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Wirtschaft

Fachkräftemangel als Bremse?

Oberfrankens Wirtschaft braucht auch künftig Tausende neue Fachkräfte. Das geht aus einer Studie hervor. In welchen Branchen herrscht der größte Bedarf?



Fachkräfte gesucht: Insbesondere in der Produktion besteht auch künftig große Nachfrage nach qualifiziertem Personal. Fotos: Ingo Bartussek/Adobe Stock, NP-Archiv
Fachkräfte gesucht: Insbesondere in der Produktion besteht auch künftig große Nachfrage nach qualifiziertem Personal. Fotos: Ingo Bartussek/Adobe Stock, NP-Archiv   » zu den Bildern

Coburg - Die Sicherung von Fachkräften bleibt in den nächsten Jahren eine zentrale Herausforderung für Deutschland, Bayern und Oberfranken. Im Jahr 2025 werden 2,9 Millionen Fachkräfte am deutschen Arbeitsmarkt fehlen, davon 350 000 in Bayern und 64 000 in Oberfranken. Das ist ein Ergebnis der Studie "Arbeitslandschaft 2025" der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW), erstellt durch die Prognos AG. Die Lage für Oberfranken hat die VBW in Coburg vorgestellt.

Der Vorsitzende der VBW-Bezirksgruppe Oberfranken, Thomas Kaeser, sagte: "In Oberfranken ist die Zahl der offenen Stellen seit 2012 von 5900 auf knapp 13 900 nach oben gegangen. In unserem Regierungsbezirk besteht die größte Nachfrage nach Tätigkeiten in Produktion und Fertigung, knapp 5000 offene Stellen gibt es in diesem Bereich." Außerdem seien Fachkräfte im Bereich Verkehr und Logistik mit rund 2600 sowie im Gesundheits- und Sozialbereich mit knapp 1800 offenen Stellen stark nachgefragt.

Besonders deutlich zeigt sich der Mangel den Prognosen des Verbands zufolge bei den beruflich Qualifizierten. Während sich bei den Akademikern nahezu flächendeckend ein Arbeitskräfteüberschuss abzeichnet, fehlen in Bayern Personen mit einer beruflichen Qualifikation. Kaeser: "Hinzu kommt der ‚qualifikatorische Mismatch‘. Das heißt: Für die Unternehmen wird es schwieriger, Personal mit der passenden Qualifikation generell und konkret am Unternehmensstandort zu finden. Treiber für dieses Ungleichgewicht ist die fortschreitende Digitalisierung."

Zur Fachkräftesicherung sieht die VBW fünf Handlungsfelder: breite Bildungsoffensive, Verbesserung der Beschäftigungschancen, vor allem von Arbeitslosen oder von Arbeitslosigkeit Bedrohten, Erhöhung der Erwerbsbeteiligung, insbesondere von Frauen, und Nutzung aller Arbeitszeitpotenziale. Ergänzend zu den ersten vier, auf den heimischen Arbeitsmarkt fokussierten Maßnahmen, fordert die VBW die gezielte Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland.

Gelingt es nicht, den Fachkräftebedarf über geeignete Maßnahmen zu decken, können nach Einschätzung der VBW Produktions- und Wachstumspotenziale nicht ausgeschöpft werden. Investitionen am Standort müssten unterbleiben. Die VBW hat deshalb zusammen mit der bayerischen Staatsregierung die Initiative "Fachkräftesicherung+" ins Leben gerufen. Die Aktion ist mit einer Vielzahl von Projekten und einer koordinierenden Taskforce angelaufen. Ziel ist es demnach, bis zum Jahr 2023 rund 250000 zusätzliche Arbeitskräfte für die bayerische Wirtschaft zu gewinnen.

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Veröffentlicht am:
01. 07. 2019
19:52 Uhr

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01. 07. 2019
19:52 Uhr



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