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Wirtschaft

Kommentar: Entzauberte Helden

Kaum eine Organisation in Deutschland arbeitet so medienwirksam wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Und das, obwohl sie mit nur etwa 360 Mitgliedern kaum größer ist als manch ein Dorffußballverein.



Ihr Geschäftsführer Jürgen Resch ist stets zur Stelle, wenn Geböller und Schmutzdiesel die Luft verpesten und war schon am Platz, bevor Greta Thunberg beschloss, freitags nicht in die Schule zu gehen. Wenn er spricht, fangen Konzernbosse und Politiker an, zu zittern. Er und die Umwelthilfe scheinen damit die deutsche Antwort auf Captain Planet, den Öko-Superhelden der 90er-Jahre, zu sein.

 
Eine ihrer Superkräfte hat die Umwelthilfe aber offenbar ganz unheldenhaft eingesetzt: Das Recht, Unterlassungsklagen für Wettbewerbs- und Verbraucherverstöße auszusprechen. Allein 2017 verdiente sie knapp 2,46 Millionen Euro durch Erträge aus der ökologischen Marktüberwachung – gut das Zehnfache von dem, was der Bundesverband der Verbraucherzentralen zur gleichen Zeit durch Abmahnverfahren einnahm. Eine stolze Summe für so einen kleinen Verein.
 
Möglich sind diese Einnahmen, weil mehrere Mitarbeiter der Umwelthilfe das Internet täglich nach Angeboten durchforsten, die möglicherweise gegen irgendwelche Öko-Richtlinien verstoßen. Zudem geistern einige Umwelthilfespitzel wie Bluthunde durch die Republik und kontrollieren Ladenangebote vor Ort. Nehmen sie Witterung auf, wird gnadenlos abgemahnt. Gegenwehr ist für Händler mitunter teuer. Darum zahlen viele einfach. Dieses aggressive Vorgehen lässt den Klimaretterverein wirken, als sei er tatsächlich nur eine Abmahnkanzlei. Ein Wolf im grasgrünen Schafspelz.
 
Solchen Vorwürfen widerspricht Resch vehement. Der Verein trete lediglich systematisch in Situationen auf, in denen der Staat zu lasch reagiere. Diese Aussage entlastet die DUH aber nicht. Sie hört sich eher danach an, als hätte sie sich urdeutsches Spießertum zur Berufung gemacht. Resch und seine Mitstreiter sehen in diesem Licht aus wie grüne Schurken, die ihre Macht nutzen, um ihre Mitmenschen zu knechten. Zeit, ihnen endlich das Handwerk zu legen.
Autor

Andreas Wolfger
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Veröffentlicht am:
25. 04. 2019
22:07 Uhr

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25. 04. 2019
22:07 Uhr



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