Der Kulmbacher Flugplatz ist wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht in vollem Betrieb. Der Tower, so berichten es Flieger, sei momentan nicht besetzt. „Fliegen ohne Flugleiter“ nennt man das von der zuständigen Regierung in Mittelfranken genehmigte Verfahren. Das bedeute aber nicht, dass jeder einfach starten kann, informiert ein Pilot. Jeder, der von Kulmbach aus abfliegen will, brauche eine Person am Boden, die in die Rettungssysteme eingewiesen ist und den Startvorgang beobachten muss, bis der Flieger weg ist. Auch wenn am Donnerstag, dem Tag des Unglücks, die Sonne schien, bedeute das nicht, dass gleichzeitig auch gutes Flugwetter geherrscht habe, heißt es in Fliegerkreisen. Nordwind habe geweht, sogenannte „Crosswinde“ seien aufgetreten. Bis zu 20 Knoten Wind seien gemessen worden. „Da musste man am Donnerstag schon richtig fliegen“, sagt ein Pilot.
Natürlich wird unter Fachleuten spekuliert, was zu dem schrecklichen Unglück geführt haben könnte. Die Winde, die am Unglückstag herrschten, werden als erstes genannt. Luftströmungen, die Piloten „Walze“ nennen, könnten den Absturz verursacht haben, wie es heißt. „Wenn man die nicht beherrscht, wenn man nicht schnell oder nicht hoch genug ist, dann dreht der Wind dich um“, beschreibt ein Flieger die gefährliche Situation. Das passe auf das Unglück, denn die Ultraleichtmaschine mit den beiden Männern an Bord sei noch in der Startphase gewesen, als sie abgestürzt ist.