzung hatte Wejmelka moniert, dass Rosenthal darin stiefmütterlich behandelt werde.

Auch Kai Hammerschmidt hatte sich dieser Kritik angeschlossen und die vielen Gemeinplätze (Gewährleistung der Grundversorgung in der Innenstadt) bemängelt. "Das sollte doch wohl selbstverständlich sein", so Wejmelka am Montag. In der Beratung sei immer von der Achse FOC - Storg - Fachmarktzentrum in der "Kraft" die Rede gewesen. "Von mehr nicht." Dabei gehöre das Center des Porzellanherstellers sicher auch zu dieser Achse und somit zur Planung für die Innenstadt.

Seiner Fraktion gehe es eben darum, dass der Rosenthal-Standort ebenfalls als wichtig angesehen wird. Zu der Größe der Verkaufsflächen äußert sich Wejmelka nicht explizit und erinnert an die heftige Auseinandersetzung im Rahmen des Zielabweichungsverfahrens für das Factory In. "Das ist ein heikles Thema", sagt der Fraktionsvorsitzende.

Nichtsdestotrotz sei Rosenthal ein Zugpferd und bringe Kaufkraft nach Selb. "Bei aller Unterstützung für das Outlet-Center darf das nicht unter den Tisch fallen." Dass die Verantwortlichen von Rosenthal Kritik äußern, kann der Fraktionsvorsitzende durchaus nachvollziehen.

Wejmelka führt an, dass Rosenthal vom Stadtzentrum nicht viel weiter entfernt ist als das Outlet-Center. Auch gehe es um das Ziel, Selb als Outlet-Stadt darzustellen. "Und wenn wir mit Äußerungen in einem Gutachten, das die Regierung von Oberfranken gefordert und die Stadt Selb in Auftrag gegeben hat, nicht einverstanden sind, dann haben wir als Fraktion auch das Recht, das zu monieren."

Und deswegen ist sich Wejmelka sicher: "Das Thema wird in Zukunft den gesamten Stadtrat beschäftigen, nicht nur den Bauausschuss."

Autor

Andreas Godawa
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Veröffentlicht am:
21. 01. 2019
17:28 Uhr

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Andreas Godawa

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21. 01. 2019
17:28 Uhr



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