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Wirtschaft

Brose dreht an der Kostenschraube

Der Automobilzulieferer erwirtschaftet weniger als erwartet. Der Konzern leidet vor allem unter der unsteten Entwicklung der Weltwirtschaft.



Allein am Bamberger Firmenstandort erwirtschaftete Brose mit 3,2 Milliarden Euro rund die Hälfte des Gruppenumsatzes. Foto: Brose
Allein am Bamberger Firmenstandort erwirtschaftete Brose mit 3,2 Milliarden Euro rund die Hälfte des Gruppenumsatzes. Foto: Brose  

Coburg - Die sich abschwächende Konjunktur in der Automobilbranche beeinträchtigt auch die Geschäftsentwicklung der Brose Gruppe. Im vergangenen Jahr hat der Zulieferer mit rund 6,3 Milliarden
Euro einen Umsatz knapp unter
Vorjahresniveau erwirtschaftet.
Das Ergebnis habe allerdings deutlich unter den Erwartungen gelegen, wie Kurt Sauernheimer, Vorsitzender der Geschäftsführung bei einer Versammlung von Gesellschaftern und Beiräten in Würzburg laut Mitteilung sagte.

Deshalb sei ein Programm zur Kostenreduktion gestartet worden, um Prozesse, Strukturen und Personalkapazitäten anzupassen und so die Wettbewerbsfähigkeit der Brose- Gruppe zu stärken.

Die konjunkturellen Schwankungen weltweit sorgten für ein bewegtes Geschäftsjahr, wie Brose mitteilt. "Während wir in der ersten Jahreshälfte noch sechs Prozent gewachsen sind, ging der Umsatz im zweiten Halbjahr um sieben Prozent zurück", erklärte Sauernheimer. Brose habe sich zwar besser entwickelt als der globale Automobilmarkt, der um 1,2 Prozent zurückgegangen ist, "mit unserem Ergebnis können wir jedoch nicht zufrieden sein", erklärt der Vorsitzende der Geschäftsführung.

Die Ursachen seien ungeplante Kosten beim Anlauf neuer Produkte und Aufwendungen zur Qualitätssicherung, gleichzeitig hätten die Vorleistungen in Produkte für die kommenden automobilen Trends zu Personalaufbau und höheren Investitionen geführt. "Dadurch sind unsere Fixkosten überproportional gestiegen", schildert Sauernheim. "Höhere Rohstoffpreise, Strafzölle und Sondersteuern haben die Rendite zusätzlich belastet."

Mit 3,2 Milliarden Euro Umsatz, einem Minus von 0,5 Prozent, trug der Geschäftsbereich Tür in Bamberg mehr als die Hälfte zum Gruppenumsatz bei, wie Brose schreibt. Das in Coburg beheimatete Geschäft mit Sitzstrukturen erzielte demnach rund zwei Milliarden Euro (minus 2,4 Prozent), der Bereich Antriebe aus Würzburg erwirtschaftete über eine Milliarde Euro (plus 0,9 Prozent).

Trotz der weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Lage beteilige Brose die Beschäftigten einschließlich der Zeitarbeiter am Geschäftsergebnis 2018. Dafür stelle das Familienunternehmen rund 46 Millionen Euro bereit.

Der Umsatz im ersten Quartal 2019 habe fünf Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen, gleichzeitig sei das Ergebnis signifikant eingebrochen. Deshalb seien kurzfristige Maßnahmen eingeleitet worden, die bereits im laufenden Geschäftsjahr zu Kosteneinsparungen in deutlich zweistelliger Millionenhöhe führen sollen.

Die Maßnahmen sollen laut Mitteilung die Effizienz verbessern und gleichzeitig die Innovationsfähigkeit stärken. So will der Zulieferer seine Organisation verschlanken, die Wettbewerbsfähigkeit steigern und außerdem den Technologiewandel der Autoindustrie mitgestalten.

"Mit diesem Programm sichern wir das erforderliche Ergebnis, um notwendige Investitionen für das künftige Wachstum aus eigener Kraft zu stemmen und die Unabhängigkeit unseres Familienunternehmens zu wahren", sagte Sauernheimer. In den kommenden drei Jahren fließen zudem rund 1,5 Milliarden Euro in die Entwicklung neuer Produkte, technische Anlagen und den weltweiten Ausbau von Standorten.

Brose sieht in den neuen Mobilitätstrends mehr Chancen als Risiken. Innovative Produkte wie selbsttätig öffnende Türen, flexible Lösungen für den Innenraum oder Thermalmanagement für E-Fahrzeuge bieten dem Automobilzulieferer Möglichkeiten für weiteres Wachstum, wie er weiter schreibt.

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Veröffentlicht am:
16. 05. 2019
20:08 Uhr

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Veröffentlicht am:
16. 05. 2019
20:08 Uhr



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