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VER Selb

Angeschlagen, aber gefährlich

Der Eishockey-Oberligist VER Selb erwartet heute Abend die Eisbären aus Regensburg. Der Tabellenvorletzte will nach dem Rauswurf des Trainers zur großen Aufholjagd starten.



Viel Einsatz, kein Ertrag: Auch VER-Stürmer Marius Schmidt (blaues Trikot) biss sich beim jüngsten 0:4 der Wölfe gegen Memmingen die Zähne an der Indians-Defensive aus.	Foto: Mario Wiedel
Viel Einsatz, kein Ertrag: Auch VER-Stürmer Marius Schmidt (blaues Trikot) biss sich beim jüngsten 0:4 der Wölfe gegen Memmingen die Zähne an der Indians-Defensive aus. Foto: Mario Wiedel  

Die Nachricht kam in der vergangenen Woche zumindest vom Zeitpunkt her unerwartet: Am Donnerstagabend um 21 Uhr, also vier Tage nach der Niederlage in Weiden und einen Tag vor dem Spiel in Rosenheim, teilten die Eisbären Regensburg mit, dass sie sich von Trainer Igor Pavlov trennen. "Ich war auch total überrascht. Die Gespräche bisher waren anders", sagte Pavlov kurz nach Bekanntgabe seiner Freistellung der "Mittelbayerischen Zeitung". Sportlich ist die Trennung nachvollziehbar. Dem letztjährigen "Absturz" in der ersten Playoff-Runde gegen Herne folgte ein miserabler Start in die Saison 2019/20. Bis zum vergangenen Wochenende standen nach 18 Spieltagen elf Niederlagen und lediglich fünf Siege zu Buche - und der vorletzte Tabellenplatz. Eine Position, die überhaupt nicht zum Leistungsvermögen und den Ansprüchen der Oberpfälzer passt. Es rumorte nicht nur in der Fanszene, die die drittklassige Oberliga eher als Laster ansieht. Mindestens DEL 2 sollte es doch bitte schon sein.

Am Sonntag zum Familientag nach Sonthofen

Auch der zweite Gegner des VER Selb an diesem Wochenende befindet sich im Krisenmodus: Der ERC Sonthofen hat im November trotz oft guter Kritiken von sieben Spielen nur eines gewonnen. Die gut in die Saison gestarteten Allgäuer, die Mitte Oktober zwischenzeitlich auf Platz vier lagen, sind mittlerweile auf Rang zehn abgerutscht und spüren die Eisbären Regensburg schon im Genick. Schmerzlich vermisst wird in Sonthofen vor allem ein eiskalter Vollstrecker. Maximilian Spöttel, der im Sommer aus Halle kam, fehlt seit der Vorbereitung verletzt. Dominick Patocka, ebenfalls neu aus Halle, hat mit erst drei Treffern bislang enttäuscht und wurde von Trainer Martin Ekrt zuletzt sogar eine Woche freigestellt. Dennoch bleiben die Bulls eine unberechenbare Mannschaft mit jungen und routinierten Spielern. Und gerade im Allgäu tut sich der VER Selb traditionell sehr schwer. Erstes Bully in Sonthofen ist wegen eines Familientages am Sonntag schon um 16 Uhr.

 

Auch für Henry Thom, den Trainer des VER Selb, entspricht der elfte Tabellenplatz nicht der Qualität im Kader der Regensburger, die am heutigen Freitag (20 Uhr) in der Netzsch-Arena gastieren. Mit Richard Divis, Nikola Gajovski und Peter Flache verfügen die Regensburger über Topspieler, die zusammen bereits wieder 92 Scorerpunkte gesammelt haben. Und die Eisbären können dank ihrer jungen DNL-Talente in der Regel auch mit vier Reihen und hohem Tempo agieren. "Aber sie sind in einen Strudel reingekommen, aus dem sie nicht mehr herausgefunden haben", versucht Thom, die Ergebniskrise der Regensburger zu erklären. Acht Mal unterlagen sie mit nur einem Tor Unterschied, drei Mal davon in der Verlängerung und einmal im Penaltyschießen.

 

Spiel eins der Eisbären unter der Regie von Max Kaltenhauser, der als hauptamtlicher Trainer im Regensburger Nachwuchs angestellt ist und seit der Trennung von Pavlov als Interimstrainer des Oberliga-Teams fungiert, ging am vergangenen Freitag in Rosenheim zwar deutlich mit 3:7 verloren, am Sonntag folgte aber dann ein wichtiger 5:2-Erfolg gegen Sonthofen. "Wir haben am Wochenende schon eine ganz andere Mannschaft gesehen. In Rosenheim haben wir uns leider nicht belohnt, aber gegen Sonthofen war das eine sehr überzeugende Leistung mit Kampfgeist, Moral, geblockten Schüssen, Checks und viel Leidenschaft", sagte Eisbären-Geschäftsführer Christian Sommerer, der den gescheiterten Trainer Igor Pavlov noch immer sehr wertschätzt. "Aber aufgrund der vielen Rückschläge war eine negative Spirale mit zunehmender Verbissenheit entstanden, die sich in der bestehenden Konstellation nicht mehr gelöst hätte. Der sportliche Erfolg ist letztlich der ultimative Gradmesser für einen Trainer."

Relativ zufrieden können die Selber Wölfe mit 30 Punkten und Tabellenplatz sechs auf die erste Saisonhälfte zurückblicken - trotz zuletzt zweier Heimniederlagen gegen Rosenheim (2:4) und Memmingen (0:4). "Wir haben da aber nicht gegen Laufkundschaft verloren", sagt Trainer Thom. Er predige immer wieder, wie eng das Leistungsvermögen in der Oberliga beieinander liege. "Es kommt viel auf die Tagesform und die Chancenverwertung an." Zuletzt habe auch durch Verletzungen und Umstellungen etwas der Rhythmus gefehlt. Gegen Regensburg erwartet Thom heute von seiner Mannschaft, dass sie wieder einen Tick aggressiver auftritt. "Wir müssen daheim unseren Fluss finden. Und unsere Chancen nutzen."

Noch ausbaufähig wäre vor allem auch das Überzahlspiel. Hier weisen die Wölfe eine Quote von 19,1 Prozent - 13 Tore bei 68 Überzahlsituationen - auf. Der fünftschlechteste Wert der Oberliga Süd. Der Trainer sieht seine Mannschaft im Powerplay aber schon wieder auf dem Weg nach oben. "Wir haben zu Saisonbeginn schlecht angefangen, zuletzt aber etwas umgestellt und sind so schon wieder viel gefährlicher geworden."

Wieder zur Verfügung steht dem VER Selb heute Abend Dominik Kolb. Für Christoph Kabitzky, der nach seiner Trainingsverletzung am Donnerstag erstmals wieder auf dem Eis stand, kommt ein Einsatz wohl noch zu früh. Auf Abruf bereit stehen die beiden Bayreuther Förderlizenzspieler Noah Nijenhuis und Tim Zimmermann. Eine Entscheidung, ob und wer kommt, will Thom erst am Freitagvormittag treffen.

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
29. 11. 2019
00:00 Uhr

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
29. 11. 2019
00:00 Uhr



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