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Wirtschaft

Leichter Aufwärtstrend im Handwerk

Die Geschäftslage des Wirtschaftszweigs in Oberfranken hat sich im Zuge der Lockerungen der Corona-Beschränkungen verbessert. Aber der Weg zurück zur Normalität ist noch weit.



Kosmetiker klagen auch in Oberfranken über eine angespannte Geschäftslage. Foto: Hendrik Schmidt
Kosmetiker klagen auch in Oberfranken über eine angespannte Geschäftslage. Foto: Hendrik Schmidt  

Bayreuth/Hof/Coburg - Durch die Lockerungen in der Corona-Krise meldet das oberfränkische Handwerk wieder leicht anziehende Geschäfte und Tendenzen einer konjunkturellen Aufwärtsbewegung. Im Zuge des Neustarts hat sich die Geschäftslage im Handwerk wieder etwas verbessert und der Geschäftsklimaindex ist auf 105 Punkte gestiegen, wie die Handwerkskammer (HWK) mit Blick auf ihren Konjunkturbericht zum zweiten Quartal mitteilt.

Die Mehrheit der Befragten konnten demnach eine mindestens befriedigende Geschäftslage vorweisen. Auch blicken die Handwerksunternehmen wieder etwas optimistischer in die Zukunft. Während im ersten Quartal noch 60 Prozent der Inhaber von einer weiteren Verschlechterung der Geschäftslage ausgingen, hat sich dieser Anteil nunmehr auf ein Viertel reduziert.

Besonders bemerkenswert sei, dass trotz der Corona-Pandemie per Saldo gerade einmal nur etwas mehr als jeder 20. Betrieb im oberfränkischen Handwerk Entlassungen vornehmen musste, sagt HWK-Präsident Thomas Zimmer. Derart stabile Beschäftigungsverhältnisse unterstreichen ihm zufolge die Bedeutung des Handwerks als Stabilitätsanker der Wirtschaft. Zimmer: "Für mich ist das ein starkes Zeichen und betont die Systemrelevanz unserer Handwerksbetriebe. Während Großunternehmen zahlreiche Stellen streichen, hält das Handwerk an seinen Mitarbeitern fest."

Für eine Entwarnung sei es dennoch zu früh, so der Präsident weiter. "Unsere Mitgliedsbetriebe melden weiterhin hohe Umsatzeinbußen und starke Auftragsrückgänge. Wenn wir hier keine Trendumkehr schaffen, laufen wir Gefahr, auch im Handwerk in eine tiefe Rezession zu rutschen." Man sei noch weit von einer Rückkehr zur Normalität entfernt. Fehlende Mitarbeiter, strenge Hygieneauflagen und teils unterbrochene Lieferketten würden bei einigen Betrieben für niedrigere Umsätze bei gleichzeitig höheren Kosten sorgen.

Unterschiedlich ist die Situation in den einzelnen Branchen. Während im Bauhauptgewerbe mehr als 60 Prozent der Betriebe ihre Kapazitäten zu 90 Prozent ausgelastet haben, zeigt sich insbesondere bei Friseuren und Kosmetikern und im Gesundheitsgewerbe eine gegenteilige Entwicklung. Jeweils fast die Hälfte der Befragten geben an, im zweiten Quartal weniger als 50 Prozent ausgelastet gewesen zu sein.

Angesichts der noch immer angespannten Lage dürften auf die Betriebe keine neuen bürokratischen oder finanziellen Belastungen zukommen, warnt die HWK. In diesem Zusammenhang sei es unverständlich, warum die Umstellung auf zertifizierte Kassen nicht verschoben wurde. "Auch mit der Mehrwertsteuersenkung hat man in dieser Form unseren Mitgliedern keinen Gefallen getan. Im Gegenteil: Mitten in der Krise bekommen wir regelrechte Bürokratiebrocken aufgetischt", klagt Zimmer. red

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Veröffentlicht am:
10. 07. 2020
18:24 Uhr

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10. 07. 2020
18:24 Uhr



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