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Selb

Huml macht der Fachschule Mut

Beim 110. Jubiläum in Selb spricht die bayerische Gesundheitsministerin von "positiven Signalen" für ein Designstudio. Oberbürgermeister Pötzsch will noch mehr.



Die Politik gratuliert der Fachschule für Produktdesign zum 11. Geburtstag (von links): Landtagsabgeordneter Rainer Ludwig (Freie Wähler), Landrat Dr. Karl Döhler, Landtagsabgeordneter Martin Schöffel (CSU), die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml, der Selber Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch und Schulleiter Dr. Bernhard Nitsche.	Foto: Andreas Godawa
Die Politik gratuliert der Fachschule für Produktdesign zum 11. Geburtstag (von links): Landtagsabgeordneter Rainer Ludwig (Freie Wähler), Landrat Dr. Karl Döhler, Landtagsabgeordneter Martin Schöffel (CSU), die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml, der Selber Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch und Schulleiter Dr. Bernhard Nitsche. Foto: Andreas Godawa  

Selb - "Positive Signale sind da." Mit diesem kurzen Satz hat die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml der Fachschule für Produktdesign Mut gemacht, dass das geforderte Designstudio in Selb Wirklichkeit wird. Bei der Feier zum 110-jährigen Bestehen der Schule am Freitag sagte sie, dass es noch "nicht sicher ist, wie wir das einfädeln", der gute Wille sei aber von allen Seiten erkennbar. Die Festgesellschaft in der Aula der Schule honorierte das mit warmem Applaus.

Aus Sicht der Gesundheitsministerin sei ein 110. Geburtstag immer ein Grund zum Feiern, gab sich Huml aufgeräumt. Allerdings folge dann immer die Frage: "Wie ist der Jubilar beieinander?" Für die Fachschule gelte ganz klar: Sie ist gut beieinander. "Die Jubilarin ist bei bester Gesundheit und will aktiv weitermachen", konstatierte die Ministerin. Es sei bezeichnend für die Fachschule und ihre Lehrer, dass man sich nie auf dem Erreichten ausgeruht habe, sondern sich weiterentwickelt habe. Huml erinnerte an die 90er-Jahre, die für die ganze Region nicht leicht gewesen seien. Durch den Einbruch der Porzellanindustrie sei auch die damalige Porzellanfachschule in ihrer Existenz bedroht gewesen.

Huml lobte Schulleiter Dr. Bernhard Nitsche und sein Team. "Es sind die Menschen, die es anpacken in der Gewissheit, wir können doch was." Mit Mut, Weitsicht, Durchsetzungsfähigkeit und einer klaren Zielvorstellung sei es der Schule gelungen, mit der Zeit zu gehen und die Lehranstalt als Fachschule für Produktdesign neu auszurichten.

Geschafft habe man das mit Partnern aus der Region, aber auch mit einem Netzwerk zu Unternehmen. Huml hob die hohen fachlichen Ansprüche hervor, wobei die Absolventen die beste Werbung für die Schule seien. "Wir in Oberfranken sind stolz auf die gut ausgebildeten Produktdesigner in den großen Firmen." Die Ministerin bat die Schule, weiter so engagiert zu bleiben: "Oberfranken hat viel zu bieten. Und das darf man auch mal etwas lauter sagen."

Zu dem Festakt begrüßt hatte die Gäste Landrat Dr. Karl Döhler. Die bewegte Geschichte der Fachschule spiegelt nach seinen Worten die Entwicklung der ganze Region wider. Und beide hätten die Krise der 90er-Jahre überwunden, die Schule eben als Fachschule für Produktdesign. Döhler verwies darauf, dass das Design eines Produkts für seinen Erfolg immer wichtiger werde. Deswegen müsse auch die Schule für die Zukunft aufgestellt werden. Das tue der Landkreis als Sachaufwandsträger beispielsweise beim Technikerbau der Schule. Das Gebäude aus den 50er-Jahren werde jetzt entkernt und saniert. Und auch Döhler sprach sich für den Neubau eines Designstudios aus. Darüber stehe man gerade mit dem Freistaat in Verhandlungen. Zurzeit diskutiere man mit zwei Ministerien, "wahrscheinlich weil es jedes machen will", fügte der Landrat leicht ironisch an. Er sei aber guten Mutes. Döhler ließ aber keinen Zweifel daran, dass die Fachschule ein Designstudio für die Zukunft brauche. Immerhin habe die Fachschule eine lange Tradition und die Verantwortlichen hätten immer neue Wege gefunden. Das zeuge von der Stärke und Kreativität der Menschen. "Wir wollen vorne dran sein. Mit der Sanierung und dem Neubau."

Ins gleich Horn stieß der Selber Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch. Die Fachschule stehe in Selb für Tradition, für Nachhaltigkeit, aber auch für Zukunft: "Hier wird die Zukunft gestaltet." Die Absolventen seien weltweit in vielen Firmen und Branchen erfolgreich und gefragt. "Das ist ein Wert nicht nur für Selb und den Landkreis, sondern für Bayern und Deutschland." Deswegen könne die Einrichtung nicht nach dem klassischen Schulsystem bewertet werden. Auch Pötzsch lobte Schulleiter Nitsche für die gelungene Neuausrichtung hin zum Produktdesign.

Die Absolventen haben laut Pötzsch allerdings einen Nachteil: Sie bekommen lediglich ein Technikerzeugnis, obwohl ihre Ausbildung einem Bachelorstudium gleiche. "In England können die Absolventen mit ihrem Zeugnis aus Selb gleich ihren Master machen. In Bayern aber nicht", monierte Pötzsch und fügte an: "Noch nicht." Denn es gehe darum, den Wert der Schule zu erkennen, das dringend benötigte Designstudio zu bauen und vielleicht sogar einen eigenen Campus daraus zu machen.

Auch Bernd Rehorz von der IHK für Oberfranken gratulierte der Schule und dankte für die hervorragende Zusammenarbeit.

Schulleiter Nitsche hatte in seiner Rede kurz den Werdegang von der Königlichen Fachschule für Porzellan zum Beruflichen Schulzentrum für Produktdesign nachgezeichnet. Auch er erinnerte an die 90er-Jahre, als die Schülerzahlen einbrachen. 1996 habe die Schule nur neun Absolventen gehabt. Deswegen habe man heraus aus dem Porzellan neue Branchen und Tätigkeiten entwickeln müssen. Dabei habe es viele Unterstützer gegeben, in der Politik, aber auch in der Industrie. So habe der damalige Designchef von Daimler-Chrysler, selbst Absolvent der Fachschule, viele Türen öffnen können. Dass der Weg der richtige war, zeige sich daran, dass es heuer wieder 52 Absolventen gebe.

Am Schluss gab sich Nitsche kämpferisch: Es sei zu hoffen, dass die Visionen umgesetzt und die Ziele erreicht würden: "Die Sache ist es wert."

Umrahmt wurde die Feier vom Duo "Two Souls".

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Andreas Godawa

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Veröffentlicht am:
19. 07. 2019
17:36 Uhr

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19. 07. 2019
17:36 Uhr



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