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Neue Generation innovativer Köpfe

64 Auszubildende hat Vishay in Selb derzeit. Die oberfränkische Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz hat sie in der Lehrwerkstatt besucht.



Der 18-jährige Vishay-Auszubildende Julian Künzel aus Selb (rechts) hat in der Lehrwerkstatt ein Bauteil am Computer entworfen. Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, Vishay-Vizepräsident Werner Gebhardt (Mitte) und Manfred König, Ausbildungsleiter Technik, begutachten den Prototypen. Foto: Rainer Maier
Der 18-jährige Vishay-Auszubildende Julian Künzel aus Selb (rechts) hat in der Lehrwerkstatt ein Bauteil am Computer entworfen. Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, Vishay-Vizepräsident Werner Gebhardt (Mitte) und Manfred König, Ausbildungsleiter Technik, begutachten den Prototypen. Foto: Rainer Maier  

Selb - Während der bayerischen "Woche der Ausbildung" ist auch die Regierungspräsidentin von Oberfranken in den Betrieben unterwegs. Am gestrigen Montag hat Heidrun Piwernetz den weltweit agierenden Elektronikkomponenten-Hersteller Vishay in Selb besucht, um sich über die Situation auf dem Lehrstellenmarkt zu informieren. Vishay-Vizepräsident Werner Gebhardt, im Konzern für Personalmanagement zuständig, informierte Piwernetz und Dr. Corinna Boerner, die Leiterin des Bereichs "Wirtschaft, Landesentwicklung und Verkehr" bei der Bezirksregierung, darüber, dass derzeit im Werk Selb mit seinen rund 800 Beschäftigten 64 Auszubildende tätig seien.

Vor anderthalb Jahren hat Vishay Gebhardt zufolge die zuvor auf mehrere Orte auf dem Betriebsgelände verstreute Lehrwerkstatt in einem Neubau zusammengefasst. Hier biete das Unternehmen 26 gewerblich-technische Ausbildungsplätze an, von denen Vishay selbst zwanzig nutze. Die sechs übrigen stelle man anderen Selber Unternehmen zur Verfügung. "Ein Beitrag, den wir dem Standort Selb gerne geben."

Dass zum Beispiel die angehenden Industriemechanikerinnen und -mechaniker monatelang an großen Metallblöcken herumfeilten, um den Umgang mit dem Werkzeug einzuüben, sei längst passé, sagte Gebhardt. "Das machen wir nur noch ganz kurz. Wir wollen den jungen Leuten in der Ausbildung Spannenderes bieten."

So habe ein Team aus Azubis unlängst erfolgreich einen Stratosphärenflug durchgeführt. Der im Werk Selb von den Lehrlingen konzipierte und gebaute Heliumballon war - mit einer kleinen Figur, dem "Vishaynauten", samt Kamera an Bord - mehrere Kilometer hoch aufgestiegen, bis er wegen des dort oben fehlenden Luftdrucks wie geplant platzte. An einem Fallschirm schwebte der "Vishaynaut", brav ständig GPS-Daten und Fotos sendend, zurück zur Erde. Er landete ausgerechnet auf dem Gelände des US-Truppenübungsplatzes in Grafenwöhr. "Es hat uns schon ein paar Telefonate gekostet, unser Stratosphären-Projekt dort wieder herauszuholen", sagte Gebhardt mit einem Schmunzeln.

Ein Dreivierteljahr hatten Auszubildende verschiedener Fachrichtungen gemeinsam an der Entwicklung des Ballons gearbeitet. Noch heute sind sie von dem technisch herausfordernden Projekt begeistert, wie sie Heidrun Piwernetz im Gespräch bestätigten. So stelle er sich eine attraktive Ausbildung vor, sagte Gebhardt.

Im europäischen Mutterhaus des weltweit agierenden Konzerns, der 2019 mit etwa 23 000 Beschäftigten in fünfzig Ländern rund 2,7 Milliarden US-Dollar (2,45 Milliarden Euro) Umsatz machen wird, rücken Gebhardt zufolge "immer neue Generationen von Innovativen" nach. Vishay fülle fast alle freien Stellen mit selbst geschulten Nachwuchskräften. Auch er habe hier als kaufmännischer Lehrling angefangen.

Die Regierungspräsidentin dankte dem US-amerikanischen Unternehmen für sein Engagement in Oberfranken, lobte den "umfassenden Ansatz" in der Ausbildung. Vishay sucht Gebhardt zufolge schon in der Mittelschule nach geeigneten Lehrlingen. In sieben Berufsfeldern bilde man aus. Der Konzern arbeite aber auch eng mit Hochschulen und Universitäten zusammen und biete zwei Bachelor-Abschlüsse auf dem Dualen Bildungsweg an. Piwernetz würdigte zudem die Anstrengungen des Konzerns, in Selb "ein attraktives Paket an Rahmenbedingungen zu schaffen". Gebhardt sagte, die Selber Firmen hätten erkannt, dass sie gemeinsam Dinge schaffen müssten, "die eine Stadt in dieser Größenordnung einfach haben muss".

Der Vishay-Vizepräsident bat Piwernetz ganz konkret um Unterstützung für die Aufwertung der Produktdesign-Fachschule zur Hochschule. "Wenn sich diese Möglichkeit bietet, müssen wir zupacken", sagte er. Auch die eben veröffentlichte Hightech-Agenda von Ministerpräsident Markus Söder fand Gebhardt interessant: "Da gibt es eine ganze Reihe von Punkten, die wir uns sehr genau anschauen werden." Bei Vishay sehe man Technologieführerschaft als Bedingung für die Zukunft an.

Kritik übte Gebhardt an der neuerdings ausgesetzten Evaluation der Berufsschulen in Oberfranken. Die Bewertung als Qualitätsmerkmal habe den Schulen gut getan, sagte er.

Dringend verbesserungsbedürftig sei der öffentliche Nahverkehr: "Unsere Auszubildenden kommen aus einem Umkreis von etwa fünfzig Kilometern. Viele sind mit 16, 17 Jahren noch nicht selbst mobil." Diese hätten große Probleme, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Arbeitsplatz oder in die Berufsschule zu kommen.

Die Regierungspräsidentin gab Gebhardt recht: "Mobilität ist eines unserer vordringlichsten Themen." Möglicherweise werde die Aufnahme Oberfrankens in den Nürnberger Verkehrsverbund VGN bald ein besseres Angebot bringen.

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Rainer Maier
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Veröffentlicht am:
14. 10. 2019
18:28 Uhr

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Rainer Maier

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Veröffentlicht am:
14. 10. 2019
18:28 Uhr



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