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Wunsiedel

Im Gemeinderat Röslau rauchen die Köpfe

Das Gremium steht vor großen Entscheidungen bei der Schulsanierung und der Zukunft der Pappenfabrik. Entschieden ist aber noch nichts.



Röslau - Nicht nur angesichts der hohen Temperaturen hat sich das Gremium bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Röslau die Köpfe heiß geredet. Grund für hitzige Diskussionen boten die Tagesordnungspunkte Abbruch der ehemaligen Pappenfabrik mit Altlastenbeseitigung und Revitalisierung des Grundstücks sowie die Generalsanierung der Grundschule Röslau im Zuge des Finanzausgleichs. Allerdings zeigten sich die Rätinnen und Räte dabei wenig entscheidungsfreudig: Einige Themen werden den Gemeinderat auch noch in den folgenden Sitzungen nach der Sommerpause beschäftigen.

Die Sanierung der Grundschule war bereits Diskussionsstoff in der vorhergehenden Sitzung. Dabei hatten einige Gemeinderäte Verbesserungen oder Änderungen gefordert. Peter und Philipp Wolfram vom gleichnamigen Architekturbüro in Selb entkräfteten nun die Forderung. So sei ein Neubau, egal in welcher Weise, stets teurer geworden als die Sanierung. Ebenfalls keine Option sei der Erhalt des Heizkessels der bestehenden Gasheizung, da dieser schon 30 Jahre auf dem Buckel habe. Genügend Raum wäre hingegen für eine Pelletheizung, ein Heizkraftwerk bezeichnete der Architekt hingegen als unrentabel. Auch eine reine Gasheizung empfahl der Experte nicht.

Vielmehr schlugen die Architekten, ebenso wie die Energieagentur, eine Kombination aus Pelletheizung und Photovoltaikanlage (PV) vor. Das Thema Heizung soll nun aber in einer weiteren Sitzung gesondert behandelt werden. Dabei wollen die Gemeinderäte dann auch entscheiden, ob die Räume mit wasserführenden Deckenstrahlplatten anstatt Radiatoren ausgestattet werden.

Kein Weg vorbei führe daran, bei Altbau, Neubau und Turnhalle die Eindeckungen und Rinnen zu erneuern. Als neue Dacheindeckung rieten hier die Architekten zu Folien mit Photovoltaik. Auch müssten im Altbau neue Fenster und Türen mit Dreifachverglasung eingebaut sowie die Elektroinstallation im gesamten Komplex komplett erneuert werden. Zukunftsweisend wäre bei der Elektroinstallation der Ausbau mittels KNX-System, ein intelligentes Konzept zur Vernetzung und Steuerung von Gebäudetechnik sowie der Ausbau eines Netzwerkes inklusive Wlan im gesamten Gebäude.

Weiter seien Arbeiten am Wärmedämmverbundsystem sowie beim Trockenbau nötig. Erneuert werden müssten Teppich- und PVC-Beläge im gesamten Gebäude sowie die Fliesen in den Sanitärräumen. Die Turnhalle benötige einen neuen Sportboden. Auf Wunsch des Gremiums soll auf den Einbau eines Aufzugs verzichtet werden. Weitere Arbeiten stünden unter anderem mit Estrich- und Malerarbeiten und bei den Außenanlagen an. Bei geschätzten zwei Jahren Bauzeit müsse überprüft werden, ob es sinnvoll sei, die Container für Unterricht, Schulverwaltung und Toiletten zu kaufen und nach der Sanierung wieder zu verkaufen, erklärte Philipp Wolfram.

"Jetzt haben wir eine Vorstellung davon, was auf uns zukommt", sagte Bürgermeister Torsten Gebhardt. Das Gemeindeoberhaupt bezifferte die Gesamtkosten auf 3,6 Millionen Euro inklusive PV-Anlage. Nun gelte es, Gespräche mit der Regierung von Oberfranken wegen der maximalen Förderung zu suchen.

Tief in die Tasche greifen muss die Gemeinde wohl auch bei der Revitalisierung der ehemaligen Pappenfabrik. Ein Konzept dazu stellten Landschaftsarchitektin Marion Schlichtiger und Architekt Ralf Köferl vor. Teile der Fabrik seien demnach bereits abgerissen. Nun gelte es, die Altlasten zu beseitigen, da in einigen Hallen noch Material gelagert werde. Dazu müsste zunächst ein Auftrag zur Altlastenerkundung erteilt werden. Dann wird festgestellt, was sich noch in den Hallen befindet, und wie dies zu entsorgen oder zu verwerten ist.

Die Grundidee für die weitere Nutzung sei, das Gelände als Ausflugsziel zwischen Röslau und Weißenstadt als Weg entlang der Eger zu nutzen und an das Gelände, auf dem das Thusfest stattfindet, anzubinden. Von den noch bestehenden Mauern würden demnach einige abgerissen, andere blieben erhalten. Bestehen bleibe auf jeden Fall das Betriebsgebäude des Wasserkraftwerks. Davor sollen an der breitesten Stelle auf der einen Seite Stellplätze für Campingmobile und auf der anderen Seite Parkplätze entstehen. Auch Toilettenanlagen seien angedacht. Durch einen Weg mit Serpentinen soll das Areal an den künftigen Eger-Radweg angebunden werden.

Im weiteren Verlauf sollen an dem Weg entweder Sportgeräte aus Metall - ähnlich wie im Kurpark von Weißenstadt - oder ein Naturlehrpfad entstehen. Außerdem planten die Architekten einen Durchbruch durch eine Mauer. Ein Steg soll dann den Blick auf die Egerauen freigeben. Im hinteren Bereich vor der Brücke über die Eger könnte entweder eine Plattform für Ruhe zum Verweilen sorgen, oder eine Art natürlicher Wasserspielplatz entstehen. Die Kosten sollen nun bis September ermittelt werden. Dann gehe es in die Detailplanung und die Ausschreibung. Wenn die große Halle und einige Mauerreste abgebrochen seien, könne im Frühjahr 2020 mit dem Bau begonnen werden, erklärte Schlichtiger.

Die Meinungen der Gemeinderäte über das Vorhaben reichten von "interessant" und "ansprechend" bis hin zu "charmant". Angeregt wurde zudem eine Ladestation für E-Bikes. Im Endeffekt entschieden sich die Räte für die Wohnmobilstellplätze mit Toilettenanlagen. Auch der steile Stichweg zum Radweg soll gebaut werden, zudem die Ladestation für die E-Bikes. Am hinteren Ende setzten die Entscheidungsträger auf eine natürliche Variante vor der Brücke über die Eger. Den Aussichtssteg befürwortete der gesamte Gemeinderat. Nur über die Ausmaße soll hier noch diskutiert werden. "Entscheidend wird bei der Ausführung die Höhe der Förderungen sein", sagte Gemeinderat Bernd Nürnberger. Bürgermeister Gebhardt erklärte, dass es für das Projekt verschiedene Möglichkeiten der Förderung gebe.

Am Ende der zweieinhalbstündigen Sitzung fasste das Gremium dann doch noch einen Beschluss: Ausrichter für das 142. Volks- und Wiesenfest in Röslau ist demnach der TV Röslau 1862.

Autor

Christian Schilling
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Veröffentlicht am:
31. 07. 2019
17:54 Uhr

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Autor

Christian Schilling

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Veröffentlicht am:
31. 07. 2019
17:54 Uhr



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