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Wunsiedel

Entscheidungsträger in der Kritik

Bei der Bürgerversammlung in Tröstau monieren die Besucher mangelnde Kommunikation. Nun will man in Zukunft offener aufeinander zugehen.



Bürgermeister Heinz Martini und der Gemeinderat standen den Besuchern der Bürgerversammlung im "Siebenstern" Rede und Antwort. Foto: Schi.
Bürgermeister Heinz Martini und der Gemeinderat standen den Besuchern der Bürgerversammlung im "Siebenstern" Rede und Antwort. Foto: Schi.  

Tröstau - "Aussprache, Empfehlungen, Wünsche" heißt es so schön auf den Tagesordnungen zu den Bürgerversammlungen. Eine deutliche Aussprache hat es auch bei der Bürgerversammlung im "Siebenstern" in Tröstau nach dem Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Heinz Martini gegeben. Am Ende waren sich allerdings alle einig: Es wird zu wenig zwischen Bürgern und Rathaus kommuniziert.

Um einiges länger als der Bericht des Gemeindeoberhauptes hat die anschließende Diskussion gedauert. Über 50 Bürger machten sich gegenüber dem fast komplett vertretenen Gemeinderat mit ihren Wünschen Luft. Dabei blies den Entscheidungsträgern ein kräftiger Wind entgegen, denn die Bürgerinnen und Bürger monierten vor allem fehlende Kommunikation und die mangelnde Pflege von verschiedenen Bereichen in der Gemeinde, was sie dem Gemeinderat und dem Bürgermeister anlasteten. Vor allem würden Anfragen und Briefe der Einwohner von der Gemeinde nicht beantwortet.

Zunächst stieß der Zustand des Petzelweihers auf Kritik einiger Besucher. Das Waldbad ziehe vor allem keine Kinder und Jugendlichen an, so der einhellige Tenor. Zu viele Karpfen würden im Weiher schwimmen. Auch die Beschaffenheit des Umfelds mit dem Volleyballfeld und der maroden Rutsche würden kaum zum Badevergnügen einladen. "Bereits im Mai haben wir in einem Brief an die Gemeinde darauf aufmerksam gemacht, eine Antwort ist bis heute ausgeblieben", beklagten Gabi und Horst Nürnberger. Die Karpfen dienten dazu, das Gras im Weiher kurz zu halten, erwiderte Martini. "Ich lade Sie ein, sich ehrenamtlich zu engagieren", richtete er sich an die Bürger. So könne sich beispielsweise eine Pflegegemeinschaft um die Anlagen des Waldbads kümmern.

Sabine Dötterl bekrittelte vor allem den Zustand der Außenanlagen um die Grundschule, insbesondere die Laufbahn und das Kleinfeld. Auch darauf habe der Elternbeirat bereits seit Längerem hingewiesen. Wie in seinem Jahresrückblick wies Martini daraufhin, dass vor dem Abschluss der Sanierung der Turnhalle keine Maßnahmen ergriffen würden. Demnach stehe die Sanierung kurz vor dem Abschluss. Die Verzögerungen seien der Schwierigkeit, Handwerker zu bekommen, sowie Materialengpässen geschuldet. Erst im Frühjahr werde daher das Kleinfeld erneuert. Über die Sinnhaftigkeit des Erhalts der Laufbahn waren sich jedoch auch die Bürger uneinig. Während Rainer Klein ("Die Zustände sind eine Schlamperei.") auf dem Erhalt bestand, um dem Bewegungsdrang der Schüler gerecht zu werden, hielt Christian Kreipe die Anlage für so wenige Klassen "überdimensioniert". Zudem gebe es in Nagel eine Kunststoffbahn.

Zudem wünschten sich die Bürger mehr Synergieeffekte bei der Ausstattung der Kinderspielplätze. Die Gemeinde hat laut Bürgermeister neue Spielgeräte für Leupoldsdorf über Spenden angeschafft; die sollen im Frühjahr aufgestellt werden. Benjamin Schwander, Vorsitzender des Vereins Tröstau aktiv, wies jedoch darauf hin, dass der Verein ebenfalls über Mittel verfüge, um die Gemeinde beim Kauf weiterer Geräte zu unterstützen.

Zum Projekt "Alt-Tröstau - Neue Mitte” hatte Martini vorher mitgeteilt, dass die Angebotsabgabe an die Architekten verschickt wurde, um im Frühjahr einige Gebäude abzureißen. Hier hakte Wolfgang Hermann nach, was abgerissen und was entstehen solle. Hier sei das Ergebnis offen. "Zunächst wird geprüft, was machbar und was sinnvoll ist”, antwortete Martini. "Auf jeden Fall sollen die Bürger in die Planungen mit einbezogen werden." Trotz erstmals wieder genehmigten Haushalts gehe es aber vor allem darum, was bezahlbar ist.

Wie in anderen Kommunen und wie fast in jedem Jahr lagen den Bürgern auch die üblichen Themen am Herzen. Schon lange ein Dorn im Auge ist ihnen, vor allem den Fußgängern, die Parksituation an der Schule und am Kinderhaus "Arche Noah". Weitere Punkte waren das Nachkommen der Räum- und Streupflicht sowie wilde Ablagerungen an den Glascontainern. Nach Ansicht des Bürgermeisters resultieren diese Ärgernisse aus Bequemlichkeit und Rücksichtslosigkeit mancher Zeitgenossen.

Die Bürger regten zudem eine Verbesserung des Internetauftritts der Gemeinde, E-Ladestationen für Autos und Fahrräder, Begrüßungstafeln und mehr Blühwiesen an. Wirtin Olena Kais wünschte sich die Rückkehr des Weihnachtsmarktes in die Dorfmitte, und Hans Panzer vom Seniorenbeirat erinnerte daran, beim Umbau des Alten Schulhauses in Leupoldsdorf einen behindertengerechten Eingang zu berücksichtigen. Holger Kuhbandner brachte die Kontroverse am Ende auf den Punkt: "Nicht immer nur schimpfen, auch mit anpacken.”

Autor

Christian Schilling
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
06. 11. 2019
17:28 Uhr

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Christian Schilling

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Veröffentlicht am:
06. 11. 2019
17:28 Uhr



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