Abtauchen nach Generalsanierung MAKBad steigert Lebensqualität

Eigentlich ist das generalsanierte MAKBad bereits seit einem Dreivierteljahr in Betrieb, aber die offizielle Einweihung ist erst am gestrigen Freitag über die Bühne gegangen, unter anderem mit (von rechts) Bauamtsleiter Stefan Büttner, Schwimmmeister-Chef Hubert Weigert, Oberbürgermeister Oliver Weigel, Landrat Peter Berek, Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, Bürgermeister Horst Geißel und Projektleiter Stefan Kreuzer sowie einigen Stadträten. Foto:  

Zum 50. Geburtstag weiht die Politik das Hallenbad offiziell ein. Corona hat der Stadt so einige Steine in den Weg gelegt. Jetzt können die Besucher auch den Wellnessbereich genießen.

Es ist ein Paradebeispiel dafür, „dass Großartiges entstehen kann, wenn viele optimistische Menschen an einem Strang ziehen und sich von Rückschlägen nicht aufhalten lassen“. Die Generalsanierung des Hallenbads ist die Baustelle in Marktredwitz, die Oberbürgermeister Oliver Weigel in seiner gesamten Amtszeit bisher am häufigsten besucht hat. Als er das bei der offiziellen Einweihung des MAKBads erzählt, stehen ihm noch einmal imaginäre Schweißperlen auf der Stirn. Denn diese Baustelle mitten in der Pandemie habe ihn und sein Team unglaublich viel Nerven gekostet, gesteht Weigel.

Der Freitag jedoch ist ein Tag zum Durchatmen. Das findet auch Maskottchen MAKBuddy, der aufblasbare Otter, der am Eingang fröhlich grüßt. Das 9,5-Millionen-Euro-Projekt ist ein richtiges Prachtexemplar geworden. Davon haben sich schon jede Menge Gäste und vor allem die Schüler überzeugen können. Denn in Betrieb ist das MAKBad bereits seit September vergangenen Jahres. Wenngleich mit vielen Hürden – limitierten Besucherzahlen und gesperrtem Wellnessbereich – angesichts der Corona-Pandemie, die die offizielle Einweihung eben bis zum gestrigen Freitag vor sich hergeschoben hat.

„Viele unvorhergesehene Dinge sind plötzlich aufgetaucht“, blickt Weigel noch einmal zurück. Die asbesthaltigen Rohre, die zwischendrin die Arbeiten stoppten, seien nicht das größte Problem gewesen. Doch jetzt ist dem Oberbürgermeister, der bereits seine Bahnen im neuen, mit Edelstahl ausgekleideten Becken gezogen hat, die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. „Wir haben quasi ein komplett neues Bad. Denn es blieben nur die Gebäudehülle mit der südlichen Fensterfront, die Eingangstüren und die Kieselsteinwand erhalten.“

Vorbereitet ist der Anschluss ans Nahwärmenetz im Schulzentrum, der für das nächste Jahr ins Auge gefasst ist. Alles ist laut Weigel behindertengerecht und mit modernster Technik für die nächsten 50 Jahre ausgestattet. „Und mit der Regierung von Oberfranken hatten wir wieder einen verlässlichen Partner an unserer Seite“, blickt der OB dankend hinüber zu Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz. „Ohne die 90-prozentige Förderung wäre dieses Mega-Projekt nicht möglich gewesen.“

Viele Kommunen kämpften derzeit um den Erhalt solcher Einrichtungen, weiß die Regierungspräsidentin und spricht Oberbürgermeister Weigel ein großes Kompliment aus: „Es ist unglaublich, welche Qualitäten Sie als Wirtschaftsförderer, Qualitätsmanager und Bauträger haben! Wir haben zu tun, dass wir in Marktredwitz mit den Förderungen hinterherkommen.“ Das Hallenbad sei eine weitere Attraktion in der Stadt, die die Lebensqualität steigere. Das Ganze habe natürlich auch seinen Preis, so Piwernetz, die nach bislang 4,15 Millionen bewilligten Euro einen weiteren Förderbescheid über 100 000 Euro als Geschenk dabeihat. Seit 1978 habe Marktredwitz zur Stadtrenovierung mittlerweile 57 Millionen Euro an Städtebauförderung erhalten. „Nur so kann der Klima- und Strukturwandel bewältigt werden.“

Landrat Peter Berek kann sich noch gut daran erinnern, als er – „ich konnte schon schwimmen“ – im Marktredwitzer Hallenbad Schwimmunterricht hatte. Und erinnern kann er sich auch an das Wegbrechen der Porzellanindustrie. „Damals wurde diskutiert, ob man nicht Büchereien und Bäder zusperren sollte. Doch was man zusperrt, kostet am Ende Menschen“, so der Landrat. „Sie ziehen weg oder kommen erst gar nicht.“ Es sei ein Glück, dass man nicht zugesperrt habe. Neu organisieren müsse man die Energieversorgung weg vom Gas hin zur Regionalität – „nicht nur wegen des Ukraine-Kriegs“. Der Anschluss an die Nahwärme ist für Peter Berek daher die perfekte Entscheidung.

Eigentlich passt die verspätete Einweihung, findet KUM-Vorstand Markus Brand. „Denn in diesem Jahr feiert unser Hallenbad 50. Geburtstag.“ Er erinnert noch einmal daran, „dass wir in dem Bau von 1972 keinen Stein auf dem anderen gelassen haben“. Mit Blick auf die durch die Pandemie explodierten Preise auf dem Bausektor meint Brand, letztlich habe es sich bezahlt gemacht, „dass wir frühzeitig mit der Generalsanierung begonnen haben“. Es sei die größte Einzelinvestition, die das Kommunalunternehmen je habe schultern müssen.

„Wir müssen schwimmen lernen, deshalb ist das Bad so wichtig“, unterstreicht der evangelische Pfarrer Christoph Schmidt – nicht nur, weil die Schüler wegen Corona zwei Jahre lang keinen Schwimmunterricht hatten, sondern auch angesichts der vielen Probleme in der Welt. Ein wenig enttäuscht wird sein Kollege, der katholische Geistliche Stefan Langer, „der eigentlich dachte, die Politik springt heute ins Nass. Doch Ihre Kleidung sieht nicht danach aus.“ Wasser sei zwar schon genug da, „aber trotzdem...“, meint Langer schmunzelnd und verspritzt das Weihwasser, um das MAKBad zu segnen.

Beim Rundgang durch das moderne Bad, dem man die 50 Jahre nun gar nicht mehr ansieht, freut sich Regierungspräsidentin Piwernetz, dass hier wohl an der richtigen Stelle investiert worden ist. Die Einweihungsgäste sehen es genauso.

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