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VER Selb

Es wird gleich richtig heiß

Der Eishockey-Oberligist VER Selb startet mit einem Kontrastprogramm in die neue Saison. An diesem Freitag geht es zum Aufsteiger, am Sonntag kommt der prominent besetzte DEL 2-Absteiger.



Im fünften und letzten Testspiel durften Charley Graaskamp (links) und Dennis Schiener am vergangenen Sonntag über den ersten Sieg der Selber Wölfe jubeln. Der soll auch weiteren Auftrieb und mehr Selbstbewusstsein geben für den Saisonstart heute in Füssen und am Sonntag gegen den Deggendorfer SC.	Foto: Mario Wiedel
Im fünften und letzten Testspiel durften Charley Graaskamp (links) und Dennis Schiener am vergangenen Sonntag über den ersten Sieg der Selber Wölfe jubeln. Der soll auch weiteren Auftrieb und mehr Selbstbewusstsein geben für den Saisonstart heute in Füssen und am Sonntag gegen den Deggendorfer SC. Foto: Mario Wiedel   » zu den Bildern

Eine Phase des Warmlaufens in die neue Saison hat Ligenleiter Oliver Seeliger vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) für den VER Selb nicht vorgesehen. Gleich das erste Wochenende wird richtig heiß für die Wölfe, die an diesem Freitag (19.30 Uhr) beim traditionsreichen Aufsteiger EV Füssen das Auftaktspiel bestreiten, ehe am Sonntag (18 Uhr) mit dem DEL 2-Absteiger Deggendorfer SC schon der große Titelfavorit in der Netzsch-Arena gastiert. Schwierige Aufgaben. Aber auch gute Gelegenheiten für den teilweise erneuerten Kader, gleich ein Zeichen zu setzen an die Konkurrenz - und für die eigenen, erwartungsfrohen Fans.

Regeländerungen zur Beschleunigung und Sicherheit des Spiels

Zur neuen Saison werden die Regeländerungen der Profiligen DEL und DEL 2 auch für alle Ligen des Deutschen Eishockey-Bundes - also auch die Oberliga Süd - übernommen. Sechs Modifizierungen werden zur neuen Spielzeit umgesetzt. Sie sollen der Beschleunigung des Spiels und der Sicherheit der Spieler dienen.

 

Verlorener Stock

Bisher durfte ein verlorengegangener Schläger dem stocklosen Spieler von einem Mitspieler nur in einer Hand-zu-Hand-Aktion überbracht werden. Das Zuschieben des Stocks war nicht gestattet und wurde mit einer Zwei-Minuten-Strafe geahndet. Ab sofort darf der Stock dem Mitspieler wieder flach auf dem Eis zugeschoben werden. Weiterhin gilt jedoch, dass dies nicht in Richtung des Pucks ausgeführt werden und das gegnerische Team nicht behindert werden darf.

 

Anspiel

Bei einem Verstoß gegen die Anspielregeln wurde bisher der Center des sich verfehlenden Teams vom Anspiel weggeschickt. Ab sofort wird dieses Team durch den Linienrichter verwarnt und derselbe Center wiederholt das Anspiel. Sollte bei demselben Anspiel ein erneuter Regelverstoß begangen werden, wird wie gehabt eine Strafe durch den Schiedsrichter ausgesprochen.

 

Auszeit nach Icing

Mit der Saison 2019/20 ist es einem Team, welches ein Icing (unerlaubter Weitschuss) verursacht, nicht mehr gestattet, in der folgenden Unterbrechung eine Auszeit zu nehmen.

 

Zehn-Minuten-Disziplinarstrafe

Sollte eine zehnminütige Disziplinarstrafe ausgesprochen werden und der Spieler aufgrund der Spielzeit im laufenden Drittel nicht mehr von der Strafbank zurückkehren können, wird der betreffende Spieler in die Kabine geschickt. Mit Beginn des folgenden Spielabschnitts nimmt der Spieler auf der Strafbank Platz und kehrt mit Ablauf der Strafe in das Spiel zurück.

 

Bestrafter, aber verletzter Spieler

Sollte ein Spieler, gegen den eine Strafe ausgesprochen wurde, diese aufgrund einer Verletzung nicht antreten können, muss kein Ersatzmann bestimmt werden, der die Strafe verbüßt solange die Strafe nicht in die Uhr kommt. Es liegt in der Verantwortung des Teams, dass der betreffende Spieler erst im ersten Unterbruch nach Ablauf der Strafe wieder eingewechselt wird. Dies gilt auch, wenn ein Spieler aufgrund einer Verletzung seine Disziplinarstrafe nicht antreten kann.

 

Verlust des Helmes

Bisher musste ein Spieler, der seinen Helm verlor, sofort zur Spielerbank und durfte seinen Helm nicht wieder aufsetzen. Im Sinne der Sicherheit darf der Spieler seinen Helm künftig wieder einsammeln und aufsetzen. Dennoch muss sich der Spieler wie gehabt sofort zur Bank begeben und darf in keiner Weise am Spiel teilnehmen. Als Teilnahme am Spiel gilt: den Puck spielen oder lenken, Kontakt mit dem puckführenden Gegenspieler herstellen, den Laufweg des puckführenden Gegenspielers zustellen/einschränken, die Gasse für einen etwaigen Pass zustellen/einschränken, den Laufweg eines nicht puckführenden Gegenspielers zustellen/einschränken. Sollte der Kontakt mit einem Puck oder Gegenspieler zufällig geschehen, gilt dies nicht als Teilnahme am Spiel.

"Ich bin froh, dass es endlich losgeht", sagt Trainer Henry Thom nach der gut vierwöchigen Vorbereitung. "Jetzt gibt es nichts mehr zu planen. Jetzt müssen wir machen!" Thom ist sich bewusst darüber, dass das Spiel am Freitagabend in Füssen alles andere als eine leichte Aufgabe wird. Zwar war der Traditionsverein aus dem Allgäu schon von 2000 bis 2015 in der Oberliga vertreten, ehe neben dem sportlichen Abstieg auch eine Insolvenz und der Rückzug in die Bezirksliga einherging. Für einen Großteil der Mannschaft des Aufsteigers ist die dritte Liga aber Neuland. Neun Spieler sind sogar seit Bezirksligazeiten dabei. "Ich sage aber immer wieder: Wir dürfen in dieser Liga niemanden unterschätzen", warnt der VER-Coach. Er erwartet eine kampfstarke Füssener Mannschaft, die im ersten Spiel "alles reinschmeißen und jeden Check zu Ende fahren wird".

 

Was für Thom die Aufgabe nicht leichter macht gegen den mit einigen Routiniers - allen voran dem 45-jährigen Eric Nadeau - und vielen jungen Talenten aus dem eigenen DNL-Team besetzten 16-fachen deutschen Meister: "Keiner weiß, was uns spielerisch und taktisch dort erwartet. Wir müssen uns auf alles einstellen." Freilich will der Selber Trainer gar nicht so sehr auf den Gegner schauen. "Wir wollen unser eigenes Spiel durchziehen." Abwarten oder gar verstecken sei nicht die Spielweise des VER Selb.

Auch nicht am Sonntag, wenn der Deggendorfer SC nach Selb kommt. Die Niederbayern verbinden mit der Netzsch-Arena einen ihrer größten Erfolge überhaupt: Sie zogen vor zwei Jahren mit einem 4:3-Sieg im vierten Spiel einer begeisternden Playoff-Halbfinalserie gegen die Wölfe ins Finale der Oberliga ein und durften zwei Tage später die Sektkorken knallen lassen, weil Finalgegner Tilburg Trappers nicht aufstiegsberechtigt war (und ist).

Nach dem direkten Wiederabstieg nach dramatischen Playdowns gegen Bayreuth und Freiburg wollen die Deggendorfer möglichst sofort wieder rein in den Fahrstuhl nach oben. "Wir haben eine Mannschaft zusammengestellt, mit der wir auf jeden Fall vorne mitspielen wollen", sagte DSC-Vorsitzender Artur Frank der "Eishockey News". Elf neue Spieler und mit dem in Europa Neuland betretenden Kanadier Dave Allison auch ein neuer Trainer waren die Ausbeute von Sportdirektor Neville Rautert. Einen besonderen Coup landeten die Niederbayern schon, als der Abstieg noch gar nicht feststand: Nach 834 Spielen und 643 Scorerpunkten in der DEL ist Thomas Greilinger vom ERC Ingolstadt in seine Heimat zurückgekehrt. Der 38-jährige, Stürmer der in Deggendorf auch als Nachwuchs-Cheftrainer fungiert, kann und muss es aber natürlich nicht alleine richten. Unter anderem mit Rene Röthke, den Gawlik-Brüdern, Curtis Leinweber, Sergej Janzen oder Andre Schembri hat der DSC noch genügend weitere Routiniers im Kader, die - wie schon vor zwei Jahren - am Sonntag wieder die Netzsch-Arena stürmen wollen.

Dass der VER Selb im ersten Heimspiel der Saison nicht unbedingt die Favoritenrolle einnimmt, kommt dem Wölfe-Trainer gar nicht so ungelegen. "Vielleicht ist es vom Kopf etwas einfacher für uns", sagt Thom. Er selbst sieht seine Mannschaft aber gar nicht so sehr als Außenseiter. "Ich erwarte eigentlich immer, dass wir gewinnen." Also auch gegen Deggendorf. "Die werden sich nicht hinten reinstellen und auf Konter warten, sondern versuchen, selbst das Spiel zu machen", erwartet der Wölfe-Coach ein offenes Spiel, in dem seine Mannschaft die sich bietenden Chancen nutzen und tunlichst unnötige Scheibenverluste in der gefährlichen Zone vermeiden müsse.

Verzichten müssen die Wölfe, wie berichtet, auf Leon Kremer und Carl Zimmermann, die sich beim letzten Testspiel gegen Erfurt verletzt haben. Wieder zur Verfügung steht Ben Böhringer. "Er hat am Dienstag schon mit Gitter trainiert. Das sah ganz okay aus", sagt Henry Thom, der vermutlich auch auf ein oder zwei Förderlizenzspieler aus Bayreuth hoffen darf. Noch in Geduld üben muss sich der 24-jährige Kanadier Kenny Turner, dessen deutsche Staatsangehörigkeit aber wohl nur noch eine Frage von ein paar Tagen ist.

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
27. 09. 2019
00:01 Uhr

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
27. 09. 2019
00:01 Uhr



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