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Bayern Hof

Pokal-Wahnsinn auf der Au

Die SpVgg Bayern Hof besiegt die SpVgg Bayreuth und zieht ins Achtelfinale des Verbandspokals ein. Dabei überschlagen sich in der Schlussphase die Ereignisse.



Das entscheidende Treffer: Der Hofer Matej Kyndl (links) umkurvt Altstadt-Torwart Sebastian Kolbe und trifft zum 5:4.	Fotos: Michael Ott/Marcus Schädlich
Das entscheidende Treffer: Der Hofer Matej Kyndl (links) umkurvt Altstadt-Torwart Sebastian Kolbe und trifft zum 5:4. Fotos: Michael Ott/Marcus Schädlich   » zu den Bildern

SpVgg Bayern Hof: Guyon - Seiter, Chocholousek, Miranda, Knoll (90. Özdemir), Feulner, Schuberth, Schraps, McLemore (77. Kavalir), Winter, Kyndl.

SpVgg Bayreuth: Kolbe - Prasad (55. Kiakos), Dengler, Eder, Golla, Wolf, Götzendörfer (71. Coleman), Weimar, Makarenko, Knezevic, Sulejmani.

Schiedsrichter: Lang (TV Jahn Schweinfurt). - Zuschauer: 1600. - Tore: 16. Min. Schraps 1:0, 32. Min. Winter 2:0, 50. Min. Knezevic 2:1, 58. Min. Kyndl 3:1, 59. Min. Knezevic 3:2, 63. Min. McLemore 4:2, 78. und 86. Min. Sulejmani 4:3 und 4:4, 92. Min. Kyndl 5:4. - Gelb-Rot: 93. Min. Kyndl (Hof). - Rot: 93. Min. Weimar (Bayreuth).

Es war ein Abend wie gemalt für die Fans der SpVgg Bayern Hof: Der Fußball-Bayernligist schlug in der zweiten Runde des Verbandspokals den Erzrivalen SpVgg Bayreuth mit 5:4 und steht nun im Achtelfinale. Die Hofer zeigten dabei einen über weite Strecken konzentrierten und engagierten Auftritt. Der Regionalligist aus der Wagnerstadt verschlief dagegen die erste Hälfte völlig und geriet so auf die Verliererstraße. Auch ein Aufbäumen im zweiten Durchgang brachte nichts mehr - die Schlussphase war dabei an Spannung kaum zu überbieten. Das entscheidende Tor durch Kyndl fiel erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit.

21.08.2018 - Fünf Hofer Glückmomente im Derby gegen Bayreuth - Foto: Michael Ott, Frank Unglaub, Marcus Schädlich

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Bayern-Coach Spindler war nach dem Schlusspfiff erleichtert: "Das war ein wahnsinniges Spiel. Ich habe aber nie an uns gezweifelt. Wir haben mehr Herz gezeigt als Bayreuth - und deshalb ist unser Sieg auch verdient." Altstadt-Coach Josef Albersinger klang dagegen sehr enttäuscht: "Das ist brutal ärgerlich. Wir hatten in der Schlussphase unsere Chancen, das Quäntchen Glück hat aber gefehlt." Immerhin habe sein Team vier Treffer erzielt. "Das gibt uns schon ein bisschen Hoffnung für die Liga", sagte Albersinger.

Beim Blick aufs Papier sollte die SpVgg Bayreuth eigentlich als Favorit gelten. Schließlich ist sie der Regionalligist. Aber die eine Klasse tiefer agierende SpVgg Bayern Hof war die Mannschaft, die den Ton angab. Das Spindler-Team hatte einen klaren Plan. Und der lautete: kompakt stehen, wenig zulassen, die Verunsicherung der Altstädter ausnutzen. Das ging voll auf. Es verging gerade mal eine gute Viertelstunde, da führten die Hausherren schon mit 1:0. Der überforderte Götzendörfer foulte McLemore - Elfmeter. Kapitän Schraps trat an: Flachschuss. Kolbe hält, Nachschuss, Tor.

Nun brauchte es eine Reaktion der Bayreuther. Diese blieb aber aus. Stattdessen liefen die Gäste fast nur hinterher. Da war kein Führungsspieler, der das Heft des Handelns in die Hand nahm. Da war kein Wortführer. Und so hatten es die Hofer leicht, das 1:0 erst einmal zu verwalten. Von den Altstädtern war im Spiel nach vorne nämlich so gut wie nichts zu sehen. In der ersten Halbzeit hatte Knezevic (34.) mit einem Flachschuss noch die beste Chance, Guyon war aber zur Stelle.

Besser machten es die Hofer. Sie waren geduldig, warteten auf ihre Gelegenheit - um dann teils blitzschnell umzuschalten. Vor allem McLemore und Knoll gefielen hier. Ersterer war es, der in der 32. Minute auf Winter ablegte. Der Mittelfeldmann der Bayern fackelte nicht lange und schloss platziert ins untere Toreck ab - 2:0.

Wer war hier der Bayernligist - und wer der Regionalligist? Diese Frage stellten sich einige der Zuschauer. Was die Altstädter ablieferten, war nämlich kaum zu glauben. Es war ein blutleerer Auftritt - und zwar in sämtlichen Mannschaftteilen. Die Abwehr wirkte langsam, dem Mittelfeld fehlten die Ideen - und die Offensive war abgeschnitten.

Aber: Die Bayreuther kamen hellwach aus der Halbzeitpuase - Hof nicht. In der 50. Minute erzielte Knezevic nach einem Eckball den Anschlusstreffer. Es war jetzt eine rasante Partie. Die Hofer ließen sich dabei nicht überrennen, sie hielten dagegen. Und sie durften wieder jubeln. Kyndl hatte im Altstädter Strafraum zu viel Platz und köpfte zum 3:1 für Hof ein. Eine Art Vorentscheidung?

Nein. Es verging keine Minute, da waren die Bayreuther wieder bis auf einen Treffer dran. Der nun sehr auffällige Knezevic war von den Hofern nicht in den Griff zu bekommen und ließ mit seinem platzierten Schuss auch Guyon keine Chance.

Für die Zuschauer war es in dieser Phase eine ansehnliche Partie - für die Trainer nicht. Auf beiden Seiten schlichen sich jetzt Fehler ein. Vor allem die Abwehrreihen erlaubten sich Nachlässigkeiten. So fehlte in der 63. Minute bei einem Freistoß von Hofs Schraps die Zuordnung, McLemore war viel zu frei, und er nutzte das, um per Kopf auf 4:2 zu erhöhen.

Die Altstädter gaben nicht auf - und das war der feine Unterschied im Vergleich zur ersten Hälfte. Nun hingen sich die Gäste voll rein. Es lohnte sich. Sulejmani setzte sich im Strafraum durch und traf ins lange Eck, Hof führte nur noch mit 4:3.

Bis zum Schluss blieb es gefährlich, die Gäste rannten an, die Hofer gingen jetzt auf dem Zahnfleisch. Es ging nur noch darum, das Ergebnis über die Zeit zu retten. Das funktionierte aber nicht. Sulejmani blühte jetzt als Torjäger auf - und erzielte das 4:4. Die Hofer Verteidigung sah dabei nicht gut aus.

Alle warteten auf das Elfmeterschießen - dazu kam es aber nicht. In der zweiten Minute der Nachspielzeit war es nämlich Kyndl, der gegen aufgerückte Bayreuther traf und die Au in ein Tollhaus verwandelte. Am Ende hieß es 5:4 für die SpVgg Hof.

Dann gab es noch eine unschöne Szene an der Mittellinie. Kyndl ließ sich ein bisschen theatralisch fallen, Weimar brannten die Sicherungen durch. Letztlich flog Kyndl mit Gelb-Rot - und Weimar sah wegen einer Tätlichkeit sogar glatt Rot.

Altstadt-Coach Albersinger wird mit seinem Team über die schwache erste Hälfte noch einmal reden müssen - sofern er nach diesem beispiellosen sportlichen Tiefflug als Trainer weitermachen darf. Hannes Huttinger

SpVgg Bayern Hof -

SpVgg Bayreuth

 

5:4

 

 

 

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Veröffentlicht am:
21. 08. 2018
21:12 Uhr

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21. 08. 2018
21:12 Uhr



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