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Selb

Ein fröhliches Fest zum 90. Geburtstag

Das Erkersreuther Gotteshaus feiert am 27. und 28. Oktober Jubiläum. Auf dem Programm stehen ein Gottesdienst, ein Festakt und ein Jubiläumskonzert.



Erst 2014 wurde die Kirche wieder in ihren Originalzustand versetzt. Seit 90 Jahren ist Erkersreuth eine selbstständige Kirchengemeinde. Foto: J.H.
Erst 2014 wurde die Kirche wieder in ihren Originalzustand versetzt. Seit 90 Jahren ist Erkersreuth eine selbstständige Kirchengemeinde. Foto: J.H.  

Erkersreuth - In der Kirchengemeinde Erkersreuth steht die nächste große Aktion an: Die Kirche "Zum Guten Hirten" wird 90 Jahre alt und feiert Geburtstag mit einem Festakt, einem Festgottesdienst und einem Jubiläumskonzert des Posaunenchors. Zum Gottesdienst wird der international bekannte Theologe und Universitätsprofessor Gunther Wenz aus München predigen. Die ganze Jubelfeier geht am Kirchweihwochenende, am 27. und 28. Oktober, über die Bühne.

Das Festprogramm am Kirchweihwochenende

Die evangelische Kirchengemeinde Erkersreuth feiert das Kirchenjubiläum der Kirche "Zum Guten Hirten" gebührend. So findet zunächst am Samstag, 27. Oktober, ein Kirchenkonzert statt unter dem Motto "Musikalischer Herbstreigen von Barock bis Swing". Dieses Konzert wird der Posaunenchor Selb gestalten unter der Leitung von Constanze Schweizer-Elser, die auch Werke von Bach und Mendelssohn Bartholdy an der Orgel wiedergeben wird. Das festliche Jubiläumskonzert beginnt um 19 Uhr in der Kirche. Weiter geht es am Kirchweihsonntag, 28. Oktober. Zunächst findet ab 14 Uhr in der Kirche ein Festgottesdienst statt, der von Organist Gerhard Kießling und dem Kirchenchor unter der Leitung von Sabine Behr musikalisch gestaltet wird. Dabei wird mit Professor Dr. Dr. Gunter Wenz von der Evangelischen Fakultät der Universität München einer der international bekanntesten evangelischen Theologen die Kanzelrede halten zum Thema "Was ist die Kirche? Gedanken im Anschluss an das Augsburger Bekenntnis". Professor Wenz ist viel mit Vorträgen in Kirchengemeinden unterwegs. Die Kanzelrede verspricht allgemeinverständlich, informativ und spannend zugleich zu werden, kündigt das Pfarramt an. Um 16 Uhr gibt es dann im Festsaal des Erkersreuther Schlosses einen Festakt. Vertrauensfrau Gerlinde Weber vom Kirchenvorstand wird dabei die Festrede halten zum Thema "Zur Geschichte der Kirche 'Zum guten Hirten' Erkersreuth". Auch einige kurze Grußworte wird es geben. Der Festakt soll wieder maximal eine Stunde dauern wie beim Kirchenjubiläum Selb-Plößberg. Anschließend gibt es ab zirka 17 Uhr ein Buffet, Getränke und die Möglichkeit zum zwanglosen Gespräch.


Die kirchliche Selbstständigkeit Erkersreuths hängt direkt mit dem Bau der Kirche "Zum Guten Hirten" zusammen. So wurde im Jahr 1910 die Gründung eines Kirchenbauvereins angebahnt, dessen Ziel es war, eine eigene Kirche für den Ort zu bekommen. Ab diesem Zeitpunkt fanden im Schulhaus einmal im Monat Bibelstunden statt. 1920 richtete der Kirchenbauverein im Jagdsaal des Erkersreuther Schlosses einen Betsaal ein, und 1921 wurde eine Hilfsgeistlichenstelle geschaffen.

Nach längerer Planungs- und Bauzeit konnte dann am 28. Oktober 1928 die Kirche "Zum Guten Hirten" eingeweiht werden. Am 28. Oktober ist nun auch in diesem Jahr die Kirchweih, sodass die Gemeinde auf den Tag genau an die Weihe der Kirche vor 90 Jahren erinnert. "Wir freuen uns über dieses Jubiläum besonders auch deshalb, weil wir vor zehn Jahren das Jubiläum gar nicht in der Kirche feiern konnten. Die war damals aus Sicherheitsgründen wegen der statischen Probleme geschlossen", sagt Ortspfarrer Dr. Jürgen Henkel.

1929 wurde der Kirchenbauverein aufgelöst und die Entwicklung des Kirchenwesens hatte schon vorher durch die Erhebung der Hilfsgeistlichenstelle zum exponierten Vikariat einen Abschluss gefunden. Damit war die Trennung der Kirchengemeinde von der Pfarrei Selb vollzogen und damit auch die Wahl eines Kirchenvorstandes verbunden. Im gleichen Jahr wurde der Evangelische Gemeindeverein Erkersreuth und Umgebung gegründet. 1939 wurde neben der Kirche das heutige Pfarrhaus errichtet, und 1940 wurde aus der Filialgemeinde eine Pfarrei.

Die Kirche hat einige bauliche Besonderheiten, vor allem die für evangelische Kirchen in Bayern höchst ungewöhnliche Form des Achtecks. Doch die Kirche erlebte später massive Umgestaltungen im Inneren. So wurde die Kirche 1967 saniert und grundlegend verändert. Dabei wurde unter anderem der Altarraum zugemauert. Damit war das bei Jung und Alt beliebte großflächige Bild vom Guten Hirten nicht mehr zu sehen.

Der bisherige Altar, die vormalige Kanzel und ein Kronleuchter an der Decke des Kirchenschiffs wurden entfernt. Der Mittelgang wurde geschlossen. Es blieben nur zwei schmale Gänge an den Seiten nach vorne, für Einzüge zu Festgottesdiensten und Trauungen war dies höchst unpraktisch. Als neuer Altar diente ein Granitblock. Die neue gemauerte Kanzel war in Grau gehalten. Sie konnte nun über den Kirchenraum betreten werden, nicht mehr über die Sakristei.

"Wir wissen nicht, wo der Kronleuchter, der frühere Altar und die Kanzelteile geblieben sind. Man wollte wohl ganz sicher gehen, dass diese nicht mehr zum Einsatz kommen", sagt Pfarrer Henkel. Die Gemeinde hat diese Veränderungen nie akzeptiert. "Von meinem ersten Hausbesuch im September 2008 an wurde ich immer wieder aufgefordert, mich dafür einzusetzen, dass der Altarraum im Zuge der Sanierung wieder freigelegt und als solcher genutzt wird", erinnert sich Henkel.

Die letzte Sanierung 2009 war nötig wegen gravierender statischer Probleme. "Diese Schäden waren äußerlich kaum sichtbar, aber höchst gefährlich. Der Turm und das Kirchengebäude brachen zentimeterweise immer mehr auseinander. So war die Kirche ab Frühjahr 2008 geschlossen. Es folgte ein mehrjähriger Bauprozess, bei dem immer neue Probleme auftauchten. Im August 2014 erfolgte die feierliche Wiederweihe der Kirche. "Wir freuen uns heute sehr, dass es uns gelungen ist, die Kirche nach den Wünschen der Kirchengemeinde wieder in den Ursprungszustand zu versetzen und vor allem den Altarraum wieder zu öffnen und damit das Altarbild wieder freizulegen", hält Vertrauensfrau Gerlinde Weber vom Kirchenvorstand fest. Nun kann die Kirchengemeinde ein fröhliches Fest zum 90. Geburtstag feiern. J.H.

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Jürgen Henkel
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Veröffentlicht am:
10. 10. 2018
17:44 Uhr

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Jürgen Henkel

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10. 10. 2018
17:44 Uhr



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