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Wunsiedel

Schöne Landschaften, Ängste und Krieg

Der Marktleuthener Künstler Andreas Tschinkl zeigt in seiner Ausstellung das Kapital der Natur in der Region. Gleichzeitig konfrontiert er Besucher mit der harten Realität.



Landschaftsbilder aus dem Fichtelgebirge bilden das Herzstück der Ausstellung von Andreas Tschinkl. Fotos: pr
Landschaftsbilder aus dem Fichtelgebirge bilden das Herzstück der Ausstellung von Andreas Tschinkl. Fotos: pr   » zu den Bildern

Kirchenlamitz - Der siebenköpfige Drache der Apokalypse, ein Sensenmann oder "The Root of all Evil" (deutsch "die Wurzel allen Übels"): Mit ihnen konfrontiert Andreas Tschinkl die Gäste in seiner aktuellen Ausstellung in der ehemaligen Porzellanfabrik Winterling in Kirchenlamitz, heute gKU Winterling Immobilien. Den Sinn hinter den düsteren Zeitgenossen und Symbolen rechtfertigt der Marktleuthener mit dem beruflichen Selbstverständnis: "Ich sehe es als Künstler auch als meine Aufgabe, Menschen mit der harten Realität zu konfrontieren und sie auf ästhetische Weise wachzurütteln. Kunst ist eine Waffe."

Freier Eintritt

Die Ausstellung bei Winterling
Immobilien in Kirchenlamitz, Schützenstraße 2 bis 4, ist bis Sonntag, 30. Juni, montags bis
donnerstags von 9 bis 13 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr geöffnet.

 

Zur Person

Geboren wurde der Künstler Andreas Tschinkl am 3. August 1966 auf dem Weidersberg in Brand bei Marktredwitz. An der Slippery Rock University in Pennsylvania studierte er ein Jahr lang Kunst. An der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg folgte von 1986 bis 1991 ein Studium im Fach "Freie Malerei". 1989 erhielt Tschinkl den Kunst-Förderpreis der Stadt Marktredwitz. Sein Wohnatelier ist in Marktleuthen.

 

 

Das Böse, das die "Wurzel allen Übels" repräsentiert, sei allgegenwärtig. "Sie steht für den Radikalismus, den Terror und den Krieg auf der Welt", erklärt Tschinkl. Der Künstler hat die düsteren Exponate gebündelt in ein kleines Glashäuschen am Eingang verbannt - isoliert, aber dennoch präsent. "Glas ist zerbrechlich, und ebenso unsere heile Welt, das zeigen die Bilder in den Nachrichten täglich."

 

Das Thema Krieg greift auch eine Gedenktafel im Foyer auf. Auf ihr sind die Namen der ehemaligen Winterling-Mitarbeiter gelistet, die im Zweiten Weltkrieg gefallen sind. "Ich wollte auf die Geschichte des Gebäudes eingehen", erklärt Tschinkl. Vor allem weil er selbst in einer Porzellanfabrik gearbeitet hat, freut es ihn, die Räume nach dem Niedergang der einst blühenden Branche mit Motiven des Fichtelgebirges wieder attraktiv machen zu können.

Dieser positive Wandel ist im übertragenen Sinn im Herzstück der Ausstellung spürbar. "Weg von dem medial ausgelösten Blues" führt symbolisch das Bild eines Jungen, der mit den Schreckensbotschaften konfrontiert ist, im Wald aber seinen Weg geht. "Denn unsere Gegend ist immer noch schön", stellt Tschinkl klar. Er sieht sie als Kapital und Inspiration. In einer großen lichtdurchfluteten Halle sind deshalb die jüngsten Gemälde mit Landschaften aus der Region ausgestellt - "stolz, aber nicht nationalistisch", betont der Maler.

Mehrere Tausend Bilder lagert er mittlerweile in seinem Wohnatelier - eine logistische Herausforderung: "Sie stehen eigentlich viel zu eng". Deshalb hat sich Tschinkl dazu entschlossen, das leer stehende Winterling-Gebäude als Plattform für seine Kreativität zu nutzen. "Ich sehe in es als eine tolle Möglichkeit, Kunst zu vermitteln", sagt der Künstler.

Er hofft, dass Besucher ein bisschen Zeit mitbringen und seine Werke und die Botschaft dahinter auf sich wirken lassen. Dann verlässt der ein oder andere die Ausstellung vielleicht eher reflektiert als verängstigt.

Autor
Katharina Melzner

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Veröffentlicht am:
15. 05. 2019
18:18 Uhr

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Katharina Melzner

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15. 05. 2019
18:18 Uhr



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