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Selb

Schätze der Sakralkunst in Selb

Der neue Kirchenführer macht neugierig darauf. Autor Peter Morsbach stellt bedeutende Werke aus den katholischen Gotteshäusern vor.



Dekan Hans Klier (rechts) und Professor Dr. Peter Morsbach (Zweiter von links) übergaben Vertretern der Pfarrgemeinden, der Kindertagesstätten, der Ökumene und der Stadt Selb jeweils ein Exemplar des neuen Kirchenführers. Foto: Jürgen Henkel
Dekan Hans Klier (rechts) und Professor Dr. Peter Morsbach (Zweiter von links) übergaben Vertretern der Pfarrgemeinden, der Kindertagesstätten, der Ökumene und der Stadt Selb jeweils ein Exemplar des neuen Kirchenführers. Foto: Jürgen Henkel   » zu den Bildern

Selb - Mit einem Festabend haben die katholischen Pfarreien aus Selb im Pfarrsaal von Herz Jesu den neuen Kirchenführer zu den vier katholischen Gotteshäusern der Stadt vorgestellt. Der Autor der 64-seitigen Hochglanzbroschüre und Verleger Professor Dr. Peter Morsbach aus Regensburg präsentierte die neue Publikation mit einem fesselnden Vortrag und vielen Bildern. Das Büchlein zeigt, was die katholischen Kirchen der Stadt für Kunstschätze bereithalten und welche bedeutenden Künstler diese Werke geschaffen haben.

Dekan Hans Klier machte in seiner Einführung deutlich: "Nach der Reformation gab es kaum noch Katholiken in Selb. 1850 wurden unter 4500 Einwohnern gerade einmal zwölf Katholiken gezählt. Mit der Industrialisierung und auch den Heimatvertriebenen nach 1945 fanden viele Katholiken hier eine neue Heimat. So sind nach dem Zweiten Weltkrieg vier neue Gotteshäuser in nur gut einem Dutzend Jahren entstanden. Und es waren immer großartige Künstler und Baumeister daran beteiligt. Wir freuen uns sehr, dass der neue Kirchenführer nun auch als Frucht aus dem Besuch der Künstlerin Isolde Maria Joham aus Wien in kurzer Zeit und auf so professionellem Niveau entstanden ist." Klier dankte dem Autor und Verleger Peter Morsbach und dem Verlagsrepräsentanten Hubert Kerscher für die gelungene Publikation.

Im Rahmen der von der Sängerin Brigitte Traeger musikalisch begleiteten Buchpräsentation schlug Morsbach, seines Zeichens Professor für Architektur, Kunstgeschichte und Denkmalpflege an der Technischen Hochschule Regensburg und Beauftragter des Bistums Regensburg für die Inventarisierung kirchlichen Kulturguts, zunächst den Bogen zum gewaltigen Mosaik "Himmlisches Jerusalem" von Isolde Maria Joham in der Kirche Herz Jesu, mit dem er sich im Auftrag des Bistums zu beschäftigen hatte. "Schnell wurde mir klar, dass es damit allein nicht getan ist und die Kirchen hier einige besondere Kunstschätze zu bieten haben." Gleichzeitig habe er festgestellt, dass wenig Infomaterial existierte. "Die vorhandenen Darstellungen waren alt und die Bilder in Schwarz-Weiß."

So habe er mit seinem Verlag ohne Zögern auf die Anfrage von Dekan Klier positiv reagiert, für die katholischen Kirchen vor Ort einen Kirchenführer zu publizieren. "Unsere Kirchenführer sind im Querformat DIN A 5, nachdem gerade Kirchen viele Motive mit Querformaten bieten. Ursprünglich war der Führer kleiner gedacht, aber Dekan Klier wollte etwas richtig Schönes und Nachhaltiges bekommen. Nun sind alle vier katholischen Kirchen aus Selb, Erkersreuth und Mittelweißenbach und die bedeutenden Kunstwerke dieser Kirchen umfangreich abgebildet", so Morsbach.

Der Verleger und Autor plauderte aus dem Nähkästchen. So sind die Fotoaufnahmen von Ende März ("bei minus 17 Grad") an in einem knappen halben Jahr entstanden. "Das Licht ist in der Kirche bei Schnee draußen anders als wenn vor den Fenstern grüne Bäume blühen. Mit Gerald Richter hatten wir einen der besten deutschen Architekturfotografen Deutschlands zur Verfügung, der alles mit brillanten Bildern dokumentiert hat."

Tabellarische Überblicke zur Baugeschichte der Kirchen sind in dem Kirchenführer ebenso enthalten wie eine Darstellung des Wiederaufblühens des katholischen Lebens in Selb ab Mitte des 19. Jahrhunderts. Auch historische Fotos der Vorgängerkirche von Herz Jesu sind zu sehen. Morsbach betonte die Bedeutung der Kircheninventarisierung auf Bistumsebene. "Ohne die umfangreiche Archivarbeit im Rahmen der Inventarisation wäre auch dieser Kirchenführer so nicht möglich gewesen."

Morsbach nahm seine zahlreichen Zuhörer mit auf einen Spaziergang durch die vier Kirchen und zu deren Kunstwerken. Er stellte von dem Mosaik in Herz Jesu mit seinen über 1,4 Millionen Mosaiksteinchen über die aussagestarken Farbfenster in Heilig Geist bis zur beeindruckenden Marienstatue in Erkersreuth die besonders sichtbaren, aber stets auch nicht auf den ersten Blick ersichtlichen Kunstschätze anschaulich vor. Mehrfach sprach er begeistert von "herausragenden Meisterwerken der zeitgenössischen Kirchenkunst", etwa dem Bronzerelief "Der Auszug aus Ägypten" von Peter Mayer (1938 bis 2009) und dem großen Joham-Mosaik in Herz Jesu, den Glasfenstern in Heilig Geist, aber auch der Marienstatue von Adolf Engl (1912 bis 1995) in der Erkersreuther Kirche. Er unterstrich: "Selb startete mit diesen vier Kirchenbauten völlig neu. Die Pfarrer hatten den richtigen Blick für zeitgenössische Kunst. Und unser Führer will neugierig machen, hinzugehen und das alles anzuschauen."

Immer wieder kam er auf die großartigen Werke von Isolde Maria Joham aus Wien zu sprechen. So fragte er etwa bei den 1,4 Millionen von Joham einzeln handgeschnittenen Mosaiksteinchen des Mosaiks in Herz Jesu das Publikum: "Wissen Sie, was das heißt? Schneiden Sie mal eine Million Kartoffeln." Zu den Glasfenstern der Wiener Künstlerin in Heilig Geist hielt er fest: "Die Spiegelungen der Fenster wandern in der Kirche mit der Sonne an den unbemalten Wänden entlang. Das ergibt zu jeder Stunde einen anderen Eindruck. Setzen Sie sich doch einmal im Sommer einen ganzen Tag lang in die Kirche und lassen Sie das auf sich wirken."

Die knapp zwei Stunden der Buchpräsentation waren wie im Flug vergangen. Auch Vertreter der Ökumene wie Pfarrer Andreas Münster hatten dem festlichen Abend beigewohnt. Der neue Kirchenführer ist ab sofort in den Pfarrämtern und den Kirchen für fünf Euro pro Exemplar erhältlich.

Autor

Jürgen Henkel
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Veröffentlicht am:
28. 11. 2018
18:12 Uhr

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Jürgen Henkel

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28. 11. 2018
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