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Bayern Hof

Zur Not bis ins Elfmeterschießen

Ist die SpVgg Bayern Hof eine Pokalmannschaft? Darauf hofft der Verein heute gegen Viktoria Aschaffenburg. Im Viertelfinale würden dann die großen Namen winken.



Eine Szene mit Wiederholungspotenzial: Matej Kyndl bejubelte das 5:4 gegen die SpVgg Bayreuth mit tobenden Fans auf der Holztribüne der Grünen Au. Um Gleiches zu erleben, müssen die Hofer den nächsten Regionalligisten aus dem Wettbewerb werfen. Foto: Michael Ott
Eine Szene mit Wiederholungspotenzial: Matej Kyndl bejubelte das 5:4 gegen die SpVgg Bayreuth mit tobenden Fans auf der Holztribüne der Grünen Au. Um Gleiches zu erleben, müssen die Hofer den nächsten Regionalligisten aus dem Wettbewerb werfen. Foto: Michael Ott  

Wenn es nur nicht so schwer wäre, die Ruhe zu bewahren. Diese Frage stellt sich der Torhüter der SpVgg Bayern Hof, David Guyon, wohl vor jedem Spiel. Der junge Keeper zählt zu den aufgeregteren Typen. Also nicht auf oder neben dem Platz durch wilde Aktionen, sondern vielmehr innerlich. "Er ist immer sehr angespannt", berichtet sein Coach Alexander Spindler. "Aber mit dem Anpfiff legt sich das - und schwenkt in Leistung um." Und auf die Leistung des Hofer Schlussmanns kommt es am heutigen Mittwoch, 17.45 Uhr, ganz besonders an. Denn er dürfte öfter als sonst im Mittelpunkt stehen, wenn Regionalligist Viktoria Aschaffenburg auf die Grüne Au kommt. Nicht zu einem Testspiel, sondern einem Saisonhöhepunkt - zumindest aus Hofer Sicht.

Spindler setzt auf Fans

Die große Hofer Stärke gegen Bayreuth war die Unterstützung von den Rängen. Auch diesmal hofft die SpVgg Bayern Hof auf eine vierstellige Zuschauerzahl. "Es ist aber schwer zu prognostizieren", sagt Trainer Alexander Spindler. Dennoch sollen die Zuschauer ein entscheidender Faktor sein. "Es ist ein Heimspiel. Die Fans müssen unser zwölfter Mann sein." Euphorie sei erlaubt. "Nur damit haben wir eine Chance. Und wenn es schiefgeht, ist es keine Schande."

 

Denn das Pokal-Achtelfinale steckt voller Hoffnungen. Nur noch eine Runde weiter - und schon könnte mit dem TSV 1860 München ein ganz großer Gegner warten, der die Grüne Au bis zum Rande füllen würde. "Träumen ist erlaubt. Wir wollen weiterkommen", sagt Hofs Coach. Nicht nur, um ein großes Spiel und den großen Fußball für einen Moment wieder zurück nach Hof zu bringen. Sondern auch, um die Fans erneut zu verzücken. Denn gern erinnern sich die Hofer Zuschauer an den magischen Abend gegen die SpVgg Bayreuth zurück. Neun Tore, ein 5:4-Derbysieg gegen den Erzrivalen und viele Emotionen - so etwas hatte Hof schon lang nicht mehr erlebt. "Wir müssen ähnlich gut wie gegen Bayreuth spielen", sagt deshalb auch Coach Spindler. Ähnlich gut - und womöglich noch ein bisschen besser. Denn Aschaffenburg ist nicht Bayreuth. Beide Clubs trennen in der Regionalliga acht Punkte und zehn Plätze. "Auf uns kommt schon eine ganz andere Qualität zu als noch gegen Bayreuth", sagt Spindler. "Sie wissen, wie sie die Regionalliga bespielen müssen."

 

Ein Beispiel gefällig? Aschaffenburg war in der Regionalliga das erste Team, das den FC Bayern München II ins Stolpern brachte. Am Sonntag spielte die Viktoria 2:2-Unentschieden in München. Mit auf der Tribüne: Hofs Trainer Alexander Spindler. Er sah dabei eine starke Aschaffenburger Offensive ("Höchstwahrscheinlich müssen wir mehr als ein Tor schießen, um zu gewinnen.") und ein Team, das vor allem bei Standards gefährlich ist. "Damit hatten wir schon in der vergangenen Saison Probleme", sagt Spindler - und will sich am liebsten nicht an die 1:6-Pleite in Aschaffenburg erinnern. "Deshalb dürfen wir nur so wenig wie möglich Freistöße und Eckbälle zulassen." Allein das wird schwer. Denn bei aller Hofer Euphorie ist davon auszugehen, dass die Gäste wohl mehr Ballbesitz haben dürften als die Gastgeber. Kein Problem, sagt Spindler. Er fordert deshalb eine ähnliche Defensivleistung wie gegen Bayreuth. "Als Underdog steht im Vordergrund, zunächst hinten die Null zu halten. Jede Minute, in der es 0:0 steht, macht den Gegner nervöser." Und dann soll Hofs Offensive zuschlagen. "Das Umschaltspiel muss passen", sagt Spindler. "Wir müssen die wenigen Torchancen zielgerichtet beenden." Und wenn es nicht reicht, dann kommt der große Moment des David Guyon. Der Keeper gilt als Elfmeterkiller. "Vergangene Saison bin ich gegen Schweinfurt II ins Spiel gekommen und habe gleich einen Elfmeter gehalten. Das sagt doch alles", sagt er. Und so wird aus dem nervösen Keeper im Laufe eines Spiels einer, der den Elfmeter-Schützen nervös macht. Das Vertrauen hat auch sein Coach. "Im Elfmeterschießen kann er den Unterschied ausmachen", sagt Spindler. "Denn wir wissen, dass er auf der Linie sehr stark ist." Deshalb trainieren die Hofer auch vorsichtshalber schon mal das Entscheidungsschießen. "Aber im Wettkampf ist das immer noch etwas anderes", erläutert Spindler, der bis auf Adam Hajek seinen gesamten Kader zur Verfügung hat. Experimente sind aber trotzdem nicht zu erwarten. "Sicherlich machen sich einige Spieler, die in der Liga nicht so zum Zuge kommen, im Pokal Hoffnungen auf einen Einsatz", sagt Spindler. "Aber unterm Strich wollen wir weiterkommen, und ich muss eine Elf bringen, die nicht nur harmoniert, sondern auch die nötige Qualität dafür hat."

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Marcus Schädlich

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Veröffentlicht am:
04. 09. 2018
19:42 Uhr

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Marcus Schädlich

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04. 09. 2018
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