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VER Selb

Der Mann für die wichtigen Dinge

Ian McDonald ist der Held beim Sieg des Eishockey-Oberligisten VER Selb gegen Lindau. Dabei sehen die Wölfe zum Start der Meisterrunde schon wie der sichere Verlierer aus.



Ian McDonald (links) gelang nicht nur das 1:1, sondern auch noch der entscheidende Penalty-Treffer.	Foto: Mario Wiedel
Ian McDonald (links) gelang nicht nur das 1:1, sondern auch noch der entscheidende Penalty-Treffer. Foto: Mario Wiedel  

VER Selb : Deske (Kümpel) - Ondruschka, Veisert, Müller, Kremer, Böhringer, Silbermann - McDonald, Gare, Gollenbeck, Moosberger, Lüsch, Graaskamp, Schiener, Hördler, Worotnikow.

Gut zu wissen

Zehn Teams nehmen in der Meisterrunde der Eishockey-Oberliga Süd teil, acht von ihnen qualifizieren sich für die Playoffs. Die Punkte aus der Hauptrunde werden dabei allesamt mitgenommen. 18 Duelle hat der VER Selb in der Meisterrunde zu bestreiten, somit spielt er zwei Mal gegen jede Mannschaft. Für die Meisterrunde gesperrt ist in dieser Saison der SC Riessersee, der nach der Spielzeit 2017/18 wegen finanzieller Probleme bekanntlich aus der DEL 2 zwangsabsteigen musste.


Schiedsrichter : Kapzan. - Zuschauer : 1107. - Tore : 10. Min. Ovaska (Stopinski, Laux) 0:1, 30. Min. McDonald (Ondruschka, Veisert; 5-4) 1:1,42. Min. Farny (Klingler, Lennartsson) 1:2, 60. Min. Gollenbeck (McDonald; 6-5) 2:2. - Tor im Penaltyschießen : McDonald (VER) 3:2. - Strafminuten : Selb 6, Lindau 4.

Henry Thom war vor Spielbeginn vor allem eines: ganz, ganz sachlich und unaufgeregt. "Es ist zwar das erste Spiel der Meisterrunde, aber das ist für mich kein großes, neues Kapitel. Schließlich nehmen wir die Punkte mit, es geht nicht bei null los." Der Trainer des Eishockey-Oberligisten VER Selb wollte im Heimspiel gegen den EV Lindau aber durchaus eine Mission starten. Die Mission Aufholjagd. Schließlich gingen die Wölfe als Team der unteren Tabellenhälfte in die Meisterrunde. Von Platz sieben aus sollte es möglichst schnell nach oben gehen. Am Sonntag machten die Selber den Anfang. Sie siegten mit 3:2 nach Penaltyschießen. Dafür war aber ein gewaltiger Kraftakt nötig.

"Verlängerung oder Penaltyschießen - so etwas scheint normal für uns zu werden", sagte VER-Coach Thom nach dem Sieg mit einem Schmunzeln. Der Respekt vor dem Gegner war groß. "Die Lindauer sind eine kompakte und clevere Mannschaft, die sehr taktisch agiert. Zwei Fehler von uns haben sie eiskalt ausgenutzt." Ein besonderes Lob gab es für Stürmer Ian McDonald, der nicht nur das zwischenzeitliche 1:1 erzielte, sondern auch den entscheidenden Penalty verwandelte. "Er ist der Mann, der bei uns immer die wichtigen Dinge macht", sagte Thom.

Chris Stanley, Trainer der Islanders, hatte gemischte Gefühle: "Wir haben hart gekämpft und eine Leistung gezeigt, mit der ich zufrieden bin. Trotzdem müssen wir einen Weg finden, solche Spiele zu gewinnen."

Die Vorzeichen standen nicht gerade gut. Zum einen musste der VER auf einige Spieler verzichten. Neben Ryan McDonough, Lukas Pozivil, Noah Nijenhuis, Lukas Klughardt und Andreas Geigenmüller (alle verletzt) fehlte auch Dominik Kolb, der gesperrt war. Zum anderen bezeichnet manch einer die Islanders in der laufenden Saison durchaus als Angstgegner. In zwei Partien der Hauptrunde setzte es für die Selber zwei Niederlagen.

Immerhin: Mit Benedikt Böhringer kehrte ein Spieler nach seiner Verletzung zurück, zudem stand Neuzugang Charley Graaskamp erstmals in einem Pflichtspiel für die Wölfe auf dem Eis. Über ihn sagte Thom nach Spielende: "Er war immer anspielbar und hat seine Sache sehr, sehr gut gemacht. Am Ende hat ihm ein bisschen die Kraft gefehlt."

Am Freitagabend hatten die Hochfranken noch auf dem Sofa sitzen dürfen, weil das Auswärtsspiel beim EC Peiting dem Schneechaos im Süden Bayerns zum Opfer gefallen war. Sollte das den Selbern für die Partie gegen Lindau eher helfen oder eher schaden? Einen viel frischeren Eindruck als der Gegner machte der VER schon mal nicht. Ihm gehörten zwar die ersten vier, fünf Minuten, wirklich gefährlich kam er jedoch nicht vor das Lindauer Tor.

Im Verlauf des ersten Abschnitts wurde Lindau besser und besser. Die Selber hatten noch mit einigen Abstimmungsschwierigkeiten zu kämpfen - das nutzten die Islanders. In der zehnten Minute durften die Gäste auf ihrer linken Seite nach Belieben schalten und walten. Schuss. Tor. Deske sah dabei nicht besonders gut aus. Der EVL hatte in der Folge Chancen auf das zweite Tor, doch der Wölfe-Schlussmann machte mit zwei Paraden seinen Fehler wieder wett.

Im zweiten Drittel brauchte es eine zündende Idee gegen kompakt stehende, aber durchaus blitzschnell konternde Lindauer. Und: Es brauchte vor allem mehr Präzision in der Offensive. Zabolotny machte im Tor der Gäste nämlich einen sehr sicheren Eindruck - und das war aus Sicht des Bodensee-Klubs auch nötig. Das zweite Drittel gehörte nämlich voll und ganz den Wölfen. Einen Schuss nach dem anderen feuerten die Gastgeber in dieser Phase ab. Einer fand sein Ziel. McDonald erzielte per Abstauber das 1:1, nachdem Zabolotny den vorherigen Versuch wiederholt stark abgewehrt hatte.

Die Lindauer waren nun überfordert. Sie kamen kaum mehr aus ihrer Hälfte heraus. Selb dagegen wirkte erfrischend spielfreudig, die Scheibe lief flüssig. Vom eher zähen Geschehen des ersten Spielabschnitts war nichts mehr zu sehen. Trainer Henry Thom schien in der Drittelpause die richtigen Worte gefunden zu haben. Der Ausgleich war mehr als verdient.

Aus irgendeinem Grund nahm der VER jedoch den Schwung aus dem zweiten Drittel nicht mit. Plötzlich fehlte die Leichtigkeit - da kam den Wölfen der erneute Führungstreffer des EVL nach einem Gestocher natürlich alles andere als gelegen. Der EVL führte 2:1, Selb musste etwas tun. Es war ein Kampf. Doch es dauerte. Erst Gollenbeck erlöste die bangenden Wölfe-Fans 27 Sekunden vor Schluss - 2:2. Verlängerung. Chancen gab es hüben wie drüben, nur ein Tor wollte nicht fallen. Das Penaltyschießen musste nun die Entscheidung bringen. Dort wurde McDonald als einzig erfolgreicher Schütze zum Helden.

Am Freitag (20 Uhr) geht es für den VER Selb weiter, dann ist der ECDC Memmingen zu Gast. Trainer Henry Thom machte den Fans am Sonntagabend noch Hoffnung auf eine weitere Neuverpflichtung neben Graaskamp: "Da wird sich in den nächsten Tagen etwas tun." Hannes Huttinger

VER Selb -

EV Lindau


n.P. 3:2


Verlängerung oder

Penaltyschießen - so etwas scheint normal für

uns zu werden.


zitat

Henry Thom,

Trainer des VER Selb


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13. 01. 2019
22:20 Uhr

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13. 01. 2019
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