Topthemen: HöllentalbrückenBrandserieHof-GalerieKaufhof-PläneGerch

Wirtschaft

25 Millionen Euro für die Uni

In Bayreuth entsteht ein Bayerisches Zentrum für Batterietechnik. Innerhalb von fünf Jahren sollen 114 neue Stellen entstehen, davon allein zwölf Professuren.



Das Bayerische Zentrum für Batterietechnik (BayBatt) ist eröffnet: Prof. Michael Danzer, Lehrstuhl Elektrische Energiesysteme, Kanzler Dr. Markus Zanner und Wissenschaftsministerin Prof. Marion Kiechle geben den Startschuss zu einem Batteriesystem. Foto: Peter Kolb
Das Bayerische Zentrum für Batterietechnik (BayBatt) ist eröffnet: Prof. Michael Danzer, Lehrstuhl Elektrische Energiesysteme, Kanzler Dr. Markus Zanner und Wissenschaftsministerin Prof. Marion Kiechle geben den Startschuss zu einem Batteriesystem. Foto: Peter Kolb  

Bayreuth - Das Batteriezentrum sei die konsequente wissenschafts- und wirtschaftspolitische Antwort auf aktuelle und künftige Fragen im Bereich Energie und Mobilität, sagte Wissenschaftsministerin Marion Kiechle bei der Einweihung am Donnerstag. Das Batterietechnik-Zentrum werde "ein Leuchtturm" für die Region Oberfranken im Zukunftsfeld Batterieforschung und Batterieentwicklung werden. Kiechle kam gestern anstelle von Ministerpräsident Markus Söder nach Bayreuth, der wegen Terminverschiebungen kurzfristig abgesagt hatte. Die Wissenschaftsministerin hatte das Konzept am Dienstag bereits im Ministerrat vorgestellt.

Die Uni Bayreuth

Die Universität Bayreuth hat rund 13 400 Studierende, 1100 wissenschaftliche Beschäftigte, 241 Professorinnen und Professoren und etwa 900 nichtwissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.


Ministerpräsident Söder verkündete im April in seiner Regierungserklärung, dass Bayreuth ein interdisziplinäres Batterieforschungszentrum bekommen soll. "Jetzt haben wir den 6. September und alles mit Vollgas auf den Weg gebracht." Deutschlandweit einzigartig wird sich das Zentrum in Forschung und Lehre der gesamten Wertschöpfungskette von Batterien widmen. Das beginnt beim Material und reicht von intelligenten Systemen und vernetzten Speichern bis zur Batteriesicherheit.

Autos "made in Bavaria" seien ein Exportschlager. Die Automobilzulieferindustrie sei in Oberfranken stark vertreten. "Es gibt kaum ein Kfz-Teil, das nicht in Oberfranken hergestellt wird", sagte Kiechle. Das Zentrum soll Brücken bauen zwischen Forschungseinrichtungen zu Batteriematerialien sowie ingenieurwissenschaftlichen Lehrstühlen und Automobil- und Geräteherstellern. Das Ziel ist, elektrochemische, materialwissenschaftliche, ökonomische, informationstechnische und ingenieurwissenschaftliche Aufgaben fachübergreifend zu bearbeiten. Die an der Batterietechnik beteiligten Arbeitsgruppen sollen sich in Verbundprojekten und über Industrieaufträge mit der Wirtschaft vernetzen. Damit könne die Praxis zügig von deren Ergebnissen profitieren.

Auch die Studenten sollen etwas vom neuen Forschungs- und Entwicklungszentrum für Batterietechnik haben. Dafür wird die Universität ab 2021 einen neuen Bachelor- und einen neuen Masterstudiengang "Batterietechnologie und Batteriesystemtechnik" einrichten. In der Aufbauphase bis 2020 sollen zwei Professuren besetzt werden. Zudem wird eine Nachwuchsgruppe mit Doktoranden gebildet und ein gemeinschaftliches Labor gegründet. Physiker, Chemiker, Wirtschaftsinformatiker und Ingenieurwissenschaftler arbeiten im Bayerischen Zentrum für Batterietechnik künftig zusammen. Die Investition erstreckt sich auf die nächsten fünf Jahre und soll sich im nächsten bayerischen Doppelhaushalt in Höhe von acht Millionen Euro niederschlagen. Bis dahin gehe die Universität Bayreuth in Vorleistung. Die jährlichen laufenden Kosten betragen 1,6 Millionen Euro, so Kiechle. "Wir sorgen dafür, dass dem BayBatt nicht der Saft ausgeht." Die Batterietechnik sei eine Schlüsseltechnologie und trage dazu bei, die Position der bayerischen Autoindustrie auf dem Weltmarkt zu sichern. "Wir müssen schneller als die anderen sein." Bayern habe die Entwicklung im Übrigen nicht verschlafen, sondern habe schon im Jahr 2008 die Zukunftsoffensive Elektromobilität gestartet. "Bayern war immer Autoland und wird Autoland bleiben."

Prof. Danzer vom Lehrstuhl für Elektrische Energiesysteme wird das neue Zentrum in Bayreuth mit anderen Wissenschaftlern zusammen aufbauen. Batterien verrichteten eher im Hintergrund ihren so wichtigen Dienst. Im Smartphone, in Solarmodulen, in Elektroautos und womöglich in elektrischen Flugtaxis - "die Batterie macht's", sagte Danzer. Die Forscher wollen unter anderem an intelligenten Batterien und vernetzten Batteriespeichern arbeiten, die in komplette Energiesysteme eingebettet sind. "Wir erleben gerade die Evolution der Lithium-Batterie", sagte Danzer. "Was wir planen, ist ihre Revolution für künftige Generationen." Danzer bedankte sich bei der Staatsministerin für ihre "visionäre Haltung und Durchsetzungskraft" und versprach den baldigen Beginn der "Bayreuther Batterie Festspiele". Erste Ergebnisse sind voraussichtlich frühestens in einem Jahr zu erwarten.

Der Ministerpräsident hatte in der Kabinettssitzung festgestellt: "Damit zeigt sich Bayern schlagkräftig in den Zukunftstechnologien Energie und Mobilität und stellt sich im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig auf."

Autor

Ute Eschenbacher
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
07. 09. 2018
00:00 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Batterietechnik Markus Söder Millionen Euro Ministerpräsidenten Universität Bayreuth
Bayreuth
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
In modernen Elektroautos steckt viel Batterietechnik. Forscher in Bayreuth haben die als Thema. Foto: Peter Kolb; Illustration: Patrick P. Palej/Adobe Stock

26.04.2018

Uni Bayreuth fühlt sich bestens vorbereitet

Auch wenn der Präsident von Söders Entscheidung überrascht wurde: Das geplante Zentrum für Batterietechnik werten Leible und seine Forscher als bedeutenden Schritt. » mehr

Wirtschaft sieht wichtige Impulse

18.04.2018

Wirtschaft sieht wichtige Impulse

In Hof wird ein Standort von "Invest in Bavaria" eröffnet. Die Uni Bayreuth erhält ein Forschungs- zentrum für Batterie- technik. Söders Pläne kommen gut an. » mehr

Wirtschaft sieht wichtige Impulse

18.04.2018

Wirtschaft sieht wichtige Impulse

In Hof wird ein Standort von "Invest in Bavaria" eröffnet. Die Uni Bayreuth erhält ein Forschungs- zentrum für Batterie- technik. Söders Pläne kommen gut an. » mehr

Professor Ralf Moos zeigt einen Partikelfilter. An einer möglichst optimalen Lösung für Benzinmotoren forscht er jetzt mit seinem Team. Foto: Andreas Harbach

13.02.2018

Keine Chance für Rußpartikel

Nicht nur Diesel: Forscher der Universität Bayreuth arbeiten an Filterlösungen für Benzinmotoren. » mehr

Experten gaben Handwerkern Tipps zum Digitalen.	Foto: Frank Wunderatsch/HWK

21.09.2018

Aus analogen Handwerkern werden digitale Fachleute

Experten geben in Bayreuth einen Einblick in Möglichkeiten, die das Internet und Computer den Betrieben bieten. Es geht um Datenschutz und Kundenansprachen. » mehr

Die Insulinspritze ist noch ganz analog. Der Blutzuckerspiegel kann im Gegenzug aber bereits vollständig digital überwacht werden.	Fotos: Rolf Vennenbernd/dpa, Andreas Harbach

10.09.2018

Chancen der digitalisierten Medizin

Bayreuther Wissenschaftler kooperieren mit einem führenden Hersteller von Software für Arztpraxen. Neue Technologien helfen unter anderem Menschen, die an Diabetes leiden. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Rockman Run auf der Luisenburg

Rockman Run auf der Luisenburg | 22.09.2018
» 162 Bilder ansehen

Summer-Opening auf der Bowling-Bahn in Kirchenlamitz

Summer-Opening auf der Bowling-Bahn in Kirchenlamitz | 23.09.2018
» 60 Bilder ansehen

Erste Fightnight in Hof

Erste Fightnight in Hof | 23.09.2018
» 82 Bilder ansehen

Autor

Ute Eschenbacher

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
07. 09. 2018
00:00 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".