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Wirtschaft

IHK fordert Mobilfunkausbau auf dem Land

Im kommenden Jahr werden die Frequenzen für den neuen 5 G-Standard vergeben. Die ländlichen Regionen sollen dabei den Anschluss nicht verlieren.



Schon bald sollen 5 G-Netze etabliert sein. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Schon bald sollen 5 G-Netze etabliert sein. Foto: Sebastian Gollnow/dpa  

Bayreuth - Die Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5 G bietet aus der Sicht der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Oberfranken Bayreuth viele Chancen. Da Milliardeninvestitionen seitens der Mobilfunkanbieter nötig sind, haben diese verständlicherweise großes Interesse daran, das Netz dort auszubauen, wo es sich für sie lohnt, schreibt die Kammer. "Deshalb ist es wichtig, die Rahmenbedingungen frühzeitig in einem Masterplan für eine zukunftsfähige, aber auch flächendeckende Mobilfunkversorgung in Deutschland festzulegen", fordert IHK-Präsidentin Sonja Weigand in einer Pressemitteilung.

Die Technik

Für Anfang 2019 ist die Lizenzvergabe für den neuen Mobilfunkstandard 5 G geplant. 5 G soll eine Datenrate haben, die bis zu 100-mal höher liegt als bei heutigen LTE-Netzen und eine 1000-fach höhere Kapazität haben, aber gleichzeitig nur ein Tausendstel der Energie für die Übertragung eines Bits benötigen soll. Schätzungen gehen davon aus, dass Mobildienste einen um 90 Prozent niedrigeren Stromverbrauch haben werden. Dieser neue Mobilfunkstandard soll etliche neue Anwendungen ermöglichen, beispielsweise im Bereich der Industrie 4.0 und dem vernetzten Fahren.


Laut Koalitionsvertrag sollen die benötigten Funkfrequenzen nur gegen flächendeckende Versorgung vergeben werden. Der Vertrag konzentriert sich demnach auf Bundesfernstraßen. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen auch das nachgeordnete Straßennetz und Bahnstrecken erschlossen werden. "Das wird aus unserer Sicht nicht reichen", betont IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner. "Schließlich wird sich der Netzausbau für die Unternehmen, die die Lizenzen ersteigern, nicht überall lohnen." Der ländliche Raum laufe dadurch Gefahr, abgehängt zu werden. Dies wäre gerade für eine Industrieregion wie Oberfranken ein Rückschritt. Dadurch drohten Standortnachteile, warnt Hohenner.

Der Koalitionsvertrag zielt mit dem Netzausbau zwar in erster Linie auf den Massenmarkt, volkswirtschaftlicher Mehrwert werde aber vor allem dann generiert, wenn Unternehmen möglichst überall 5 G-basierte Anwendungen nutzen können. "Das 5 G-Netz muss deshalb auch bedarfsgerecht der Wirtschaft vor Ort zur Verfügung stehen", betont Hohenner. "Nur dann können Unternehmen neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle entwickeln."

Die IHK fordert deshalb Planungssicherheit ein. Es sei klar, dass die Realisierung der 5 G-Infrastruktur etliche Jahre in Anspruch nehmen werde und von den Telekommunikationsnetzbetreibern erhebliche Investitionen abverlangt. "Bund und Länder müssen unter Einbeziehung der Wirtschaft rechtzeitig vor dem eigentlichen Frequenzvergabeverfahren die Rahmenbedingungen klar definieren", fordert Weigand. "Wenn Deutschland führender Technologiestandort bleiben will, brauchen wir eine Kombination aus einer deutschlandweiten Einführung einerseits und einer bedarfsgerechten und priorisierten Versorgung von Wirtschaftsstandorten in der Fläche andererseits."

Oberfranken habe sich deshalb frühzeitig positioniert mit der Forderung nach einer Pilotregion Oberfranken Digital, ergänzt Weigand. In ihrer letzten Sitzung hat die IHK-Vollversammlung eine entsprechende Resolution verabschiedet und Forderungen für einen Bildungs- und Technologiestandort Oberfranken aufgestellt, bei dem auch die 5 G-Infrastruktur eine wichtige Rolle spielt.

Wie die IHK weiter mitteilt, hat sich die Kammer in einem Schreiben an den bayerischen Wirtschaftsminister Josef Pschierer gewandt und um Unterstützung für dieses Pilotprojekt gebeten. Die Umsetzung der Heimatstrategie der Staatsregierung setze schließlich einen entsprechenden Ausbau der digitalen Infrastruktur voraus, sowohl beim Glasfasernetz als auch bei der Mobilfunktechnologie, schreibt die IHK.

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Veröffentlicht am:
22. 08. 2018
21:48 Uhr

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22. 08. 2018
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