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Wirtschaft

Senivita sammelt an der Börse Geld für neue Heime

Die Senivita Social Estate AG platziert zwei Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 30 Millionen Euro an der Börse.



In Marktredwitz betreibt Senivita den Luisenhof, eine Einrichtung für Menschen, die am Prader-Willi-Syndrom leiden. Foto: Florian Miedl
  Foto: Florian Miedl

Die Senivita Social Estate AG (SSE), der Bayreuther Betreiber, Entwickler und Vermarkter von Pflegewohnanlagen, will in den nächsten Jahren in der Region investieren. Das soll unter anderem über die Börse finanziert werden. In einem ersten Schritt werden Anleihen im Volumen bis zu 30 Millionen Euro an der Börse platziert. Die Anleihen sind hoch verzinslich, aber auch mit Risiken behaftet, wie der Börsenprospekt warnt.

„Wir benötigen das Geld einerseits, um eine bestehende Anleihe, die im Mai des nächsten Jahres ausläuft, zu bedienen und andererseits den operativen Geschäftsbetrieb der SSE sicherzustellen und letzten Endes auch weiter zu wachsen , sagt SSE-Chef Horst Wiesent.

Die SeniVita Social Estate AG entwickelt und baut nicht nur Wohnanlagen für Senioren, sondern betreibt diese auch, mit Tochtergesellschaften der SeniVita Social Estate AG. „Ziel ist es, bundesweit zwischen vier und zehn Anlagen nach dem neuesten Stand zu bauen“, sagt Wiesent, Vorstands-Chef der SeniVita Bau-Firma. Das Investitionsvolumen dafür würde 40 bis 100 Millionen Euro betragen. Der Bedarf für neue Pflegewohnanlagen sei da, sagt Wiesent, und er will weiter wachsen. Was dazu fehlt: Geld. Und das gibt es an der Börse.

Wer dort Geld einsammeln will, darf nicht nur die Chancen, die mit dem Geschäftsmodell verbunden sind, beschreiben, sondern muss auch eine Risiko-Einschätzung darüber mitliefern, was passieren kann, wenn die Pläne nicht aufgehen. Und das liest sich dann so: Das Geschäftsmodell der SeniVita Social Estate AG habe sich noch nicht „in vollem Umfang im Markt etabliert“, heißt es. Wenn sich Gesetze ändern, könnte die Gefahr bestehen, dass das Geschäftsmodell „nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden“ könne.

Das sind harte Sätze, die in einem mehr als 200 Seiten dicken Prospekt zum erneuten Börsengang stehen, aber „nichts Außergewöhnliches“, sagt Wiesent. „Wir sind verpflichtet, auf diese Risiken hinweisen, auch wenn sich dies dramatisch liest. Es ist nicht leicht, Anleihen auf die Beine zu stellen und diese genehmigt zu bekommen“, sagt er.

Noch in dieser Woche geht er auf „Roadshow“ in Deutschland und Luxemburg. 40 Investoren will er treffen – von Vermögensverwaltungen und größeren Fonds. „Die kennen Prospekt und Firma.“ Und die Risiken? „Wir unterliegen denselben Risiken wie andere Firmen auch. Allerdings kommen wir aus einer Verlustsituation und befinden uns immer noch in einer Restrukturierungsphase“, sagt er. Für 2019 erwartet die SSE insgesamt noch einen Verlust – nicht zuletzt auch wegen der Kosten für den Börsengang.

Zunächst sind es bis zu 30 Millionen Euro frisches Geld, die die SeniVita Social Estate AG mit Anleihen einsammeln will. Auch um sogenannte Wandel-Anleihen zurückzuzahlen, die Anleger 2015 gezeichnet hatten. Diese werden im Mai nächsten Jahres fällig. Wobei Wiesent hofft, dass aus den alten Geldgebern neue Aktionäre werden.

Dabei sind die Zinsen bei den SeniVita-Anleihen sehr hoch, bei einer der neuen Anleihen bis zu neun Prozent. Das beinhaltet eine Risikoprämie, wie bei anderen Anlagen mit hohen Zinsen. Aber wie kann SeniVita überhaupt solche Zinsen anbieten – in einem Markt, wo andere Betreiber es schwer haben? Geht das auf Kosten der Senioren? „Nein, wir sind eine gemeinnützige Gesellschaft und unterliegen einer genauen Kontrolle. Aber allein die Tatsache, dass wir am Kapitalmarkt sind und hohe Zinsen zahlen, ist für viele suspekt“, sagt Wiesent. Andere Betreiber müssen ihre Zahlen nicht so transparent machen. Auch das Konzept von SeniVita werde oft „nicht verstanden“. In den Wohnanlagen würde nur bezahlt, was man buche. Und insgesamt sind die Zuzahlungen für Bewohner dabei geringer als in herkömmlichen stationären Pflegeeinrichtungen.

Wiesent ist Chef über mehr als 1000 Mitarbeiter, zu seiner Unternehmensgruppe gehören neben der SeniVita Social Estate AG weitere Pflegewohnanlagen und auch Schulen.

Autor

Otto Lapp
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Veröffentlicht am:
31. 10. 2019
18:28 Uhr

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Otto Lapp

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Veröffentlicht am:
31. 10. 2019
18:28 Uhr



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