Topthemen: Fall Peggy KnoblochFrankenpost-ChristkindNeue B15-AmpelHilfe für NachbarnStromtrasse durch die RegionGerch

VER Selb

Partnerschaft der einstigen Erzfeinde

Verkehrte Eishockey-Welt: Die Selber Wölfe und die Bayreuth Tigers arbeiten zusammen. Der Zweitligist stellt zwei Förderlizenzen für den Oberligisten aus.



Noah Nijenhuis
Noah Nijenhuis   Foto: Alex Vögel » zu den Bildern

In den Derbys zwischen den Selber Wölfen und den Bayreuth Tigers ging es immer hart und hitzig zur Sache. Auf dem Eis und auf den Rängen. Die Fans der beiden oberfränkischen Erzrivalen verband - und verbindet wohl immer noch - nur eines: eine tiefe Antipathie. Zumindest die Vereinsverantwortlichen, deren Verhältnis ohnehin nie wirklich schlecht war, haben jetzt zueinander gefunden: So haben die Tigers, die bereits im dritten Jahr in der DEL 2 spielen, dem benachbarten Oberligisten für zwei Spieler Förderlizenzen ausgestellt: Noah Nijenhuis (20) und Gustav Veisert (22), können ab sofort auch für den kriselnden und besonders in der Defensive arg geschwächten VER Selb verteidigen.

Mit Lukas Pozivil, Dominik Müller und Ben Böhringer beklagen die Wölfe derzeit drei verletzte Verteidiger. Deshalb sah Trainer Henry Thom nun dringenden Handlungsbedarf. Allerdings spielte auch der Zufall etwas mit. Noah Nijenhuis, der in den ersten Wochen nach seinem Wechsel zu den Tigers in der Abwehr gesetzt war, bekam nach dem Comeback des lange verletzten Jozef Potac nur noch wenig Eiszeit - und kontaktierte seinen Berater, um nach einer Lösung zu suchen. Die hieß VER Selb. Für den 20-jährigen mit holländischen Wurzeln ist das kein Abstieg. "Ich wollte unbedingt wieder mehr Spielpraxis", sagte Nijenhuis am Mittwoch kurz vor seinem ersten Training in Selb der Frankenpost.

Weil Henry Thom zu seinem Bayreuther Kollegen Petri Kujala seit der gemeinsamen Trainerausbildung einen guten Draht hat, ging es ganz schnell mit einer Förderlizenz für den VER Selb. Und weil die Wölfe nunmal so knapp bemessen sind an Verteidigern, gab es von Tigers-Geschäftsführer Matthias Wendel mit Gustav Veisert sogar einen zweiten Mann noch obendrauf. "Wir sind froh, dass die Tigers bereit waren, uns zu helfen und müssen uns bedanken, dass es so schnell und problemlos über die Bühne gegangen ist", sagt Thom, der beide Bayreuther Ausleihen für das Derby der Wölfe am Freitag gegen den EV Weiden fest einplant.

Nijenhuis war erst im Sommer vom Oberligisten ERC Sonthofen zu den Tigers gewechselt. Der gebürtige Münchner, der neben der deutschen auch die niederländische Staatsangehörigkeit besitzt, hat seine Ausbildung beim EHC Klostersee und später bei den Jungadlern Mannheim genossen. Er selbst beschreibt sich als einen Spieler, der sich stets in den Dienst der Mannschaft stellt. "Ich will immer der härteste Arbeiter auf dem Eis sein und damit meinen Teil zum Erfolg beitragen", sagte Nijenhuis bei seinem Wechsel zu den Tigers dem "Nordbayerischen Kurier".

Der zwei Jahre ältere Gustav Veisert, der erst am Donnerstag zum gemeinsamen Training mit den Wölfen stößt, stand bereits vor seinem Engagement in Bayreuth in der DEL 2 auf dem Eis. Zwei Jahre bei seinem Heimatverein Starbulls Rosenheim, ein weiteres dann in Dresden. "Meine Stärken liegen im läuferischen Bereich, und ich habe einen guten Schuss", sagt der gebürtige Ukrainer, der im Alter von 13 Jahren nach Deutschland kam und auch fünf Einsätze in der deutschen U 20-Nationalteam vorweisen kann.

"Mit der Entwicklung von Noah Nijenhuis und Gustav Veisert sind wir sehr zufrieden. Sie sollen weiterhin so viel Spielpraxis wie möglich zu erhalten", erklärt Tigers-Geschäftsführer Matthias Wendel, warum sie auch ein Spielrecht für den VER Selb erhalten. Beide Spieler hoffen, dass sie von den Wölfe-Fans gut aufgenommen werden. "Ich habe mit Sonthofen ja schon hier gespielt. Da war es immer sehr schwer", erinnert sich Nijenhuis, der sich gegen Weiden einen guten Einstand wünscht. "Ich will mithelfen, dass es mit dem VER wieder weiter nach oben geht." Dann dürften die beiden Tigers ganz schnell auch viele Freunde im Wolfsbau haben.

Autor
Andreas Pöhner

Andreas Pöhner

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
28. 11. 2018
18:00 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Fans Ver Selb e.V. Wölfe
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Es darf wieder gejubelt werden im Wolfsbau: Der zweifache Torschütze Dennis Schiener (links) und Vorbereiter Mauriz Silbermann nach dem zwischenzeitlichen 2:0. Foto: Mario Wiedel

16.12.2018

Balsam auf die VER-Seelen

Gegen das Schlusslicht Waldkraiburg gelingt dem Eishockey-Oberligisten ein klares 7:0. Bereits nach 184 Sekunden jubeln die Selber Fans das erste Mal. » mehr

Kampf und Einsatz: Der Selber Florian Lüsch (Mitte) nimmt es mit zwei Höchstadtern auf: Florian Szwajda (links) und Lukas Lenk (rechts).	Foto: Mario Wiedel

25.11.2018

Selber Rückfall gegen Aufsteiger

Der Eishockey-Oberligist gibt Trainer und Fans Rätsel auf. Dem starken Auftritt der Wölfe vom Freitag folgt am Sonntag in Höchstadt ein erneuter Einbruch. » mehr

Kein Durchkommen: Der überragende VER-Torwart Niklas Deske (links) und Lanny Gare stoppen hier gemeinsam den Rosenheimer Chase Witala. Mehr Bilder unter www.frankenpost.de.	Foto: Mario Wiedel

14.10.2018

Ein großartiger Deske und viel Leidenschaft

Der Eishockey-Oberligist VER Selb bezwingt den großen Favoriten aus Rosenheim mit 2:1. Die euphorischen Fans feiern ihr Team - und vor allem den Torwart. » mehr

Interview: mit Dr. Andreas Golbs, dritter Vorsitzender des VER Selb

02.09.2018

"Der Umbruch ist auch eine Chance"

Dr. Andreas Golbs, der dritte Vorsitzende des VER Selb, blickt zuversichtlich auf die neue Saison 2018/19. Er spricht über seinen Traum und die Finanzen. » mehr

Er bleibt dem VER Selb wohl treu, auch wenn die Unterschrift noch fehlt. Dafür musste der junge Verteidiger Ben Böhringer (rechts) bei der Saisonabschlussfeier fleißig Autogramme schreiben. Hier auf seinem ersteigerten Trikot.	Foto: Mario Wiedel

21.04.2018

Der dritte Abgang bei den Wölfen

Die Saisonabschlussfeier des Eishockey-Oberligisten VER Selb zieht gut 700 Fans an. Dort verkünden die Wölfe den Abschied von Herbert Geisberger. » mehr

Wölfe-Stürmer Andreas Geigenmüller (rechts) behauptet hier die Scheibe gegen den Waldkraiburger Philipp Seifert.	Foto: Mario Wiedel

14.12.2018

Wölfe quälen sich zum Sieg

Lange Zeit sieht es nach einem neuen Tiefpunkt statt nach der Wende aus für den Eishockey-Oberligisten VER Selb. Er reißt die Partie in Waldkraiburg aber doch noch herum. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

130 Krippen in der Hofer Lorenzkirche Hof

130 Krippen in der Hofer Lorenzkirche | 17.12.2018 Hof
» 8 Bilder ansehen

Susi in Love

Susi in Love | 16.12.2018 Weißenstadt
» 25 Bilder ansehen

Selber Wölfe - EHC Waldkraiburg 7:0

Selber Wölfe - EHC Waldkraiburg 7:0 | 16.12.2018 Selb
» 46 Bilder ansehen

Autor
Andreas Pöhner

Andreas Pöhner

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
28. 11. 2018
18:00 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".