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EZD forscht an Nahrungsgrundlagen

Wie Insekten ins Brot kommen, ist ein Projekt des Dispersionszentrums in Selb. Die Einrichtung freut sich über Zuschüsse. Eine CSU-Delegation informiert sich darüber.



Informierte über aktuelle Projekte: Dr. Felipe Wolff-Fabris, Standortleiter EZD, mit Peter Berek, Wolfgang Kreil, Martin Schöffel, Carsten Hentschel, Christine Berek und Matthias Müller (von links). Foto: pr.
Informierte über aktuelle Projekte: Dr. Felipe Wolff-Fabris, Standortleiter EZD, mit Peter Berek, Wolfgang Kreil, Martin Schöffel, Carsten Hentschel, Christine Berek und Matthias Müller (von links). Foto: pr.  

Selb - Das Europäische Zentrum für Dispersionstechnologien (EZD) in Selb forscht an den Nahrungsgrundlagen von morgen. Das EZD ist eine interdisziplinäre Forschungseinrichtung und bearbeitet Projekte in technischen Bereichen, wie Tinten oder Klebstoffe, bis hin zu Lebensmitteln.

Ein aktuelles Projekt, das auf großes Interesse stößt, beschäftigt sich mit der Entwicklung von backfähigen Mehlen, die mit verarbeiteten Insekten angereichert werden. Das Projekt ist im April 2019 gestartet und hat eine Laufzeit von drei Jahren. An dem Projekt sind insgesamt vier Partner beteiligt, heißt es in einer Mitteilung der Selber CSU, die sich mit Landtagsabgeordnetem Martin Schöffel und Landratskandidaten Peter Berek aus Bad Alexandersbad im EZD informiert hat.

Hintergrund des Projektes ist, dass sich die Nachfrage an tierischen Proteinen bis 2050 verdoppeln werde und dies mit herkömmlicher Landwirtschaft nicht mehr abgedeckt werden könne. Aus diesem Grund müssten neue, nachhaltige Proteinquellen identifiziert werden. Somit würden Insekten zur Erschließung neuer Rohstoffe genutzt. Da Brot die Hauptenergiequelle eines Erwachsenen in Deutschland darstelle, würde eine Anreicherung des Brotes durch verarbeitete Insekten die Lücke des Proteindefizits wieder schließen können, heißt es in der Mitteilung. Um die Insekten als Proteinquellen zu verwenden, müssten diese entsprechend verarbeitet werden. Dabei solle es keine großen Abweichungen im Geschmack und den Backeigenschaften geben und weiterhin müsse der Verbraucher darüber aufgeklärt werden. Hauptaufgabe der Projektteilnehmer sei es, backfähige Mehle zu entwickeln, die mit Insektenpulver angereichert werden und diese anschließend für die Herstellung von Backwaren zu verwenden.

Die Aufgabe des EZD innerhalb des Projektes sei die Trockenzerkleinerung, die in Kooperation mit der Netzsch Feinmahltechnik GmbH stattfindet. Zudem finden auch die Charakterisierung sowie die Übertragung der Laborversuche auf größere Mengen für die Backversuche am EZD statt.

Das beschriebene Projekt ist ein gutes Beispiel für die vielfältigen Anwendungsbereiche von Dispersionen sowie die Möglichkeiten der Forschungsaktivitäten am EZD. Neben den aktuellen Projekten erläuterte Dr. Felipe Wolff-Fabris, Leiter des EZD, auch die derzeitigen Planungen zum Kompetenzausbau im Bereich Beschichtungsmaterialien.

"Als Forschungseinrichtung haben wir die Aufgabe, Lösungen zu den Herausforderungen unserer Gesellschaft zu liefern", sagte Wolff-Fabris. Durch das weltweite Bevölkerungswachstum stehe die Lebensmittelversorgung unter starkem Druck. "Mit dem Projekt zum Einsatz alternativer tierischer Quellen suchen wir nach möglichen Ansätzen, dieses Problem zu bekämpfen." Darüber hinaus beschäftige sich das EZD intensiv mit der Entwicklung von neuen Materialien für erneuerbare Energien, um diese umweltfreundlichen Technologien voranzutreiben. "Dabei spielen die Beschichtungsmaterialien eine sehr wichtige Rolle, die bei der Kompetenzerweiterung des EZD im Fokus stehen", erklärte Wolff-Fabris.

Zudem schreibt die Selber CSU, dass das EZD in Selb die fachlichen Kompetenzen am Standort weiter ausbauen will. Landtagsabgeordneter Martin Schöffel, einer der Initiatoren der Forschungseinrichtung, besuchte daher gemeinsam mit einer Delegation das EZD, um sich über laufende Projekte zu informieren und sich ein Bild von der aktuellen Lage zu machen.

Das EZD beschäftigt sich mit der Herstellung und Charakterisierung von Dispersionen und habe seit der Inbetriebnahme im Jahr 2014 eine rasante Entwicklung hingelegt. Aktuell sollen die fachlichen Kompetenzen am Standort weiter ausgebaut werden. Dr. Felipe Wolff-Fabris erläuterte seinen Gästen aus der Politik die Planungen dazu. In diesem Jahr habe der Freistaat Bayern dem EZD 400 000 Euro für den weiteren fachlichen Kompetenzausbau zur Verfügung gestellt, heißt es in der Mitteilung. "Ich habe mich im Rahmen der Haushaltsverhandlungen für eine Anfinanzierung der Maßnahmen am Standort Selb eingesetzt und konnte mit Hilfe der Regierungsfraktionen diesen ersten Teilbetrag in den Haushalt einbringen", sagte Martin Schöffel. "Bei den nächsten Haushaltsverhandlungen im Freistaat Bayern geht es darum, die Finanzierung des neuen Gebäudes am Standort finanziell abzusichern."

Matthias Müller, Ortsvorsitzender der CSU Selb stellte dazu fest: "Das EZD arbeitet eng mit unseren regionalen Unternehmen, aber auch vielen europäischen Kunden zusammen und ist damit ein sehr wichtiger Standortfaktor für Selb. Die Erweiterung halte ich für absolut sinnvoll." Landratskandidat Peter Berek meinte abschließend: "Das EZD ist ein sehr gutes Beispiel, wie ein Freiraum durch Macher genutzt wird." Die Besucher hätten förmlich spüren können, welche Innovationskraft von der Einrichtung ausgehe. "Hier zeigt sich, wie wichtig der Schulterschluss von Wirtschaft und Politik ist", sagte Berek.

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Veröffentlicht am:
10. 09. 2019
16:20 Uhr

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10. 09. 2019
16:20 Uhr



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