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Selb

Vereine fordern mehr Unterstützung ein

Der Freistaat ist laut Stadtsportverband in der Pflicht, Clubs finanziell zu helfen. Ulrich Pötzsch hält den Fördersatz von 30 Prozent für nicht ausreichend.



Selb - Häufig waren die Hauptversammlungen und Gesamtausschuss-Sitzungen des Stadtverbandes der Selber Sportvereine geprägt von Rückblicken und Vorschauen auf Altbewährtes. Bei der diesjährigen Gesamtausschuss-Sitzung im Vereinsheim des Tennisclubs Selb standen jedoch Themen im Mittelpunkt, die auf Veränderungen hindeuten. Ob die Vereinsförderung, die öffentliche Präsentation der Vereine, der Zeitpunkt der Sportlerehrung und noch einiges mehr - so manches soll oder kann nicht bestehen bleiben wie gehabt.

Eine Sache, die vielen Vereinen große Sorgen bereitet, ist die unzureichende Förderung von größeren Projekten. Der Selber Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch bedauerte, dass ihm hier aufgrund des nicht genehmigten Haushalts die Hände gebunden seien und legte gleichzeitig die Zuständigkeit in höhere Ebenen: "Andere Formate können nicht aus den Kommunen kommen, hier sind der Freistaat Bayern und der Bezirk Oberfranken gefragt." Auch der aktuelle Fördersatz von 30 Prozent ist für Pötzsch nicht ausreichend. "Bei wirklichen Großprojekten, wie beispielsweise einer Hallensanierung, ist das oft nur ein Tropfen auf den heißen Stein", stellte er sich auf die Seite der betroffenen Vereine.

Stefan Merz, der Vorsitzende des Stadtverbandes der Selber Sportvereine, informierte über ein interessantes Vorhaben der für die Bayerisch-Tschechischen Freundschaftswochen zuständigen Selb 2023 gGmbH. Die plant am Wochenende 23./24. Juni 2018 einen Naturerlebnistag auf dem Goldberg, zu dem die Sportvereine um Mitwirkung in Form einer Präsentation ihrer Outdoor-Aktivitäten gebeten werden. Das Event soll im März detailliert vorgestellt werden.

Um die Präsentation der Vereine bei Veranstaltungen ging es auch in einer späteren Diskussion. Werner Kraus, Vorstandsvorsitzender der Turnerschaft Selb, zog in Erwägung, nach dem Vorbild der Stadt Hof künftig im Abstand von zwei bis drei Jahren eine Sportmesse durchzuführen. Die Koordination soll der Stadtsportverband übernehmen. Dem wurde jedoch entgegengesetzt, dass es mit dem Bürgerfest bereits eine Plattform für Vereine gibt. "Alle Vereine werden jährlich angeschrieben, das Interesse ist aber gering", erwiderte zweite Bürgermeisterin Dorothea Schmid. Ein zweites Event wäre definitiv zu viel. Alternativ wäre es möglich, die Sportmesse in den Naturerlebnistag einzubeziehen.

Die Sportlerehrung 2017 bezeichnete Stefan Merz als eine wie immer schöne Veranstaltung. Termin für die nächste Sportlerehrung ist Freitag, 20. April. Merz betonte dabei, dass sich der Vorstand des Stadtsportverbandes einstimmig dafür ausgesprochen hat, den Freitag als Veranstaltungstag beizubehalten. Wegen einer möglichen Überschneidung mit Play-off-Spielen des VER Selb wurde um eine Verlegung auf Samstag gebeten, doch auch da gebe es Sporthighlights und außerdem sei die Verfügbarkeit des Rosenthal-Theaters nicht gewährleistet. Ein späterer Termin, etwa im April, habe auch seine Tücken, sagte Merz. Einen Vorschlag für den Sportehrenbrief hat Merz bereits erhalten, für die Sportehrenurkunde sind hingegen noch keine Meldungen eingegangen. Zur Diskussion stand die Würdigung von Sportlern, die aus Selb stammen, nun aber nicht mehr in ihrer Heimatstadt wohnhaft und aktiv sind und an ihrer neuen Wirkungsstätte auf höherklassiger Ebene bemerkenswerte Erfolge erzielen. Merz stellte fest, dass durch die Ehrungssatzung der Stadt Selb hierfür durchaus Möglichkeiten gegeben sind. Problematisch sei eher die Zuständigkeit für die Antragsstellung. Soll sie beim Heimatverein oder beim Stadtsportverband liegen?

Auf die Selber Ballnacht 2017 blickte der Vorsitzende des Stadtsportverbandes ebenfalls positiv zurück. Am 5. Mai nächsten Jahres wird es im Rosenthal-Feierabendhaus zur Neuauflage kommen, die Band Pina Colada ist bereits für ein weiteres Mal verpflichtet. "Ich denke, der Erfolg der Selber Ballnacht gibt uns recht, diese traditionsreiche Veranstaltung für tanzfreudige Menschen weiter fortzuführen", strahlte Merz schon jetzt große Vorfreude aus und lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Mitveranstalter Forum Selb erleben.

Allgemeine Zufriedenheit herrschte mit die Belegung der Selber Sporthallen. Trotz der aktuellen Renovierung der Gymnasiumhalle sind größere Probleme ausgeblieben. "Der Alternativ-Belegungsplan funktioniert gut", sprach auch Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch ein Lob aus. Allerdings, so musste er eingestehen, werde der vorgesehene Termin zur Wiedereröffnung der Halle im Februar nicht zu halten sein. Mittlerweile wurde der Termin nach hinten korrigiert. "Da sind wir im Plan, vermutlich kann es im April weitergehen", schloss Pötzsch weitere Verzögerungen aber aus.

Abschließend beklagte sich Stefan Merz über einige Vereine, die durch regelmäßige Abwesenheit bei den Sitzungen des Stadtsportverbandes negativ auffallen. Der Vorschlag, diese Vereine in irgendeiner Form zu bestrafen, ist durch die Satzung nicht gerechtfertigt. Zumindest möchte Merz aber mit einem Anschreiben entgegenwirken. Doris Netzsch vom Schützenclub Einigkeit Buchwald-Längenau monierte die zuletzt fehlende Bereitschaft der Selber Schützenvereine das traditionelle Ausschießen des Stadtschützenkönigs auszurichten. Nach Sitzungsende kamen die Vertreter aller Vereine zur Problemlösung an einem Tisch zusammen. Dorothea Schmid appellierte an alle Vereine, die ausreichend vorhandenen Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme mit der Partnerstadt Pardubice deutlich intensiver zu nutzen: "Nur so kann die Partnerschaft funktionieren."

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Stefan Specht
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Veröffentlicht am:
12. 10. 2017
17:09 Uhr

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Stefan Specht

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Veröffentlicht am:
12. 10. 2017
17:09 Uhr



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