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Eindrücke aus europäischen Landen

Musiker aus Pilsen brillieren in Erkersreuth beim deutsch-tschechischen Neujahrskonzert. Sie präsentieren Werke von Bach bis Josef Seger.



Der Organist Jan Esterle und die Sopranistin Magdalena Mestlová bei ihrem Auftritt in der Erkersreuther Kirche. Foto: Jürgen Henkel
Der Organist Jan Esterle und die Sopranistin Magdalena Mestlová bei ihrem Auftritt in der Erkersreuther Kirche. Foto: Jürgen Henkel  

Erkersreuth - Abwechslungsreich, vielfältig im Musikstil und nach Epochen von barock bis modern, klangstark-virtuos in den Instrumenten und brillant-strahlend im Sopran. So lassen sich die Hörerlebnisse beim deutsch-tschechischen Neujahrskonzert zusammenfassen, zu dem die Kirchengemeinde Erkersreuth in die Kirche "Zum Guten Hirten" eingeladen hatte.

Zwei Instrumentalisten und eine Sängerin aus Pilsen waren zu Gast: die Sopranistin Magdalena Mestlová, der Organist Jan Esterle sowie die Flötistin Hana Pumrová, die das Publikum mit ihrem Spiel auf der Querflöte und Blockflöten erfreute. Alle drei bilden ein unschlagbares Trio, wenn es darum geht, klassischen Werken genauso empathisch wie impressiv Leben einzuhauchen, sie werkgetreu darzubieten und gleichzeitig interpretatorisch in die Gegenwart zu transponieren. Das Konzert bot ein echtes musikalisches Erlebnis.

Die dargebotenen Werke des Abends waren höchst unterschiedlich und formten doch zugleich gemeinsam ein harmonisches Ganzes. Jan Esterle spielte auf der hochwertigen Späth-Orgel verschiedene Orgelwerke von Johann Sebastian Bach bis Josef Norbert Seger. So bildete gleich die Toccata und Fuge C-Dur von Josef Seger einen äußerst klangstarken Auftakt. Drei Toccaten mit Fugen des berühmten tschechischen Komponisten waren an dem Abend an der Orgel zu hören, außerdem moderne Stücke von Petr Eben, der 2007 starb, und Johann Sebastian Bach.

Seger ist ein jüngerer Zeitgenosse Bachs, der als Organist und Komponist in Prag wirkte. Seine Werke atmen große Energie und kombinieren diese mit tiefgründiger Besinnlichkeit. Dadurch wirkten vor allem die Toccaten trotz ihrer barocken Entstehungszeit modern und ließen der Kreativität breiten Raum. Jan Esterle schaffte es, die Orgelstücke Segers authentisch und kongenial zu interpretieren, gleichzeitig aber der inneren Freiheit dieser Kompositionen an der Orgel luftig, frisch und grandios zugleich Ausdruck zu geben.

Der kompositorischen Absicht stets präzise folgend und dabei in der akustischen Wirkung doch pointiert spürte Esterle die innere Harmonie auf und schenkte diese dem Publikum, indem er die Struktur und Klangfarben der Stücke regelrecht weiterreichte. Das gilt auch für das opulente Praeludium und die Fuge in E-Dur des deutschen Komponisten Vincent Lübeck, die zum Abschluss erklang.

Gemeinsam mit der Flötistin Hana Pumrová erklangen mehrere Stücke für Orgel und Flöte, wobei Querflöten und Blockflöten gleichermaßen zum Einsatz kamen. Auch hier war die Bandbreite gewaltig und reichte von barocken Choralvorspielen von Dietrich Buxtehude zu "Befiehl du deine Wege", "Erhalt uns, Herr" und "Wir danken dir" bis zum zweiten Satz aus der "Sonatina semplice" und zwei "Duettinos" ("Beschwichtigend" und "Abendlich") von Petr Eben. Flöten und Orgel verschmolzen hier zu einem musikalischen Wohlklang, der zu Herzen ging. Behutsam und doch akzentuiert, eindringlich und doch abgeklärt, kam hier die Orgel daher, blitzsauber, warmherzig und feinsinnig, schwärmerisch, expressiv und einprägsam die jeweiligen Flöten. Esterle und Pumrová schwelgten in vollendeter Klangharmonie durch ihre gemeinsamen Stücke.

Einen weiteren Glanzpunkt des Konzerts setzte die Sopranistin Magdalena Mestlová. Mit ihrer reifen und souveränen, klaren wie strahlenden Stimme füllte sie - von der Orgel sensibel begleitet - die Kirche mühelos aus, ja sie könnte wohl ganze Kathedralen klanglich füllen. Schmetternd, wohlig und ausladend im Forte, elegisch-zart, anrührend und herzergreifend bei den leisen Takten zeigte Mestlová, wie aufregend klassischer Sologesang sein kann.

Sie bot ungewöhnlich rhythmische liturgische Gesänge von Petr Eben genauso überragend und glühend dar wie etwa "Der lieben Sonne Licht und Pracht" von Bach. Mit "Fac ut portem" aus Gioacchino Rossinis "Stabat Mater" erinnerte sie an die Schönheit der italienischen romantischen Musik. Einen romantischen Ausdruck beinhaltete schließlich auch das "Ave Maria" von Giulio Caccini in der Neubearbeitung des modernen amerikanischen Komponisten und Dirigenten Steven Mercurio.

Das Publikum lauschte und genoss ergriffen und spendete den drei musikalischen Gästen aus Tschechien am Schluss dieses beeindruckenden Neujahrskonzerts minutenlangen Applaus und entließ das Trio mit stehenden Ovationen zum Dank für diese grandiosen Musikeindrücke aus europäischen Landen.

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Jürgen Henkel
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Veröffentlicht am:
18. 01. 2019
20:40 Uhr

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Jürgen Henkel

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18. 01. 2019
20:40 Uhr



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