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Stadt macht Namen alle Ehre

Schönwald übergibt die neu gestaltete Mitte an ihre Bürger. Der lange Umbau-Prozess kommt zum Abschluss.



Zahlreiche Ehrengäste überzeugten sich bei der Einweihung der neuen Mitte persönlich davon, dass der Umbau des Schönwalder Zentrums gelungen ist.
Zahlreiche Ehrengäste überzeugten sich bei der Einweihung der neuen Mitte persönlich davon, dass der Umbau des Schönwalder Zentrums gelungen ist.   » zu den Bildern

Schönwald - "Schönwald macht seinem Namen alle Ehre!" Mit diesem Ausspruch brachte Heidrun Piwernetz, Regierungspräsidentin von Oberfranken, all das auf einen Punkt, was die neue Stadtmitte von Schönwald ausmacht. Die Stadt habe Weitsicht und langen Atem bewiesen und aus dem Straßendorf eine Gemeinde mit einem zentralen Treffpunkt gemacht. Dies werde langen Bestand haben. Denn wer baut, zeige Zuversicht, und wer baut, habe Zukunft. Die Regierung von Oberfranken unterstütze solche Projekte gerne, denn sie seien ein wichtiges Signal für die ganze Stadt und für die Region.

Aus dem Bund-Länder-Programm Stadtumbau West hat Schönwald etwa 2,4 Millionen Euro erhalten bei einer Gesamt-Investitionssumme von rund 3,6 Millionen Euro. Aber das muss noch nicht das Ende bedeuten. Die Förderoffensive Nordostbayern mit einem einheitlichen Fördersatz von 90 Prozent verstärkt die Aufbruchsstimmung. Damit können Straßen saniert, Geschäfte reaktiviert und das innerstädtische Wohnen attraktiver gemacht werden.

Tatsächlich ist schon viel passiert in Schönwald. Es dauerte zwar mehr als zehn Jahre, bis der Umbau der Stadtmitte abgeschlossen war. Aber die Zeit für die Planung, für ein schrittweises Vorgehen, für eine intensive Bürgerbeteiligung und für eine qualitativ hochwertige Umsetzung hat sich gelohnt.

"Leben in der neuen Mitte" war nicht nur das Schlagwort für das Bürgerfest am Samstag. Den neue Raum in der Ortsmitte sollen die Schönwaldern intensiv nutzen. Die verantwortlichen Planer, Vinzenz Dilcher vom Planungsbüro "Umbau Stadt" und Marcus Hamberger von "Freiraumpioniere Landschaftsarchitekten", beide aus Weimar, haben das Projekt von Anfang an begleitet. Für sie war es die erste richtig große berufliche Aufgabe nach Studium und wissenschaftlicher Arbeit an der Hochschule. Entsprechend engagiert und motiviert haben sie im Jahr 2007 begonnen.

Neben dem ganzen fachlichen Wissen, das sie erworben hatten, war ihnen eines klar: Wir müssen die Bürger bei allen Schritten beteiligen! Nur dann kann ein so großer Stadtumbau auch wirklich gelingen und von der Bevölkerung angenommen werden. Gespräche mit Senioren und Jugendlichen, mit Schule, Kindergärten und Vereinen nahmen breiten Raum ein. Nur so konnte für jede Altersgruppe ein passgenaues Angebot entstehen. Und die Einheimischen nutzten das Angebot bereits intensiv. Kinder haben den neuen Spielplatz längst für sich erobert. Senioren, nicht nur aus dem angrenzenden Seniorenheim "Haus Perlenbach", genießen die Weite und die Ruhe im Bürgergarten. Jugendliche toben sich auf dem Sportplatz aus. Und alles geht ohne Störung für die anderen Altersgruppen, weil die einzelnen Areale voneinander abgegrenzt sind, weil genügend Raum für alle vorhanden ist.

Die beiden Planer haben Schönwald auch ein Gastgeschenk versprochen, allerdings noch nicht mitgebracht. Es wird ein Gingko-Baum sein, eine für Weimar bedeutende Baumart, da sie an Johann Wolfgang von Goethe erinnert. Noch wird er in einer Baumschule auf das harte Klima in Schönwald vorbereitet, auf "Fränkisch Kanada", wie es so treffend auf der Homepage der Stadt Schönwald heißt.

Bürgermeister Klaus Jaschke hatte in den vergangenen Jahren alle Fäden zum Stadtumbau in der Hand. Sein Vorgänger im Amt, Robert Frenzl, hatte den Anstoß gegeben und den ersten Teil der Arbeiten begleitet, Jaschke hat diese Aufgabe fortgeführt und zum Ende gebracht. Beide werden von vielen Schönwaldern dafür gelobt. Sie seien die richtigen Menschen für dieses Projekt gewesen.

Sichtlich stolz war er, als er in seinen Begrüßungsworten allen Bürgern dankte, die sich am Bau der neuen Mitte beteiligt haben. "Das Besondere in unserer Stadt ist der Zusammenhalt zwischen den Bürgern, den Vereinen und der Stadtverwaltung." Dank sagte Jaschke auch an die staatlichen Institutionen, die mit dem Stadtumbau zu tun hatten: den Bund und den Freistaat für die großzügige Förderung, die Regierung von Oberfranken und das Landratsamt, die beide nicht nur mit ihrer Rechtsaufsicht zum Gelingen des Projekts beigetragen hätten.

Der besondere Dank des Bürgermeisters galt den Planern, Handwerkern und weiteren Unternehmen aus der Region, die mit ihren Mitarbeitern auch schwierige Anforderungen prima umgesetzt hätten. Erfreut war Jaschke auch darüber, dass viele Bürgermeister aus den Landkreisen Wunsiedel und Hof seiner Einladung zur Einweihung gefolgt sind. Und er begrüßte die Porzellankönigin Larissa II., die der Riege der Ehrengäste einen besonderen Glanz verlieh.

Autor

Peter Pirner
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Veröffentlicht am:
10. 09. 2017
16:42 Uhr

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Peter Pirner

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10. 09. 2017
16:42 Uhr



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