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Selb

Mit MINT auf Jobsuche

Zwei Professoren der Uni Bayreuth werben bei Gymnasiasten aus der Region um Nachwuchs. Sie raten, sich bei der Entscheidung für ein Studium gut zu hinterfragen.



Interessiert lauschten die Schüler und Vertreter der Firmen den Vorträgen der Professoren und stellten anschließend viele Fragen. Fotos: Herbert Scharf
Interessiert lauschten die Schüler und Vertreter der Firmen den Vorträgen der Professoren und stellten anschließend viele Fragen. Fotos: Herbert Scharf  

Selb - Was soll ich studieren? Welchen Beruf soll ich erlernen? Oder soll ich nach der Schule erst einmal eine Auszeit nehmen? Diese Fragen plagen viele Schulabgänger kurz vor ihrem Abschluss. Berufe in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) versprechen eine aussichtsreiche Zukunft. Deshalb waren Schüler der zehn beteiligten Schulen der MINT-Reihe zu einem "Kamingespräch" in das Schloss Erkersreuth eingeladen. Unter dem Motto "Mint up your mind" startete die Veranstaltung in ein anspruchsvolles Programm, mit dem die zehn beteiligten einheimischen Firmen Schülern mit Informationen bei der Studien- und Berufswahl helfen, aber auch um Nachwuchs werben wollen.

Dr. Lesch in Selb

Der offizielle Startschuss dieses Jahres für MINT findet am 5. Februar ab 9 Uhr im Rosenthal-Theater statt. Nach der Begrüßung durch den Selber OB Pötzsch, den Landrat und Dr. Roman Pausch folgt ein Vortrag des wohl bekanntesten Physikers Deutschlands, des Münchner Professors Dr. Harald Lesch, bekannt von der ZDF-Sendung "Leschs Kosmos". Der Physiker, Astronom, Naturphilosoph und Autor ist ein Forscher, dem es Spaß macht, über seine Arbeit zu sprechen - auf Deutsch und ohne Fachausdrücke, wie er selbst sagt.

 

Das MINT-Projekt, im vergangenen Jahr gestartet, ist in diesem Jahr nach Auskunft des Selber Oberbürgermeisters Ulrich Pötzsch weiter gewachsen. Hinzu kamen die Hohenberger Ernst Feiler GmbH und die Staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule in Marktredwitz.

 

Landrat Dr. Karl Döhler hieß zu der Infoveranstaltung als Referenten die Professoren Dr. Sven Hüttner und Dr. Andreas Greiner von der Universität Bayreuth willkommen, die über das Thema "Vom Molekül zum Material" sprachen. Greiner ist Inhaber des Lehrstuhls für Molekulare Chemie an der Uni Bayreuth und lehrte vorher in Mainz und Marburg. Er arbeitet an der Synthese von Makromolekülen und Polymeren, die zum Beispiel bei Beschichtungen, Filtern oder Medizinprojekten eine Rolle spielen. Sein Kollege Hüttner, ehemals Schüler des Schiller-Gymnasiums Hof, lehrt und forscht als Juniorprofessor im Bereich hybrider und organischer Elektronik im Fachbereich Chemie an neuen Materialien für Solarzellen.

Döhler freute sich über das große Interesse der Schüler an dem Thema. Er wies darauf hin, dass gerade in den MINT-Berufen der Nachwuchs fehle und warb für die Betriebe. Die Dichte an "Hidden Champions" sei in der Region höher als in München, sagte Döhler. Im Zeitalter der Digitalisierung seien gut ausgebildete Fachkräfte der Motor der Wirtschaft in der Region. Scherzhaft fügte der Landrat hinzu, notfalls könne man mit einer Ausbildung in einem der MINT-Studienzweige auch Politiker werden. Schließlich habe er auch erst einmal Biologie studiert.

Anschließend gaben die beiden Professoren einen Einblick in ihre Arbeit an der Universität Bayreuth. Sie beschrieben die Entwicklung von Polymeren zum Plastik in seinen verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten vom Trinkbecher über Flaschen und Folien bis zum Handy-Display. In wenigen Jahren werde es Biosensoren am Körper geben, die die Gesundheit überwachen und per Handy ausgelesen werden können, erklärten die Experten.

Eine Riesenaufgabe sei auch die Entsorgung oder Verarbeitung des Plastikmülls, der Flüsse und Meere verseuche. Alleine in Deutschland werden im Jahr 19,2 Millionen Tonnen Kunststoff verarbeitet. Das dafür verwendete Öl mache weltweit etwa 4 Prozent des Ölverbrauchs aus. 40 Prozent der Verarbeitung sei für Verpackungen bestimmt. Ein Drittel davon werde recycelt. Fast ebenso viel gehe in die thermische Entsorgung.

In den Griff bekommen müsse man die Verseuchung der Weltmeere mit Plastik. Denn das komme letztlich über die Nahrungskette wieder zum Menschen zurück - mit noch nicht ganz geklärten gesundheitlichen Folgen.

Aber auch der tägliche Reifenabrieb von Autoreifen auf den Straßen belaste die Umwelt. An der Universität Bayreuth suche man deshalb nach Auswegen und neuen Antworten auf drängende Fragen der Verarbeitung und Entsorgung von Plastik. Biologisch abbaubare Grundstoffe würden untersucht und bereits verarbeitet. Nur ein Beispiel dafür sei die Verarbeitung von Apfelsinenschalen für Schuhe und Bekleidung.

In einer Diskussionsrunde konnten die Schüler dann die beiden Professoren mit Fragen rund um das Studium löchern. Sich Zeit lassen bei einer der wichtigsten Fragen im Leben, nämlich dem richtigen Studium und der Berufswahl, war eine der Antworten. Da schade auch eine Auszeit zur Selbsterkundung nichts. "Travel und work" für kurze Zeit seien auch keine schlechte Lösung. Die Vertreter der Firmen ermunterten die Schüler, ruhig einmal in einen Betrieb "hineinzuschnuppern", der sie interessiert. Und nebenbei kam auch noch ein kräftiges Lob von Greiner für die Region. Hier lasse es sich sehr gut leben, bestätigte der Akademiker, der in Mainz und Marburg, aber auch schon in den USA tätig war.

Mit Blumen und einem Geschenk bedankte sich der Selber Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch bei den beiden Referenten.

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Herbert Scharf
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Veröffentlicht am:
16. 01. 2019
16:46 Uhr

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Herbert Scharf

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16. 01. 2019
16:46 Uhr



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