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VER Selb

Gemeinsam raus aus dem Loch

Der Eishockey-Oberligist VER Selb erwartet am Freitag den SC Riessersee. Gegen den mit Red-Bull-Spielern gespickten Altmeister wollen Fans und Team wieder eine Einheit bilden.



Die Wölfe-Fans wollen von ihrem Team vor allem vollen Einsatz sehen, wie hier von Ian McDonald (rechts) beim Hinspiel beim SC Riessersee gegen Gabriel Federolf.	Foto: Mario Wiedel
Die Wölfe-Fans wollen von ihrem Team vor allem vollen Einsatz sehen, wie hier von Ian McDonald (rechts) beim Hinspiel beim SC Riessersee gegen Gabriel Federolf. Foto: Mario Wiedel  

Der Fanclub Fanatics beschwört seit Wochen schon den Zusammenhalt. Er meldete sich auch nach den jüngsten Niederlagen gegen Landshut (3:7) und in Rosenheim (2:3) auf seiner Facebook-Seite zu Wort. "Wir verstehen den Frust und machen uns auch unsere Gedanken, warum es in dieser Saison - nach den fetten Jahren der Vergangenheit - bisher so gar nicht laufen will. Trotzdem möchten wir gegen den Strom schwimmen und nicht mit aufsteigen auf den Zug der Kritik und der Rausschmiss-Forderungen, sondern auch wieder zu Zusammenhalt aufrufen und dem Team weiterhin unser Vertrauen schenken." Vor allem der über weite Strecken sehr gute Auftritt in Rosenheim habe gezeigt, dass die Mannschaft noch lebt und bereit scheint, sich am eigenen Schopf aus der Krise zu ziehen. "Warum sollen wir da nicht zumindest versuchen, unser Möglichstes zu tun, um mitzuhelfen", schreiben die Fanatics.

Am Sonntag Frankenderby in Höchstadt

Zu den positiven Überraschungen der laufenden Oberligasaison zählt der Höchstadter EC. Der Aufsteiger steht mit 21 Punkten - drei mehr als der VER Selb - auf Tabellenplatz sechs. Am vergangenen Wochenende gab es für die Mannschaft von Trainer Martin Ekrt gegen Regensburg und in Memmingen allerdings nichts zu erben. "Wir wollen zurück in die Erfolgsspur", heißt es aus dem Lager der Mittelfranken, die für das Derby am Sonntag (18 Uhr) auf eine für Höchstadter Verhältnisse große Kulisse hoffen. Im Hinspiel am 21. Oktober in Selb mussten sich die Wölfe mit 5:6 geschlagen geben. Es gibt also eine offene Rechnung, die die Thom-Schützlinge, sicher unterstützt von vielen Anhängern, am Sonntag begleichen wollen. Erneut ausfallen muss das Duell zwischen VER-Keeper Niklas Deske und seinem Bruder Marvin. Der HEC-Stürmer, der auch schon das Wölfe-Trikot getragen hat, fällt wegen einer Verletzung auf unbestimmte Zeit aus.

 

Eine Einheit - die Spieler auf dem Eis und die Fans auf den Rängen - dürfte am heutigen Freitag (20 Uhr) auch bitter nötig sein, denn zu Gast bei den seit Wochen um Leichtigkeit ringenden und Selbstvertrauen suchenden Wölfe ist kein Geringerer als der SC Riessersee. Das Team aus Garmisch-Partenkirchen durfte sich im April noch als Vizemeister der DEL 2 feiern lassen, ehe das große Schuldenloch den Zwangsabstieg nach sich zog. Durch die eingeleitete Planinsolvenz hat der deutsche-Eishockey-Bund dem zehnmaligen deutschen Meister zumindest die Zulassung zur Oberliga Süd erteilt. Allerdings darf der Club nicht an der Meisterrunde und den Playoffs teilnehmen, sondern muss ab Januar mit den Bayernligisten um den Klassenerhalt spielen.

 

Vom Final-Kader der vergangenen DEL 2-Spielzeit ist nicht mehr viel übrig geblieben beim SC Riessersee. Die Oberbayern starteten mit einem jungen Kader in die Saison. Mit den beiden Schweden Victor Östling und Martin Naenfeldt setzen die Werdenfelser auch auf zwei junge Ausländer. Unterstützung erhalten die Werdenfelser immer wieder vom deutschen Meister EHC Red Bull München, der viele talentierte Förderlizenzspieler zur Verfügung stellt. Am vergangenen Wochenende feierten nach langer Verletzungspause auch die DEL-erfahrenen Uli Maurer und Hagen Kaisler ihr Comeback. Zur Halbzeit der Hauptrunde - 16 von 32 Partien sind absolviert - belegt Riessersee den vierten Platz. Womit Trainer Toni Söderholm durchaus zufrieden ist. Der Finne feierte 2016 noch die Deutsche Meisterschaft mit dem EHC Red Bull München als Spieler. Danach arbeitete der 40-Jährige im Trainerteam von Red Bull und als Assistenztrainer für den DEB im Nachwuchs-Bereich.

Was kann der VER Selb dagegensetzen gegen das Power-Eishockey der Gäste? "Wir müssen aufhören, an die Niederlagen zu denken und unser Spiel einfach halten", sagt Trainer Henry Thom. Dass dem SC Riessersee beizukommen ist, haben die Wölfe schon im Hinspiel bewiesen. Nach einem verschlafenen ersten Drittel machten sie im altehrwürdigen Olympiastadion in Garmisch-Partenkirchen einen 0:3-Rückstand wett, um am Ende aber doch den Kürzeren zu ziehen. Thom erwartet auch heute eine Mannschaft aus Oberbayern, die sofort versuchen wird, mit hohem Tempo dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. "Die sind physisch und läuferisch sehr gut. Da müssen wir von Beginn an präsent sein." Und es muss auch egal sein, wieviele Burschen von der Red Bull-Akademie aus München mit im Aufgebot der Gäste stehen. "Wir müssen die schlagen!", sagt Thom.

Der Selber Trainer kennt die momentanen Befindlichkeiten der Anhänger, die vor allem in den sozialen Medien über alles mögliche wettern. "Ich weiß, wie emotional unsere Fans sind", zeigt Thom durchaus Verständnis für den Frust und die Kritik. "Auch ich bin ein emotionaler Mensch. Auch wenn es nicht so wirkt und ich manches in mich reinstopfe." Umsomehr hat sich der Coach über seinen Fauxpass bei der Pressekonferenz nach dem Landshut-Spiel geärgert. "Manchmal sagt man halt dumme Sachen oder drückt sich falsch aus. Aber jeder, der mich kennt, weiß, wie es gemeint war." Schon am Montag hatte sich Thom auf einer Facebook-Fanseite an die Anhänger gewandt: "Falls meine aus Frust getätigte Aussage falsch rüberkam, möchte ich mich bei euch entschuldigen. Wir brauchen euch jetzt mehr denn je.""

Auch die Mannschaft will heute Abend mit einer guten Leistung auf dem Eis die Anhänger wieder ins gemeinsame Boot bringen, um für eine echte Trendwende zu sorgen. Der Auftritt bei der knappen 2:3-Niederlage in Rosenheim sei bereits ein Schritt in die richtige Richtung gewesen, sagt der Trainer. "Aber jetzt brauchen wir auch die richtigen Ergebnisse." Auf Niederlagen hat wirklich niemand mehr Bock.

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Andreas Pöhner

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Veröffentlicht am:
23. 11. 2018
00:00 Uhr

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Andreas Pöhner

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23. 11. 2018
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